Doktorarbeit / Dissertation, 2002
88 Seiten, Note: magna cum laude
1 Einleitung
2 Material und Methode
2.1 Testobjekt und Messwerte
2.2 Versuchsdurchführung
2.3 Testpersonen
2.4 Pilotversuche
3 Ergebnisse
3.1 Ergebnisse beim Tritt gegen den Kopf
3.1.1 Beschleunigungswerte des Kopfes in den Achsen X, Y und Z
3.1.2 Beschleunigungszeiten beim Tritt gegen den Kopf
3.1.3 Halsmoment Y M-max und M-min beim Tritt gegen den Kopf
3.1.4 Halskraft X F-max und F-min , Z F-max und F-min beim Tritt gegen den Kopf
3.2 Vergleich der Ergebnisse beim Tritt mit Arbeits- und Straßenschuhen
3.2.1 Beschleunigungswerte des Kopfes
3.2.2 Halsmomentwerte
3.2.3 Halskraftwerte
3.2.4 Zeitpunkt der Kopfbeschleunigungswerte X,Y und Z a-min im Vergleich zwischen Arbeits- und Straßenschuhen
3.3 Vergleich der Messwerte X a-min (beim Tritt gegen den Kopf) in Bezug auf personenbezogene Daten der Probanden
3.3.1 Alter, Körpergewicht und Größe der Probanden
3.3.2 In der Freizeit ausgeübte Sportarten der Probanden
3.4 Trittwirkungen gegen den Brustkorb
3.4.1 Brustintrusion S beim Tritt gegen den Thorax
3.4.2 Vergleich der Brustintrusion beim Tritt mit Arbeits- und Straßenschuhen
3.4.3 Halsmoment Y M-min und M-max beim Tritt gegen den Thorax
3.4.4 Vergleich der Halsmomente beim Tritt gegen den Thorax mit Arbeits- und Straßenschuhen
3.4.5 Thoraxbeschleunigung beim Tritt gegen den Thorax
3.5 Vergleich zwischen den 6 Probanden , die je einen Versuch mit Arbeitsschuhen und einen mit Straßenschuhen durchführten
3.5.1 Kopfbeschleunigung
3.5.2 Halskraft beim Tritt gegen den Kopf
3.5.3 Halsmoment beim Tritt gegen den Kopf
3.5.4 Brustintrusion
3.6 Ergebnisse der weiblichen Testteilnehmer
3.7 3ms-Wert der Messwerte X a-min
4 Diskussion
4.1 Anlass der Untersuchung und Charakteristik des Einzugsgebietes des Institutes für Rechtsmedizin Greifswald
4.2 Situatiosbeschreibung der Vorgehensweise bei schweren Straftaten mit dem beschuhten Fuß gegen Leben und Gesundheit in MV
4.3 Versuchsanordnung für die experimentellen Tritte
4.3.1 Das Opfermodell
4.3.2 Kritik am Tätermodell
4.4 Trittwirkungen gegen den Kopf
4.5 Halsmesswerte
4.6 Ergebnisse beim Tritt gegen den Thorax
4.7 Messergebnisse in Abhängigkeit zu den körperlichen Voraussetzungen der Probanden
4.8 Vergleich der Arbeits- und Straßenschuhe und die gegenwärtige rechtliche Würdigung von Körperverletzungen durch Fußtritte
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht experimentell die Gefährlichkeit von Fußtritten mit dem beschuhten Fuß gegen den Kopf und den Thorax eines am Boden liegenden Opfers, um eine objektive Grundlage für die forensische Bewertung solcher Taten zu schaffen.
4.4 Trittwirkungen gegen den Kopf
Der Tritt mit dem beschuhten Fuß gegen den Kopf stellt einen schweren Angriff auf Leben und Gesundheit des Menschen dar. Obwohl der Kopf des erwachsenen Menschen nur einem relativ kleinen Teil seiner gesamten Körperoberfläche entspricht, zeigen die Untersuchungen von May (Dissertation in Vorbereitung), dass dieser das häufigste Ziel von Fußtritten ist. Anscheinend wird also nicht wahllos auf das Opfer eingetreten, sondern gezielt auf den Kopf bzw. das Gesicht.
Die im Verlauf der Versuchsreihe am Dummy gemessenen Spitzenbeschleunigungswerte des Kopfes liegen in einem gesundheitlich kritischen Bereich. Dies wird auch durch Ergebnisse von Versuchen des Institutes für Rechtsmedizin des Klinikums der Universität Heidelberg bestätigt, in denen Untersuchungen zur Ermittlung von Belastbarkeitsgrenzen des angegurteten Fahrzeuginsassen bei einer Frontalkollision durchgeführt wurden (Schmidt et al. 1978). Diese Versuche wurden mit angegurteten Leichen (PMTO) auf einem Verzögerungsschlitten durchgeführt. Schmidt et al. (1978) konnten dabei Kopfbeschleunigungen von bis zu 107 g in X-Richtung und 82 g in Z-Richtung (bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von 50 km/h) messen. Der bei den Fußtritten am Dummy erzielte Mittelwert für die Messrichtung X a-min lag bei 56 g, bei einem Maximalwert von 103,8 g. Es wurden beim Tritt mit dem beschuhten Fuß also Messwerte erreicht, die vergleichbar sind mit den bei einem Frontalcrash von 50 km/h auftretenden Kräften.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Häufigkeit von Tötungsdelikten durch Fußtritte gegen den Kopf und Brustkorb und leitet die Notwendigkeit einer experimentellen Untersuchung zur Gefährlichkeitsbeurteilung ab.
2 Material und Methode: Hier werden die Versuchsreihe mit einem Hybrid 3 Dummy, die Messparameter sowie die Durchführung der Tritte durch 25 Probanden mit unterschiedlichem Schuhwerk beschrieben.
3 Ergebnisse: Dieser umfangreiche Teil präsentiert die detaillierten Messdaten zu Beschleunigungen, Halskräften und Brustintrusionen bei Tritten gegen Kopf und Thorax, differenziert nach Schuharten und Probandendaten.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden in einen rechtsmedizinischen Kontext gesetzt, mit existierenden Grenzwerten aus der Unfallforschung verglichen und hinsichtlich ihrer forensischen Relevanz bewertet.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die lebensgefährliche Natur von Fußtritten, unabhängig von der getragenen Schuhart.
Fußtritt, Kopfverletzungen, Thoraxverletzungen, Rechtsmedizin, Biomechanik, Dummy-Versuche, Beschleunigungsmessung, Halswirbelsäule, Straftaten, Forensik, Verletzungsmechanik, Arbeitsschuhe, Straßenschuhe, Gewalteinwirkung, Tottreten.
Die Arbeit befasst sich mit der rechtsmedizinischen Untersuchung der Gefährlichkeit von Fußtritten, die gegen den Kopf oder Thorax einer am Boden liegenden Person ausgeführt werden.
Zentral sind die biomechanischen Auswirkungen von Fußtritten, die Einflüsse von Schuharten (Arbeitsschuh vs. Straßenschuh) sowie die forensische Bewertung der Verletzungsgefahr.
Ziel ist die experimentelle Objektivierung der Gefährlichkeit von Fußtritten, um bei der rechtlichen Würdigung solcher Straftaten eine fundierte Grundlage jenseits subjektiver Einschätzungen zu bieten.
Es handelt sich um eine experimentelle Studie, bei der Tritte durch 25 Probanden gegen einen medizinischen Hybrid 3 Dummy mit Sensortechnik zur Messung von Beschleunigung, Halskräften und Brustintrusion durchgeführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Ergebnispräsentation der Messreihen (Kopf- und Thoraxbeschleunigungen, Halsmomente) sowie eine tiefgehende Diskussion dieser Daten im Vergleich mit existierenden Literaturwerten aus der Unfallforschung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fußtritt, Biomechanik, Rechtsmedizin, Beschleunigungsmessung, Kopf- und Thoraxverletzungen sowie forensische Beurteilung.
Ja, die Studie zeigt, dass auch mit leichtem Schuhwerk oder sogar barfuß im Einzelfall Werte erreicht werden können, die in ähnlichen Bereichen liegen wie bei schweren Arbeitsschuhen mit Stahlkappen.
Aufgrund der experimentell nachgewiesenen hohen Gefährlichkeit und dem Potenzial für lebensbedrohliche Verletzungen bei Mehrfachtritten, empfiehlt der Autor, in solchen Fällen stets den Tatbestand des versuchten Totschlags zu prüfen.
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