Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Rahmung
2.1 Politische und Sozialwissenschaftliche Bildung
2.2 Definition Bildungsungleichheit
2.3 Definition Politische Ungleichheit
2.4 Definition Politische Partizipation
2.5 Definition Umweltprobleme
2.6 Definition und Bedeutung von Nachhaltigkeit
2.7 Definition und Bedeutung fachfremden Unterrichts
3 Untersuchungsansatz der Habitus- und Milieuforschung
3.1 Habitus- und Milieuforschungslage
3.2 Handlungsprinzipien von Lehrpersonen aus den oberen Milieus
3.3 Handlungsprinzipien von Lehrpersonen aus den mittleren Milieus
3.4 Fazit
4 Klimawandel und Fridays-for-Future
4.1 Klimawandel
4.2 Warum der Klimawandel nicht von allen wahrgenommen wird
4.3 Fridays-for-Future
4.3.1 Einstellung von Jugendlichen zur Politik
4.3.2 Merkmale FFF
4.3.3 Forderungen und Ziele
4.3.4 Teilnehmer
5 Falsifizierung, Verifizierung und Neutralisierung der Thesen
5.1 Hauptthese: Die politische Beteiligung der Fridays-for-Future-Teilnehmer ist abhängig vom sozialen Status und dem Bildungsniveau
5.2 Unterthese 1: Schichtspezifische Auslese resultiert aus politischer Ungleichheit
5.3 Unterthese 2: Nur SuS aus Akademikerfamilien interessieren sich für den Klimaschutz!
6 Schluss
Die Arbeit untersucht, inwiefern sozialwissenschaftliche Bildung zur (Re-)Produktion politischer Ungleichheit beiträgt und welche Konsequenzen sich daraus ableiten. Am Beispiel der Fridays-for-Future-Bewegung wird analysiert, wie Bildungsungleichheit und das sozioökonomische Profil der Akteure die politische Partizipation beeinflussen.
3.1 Habitus- und Milieuforschungslage
Ein allgemeingültiger, für alle Lehrer_innen passender Lehrerhabitus existiert nicht. Lehrkräfte lassen sich verschiedenen Milieus zuordnen, welche ihr Handeln, ihre Einstellungen und ihr Urteil im Unterrichtsalltag beeinflussen. Jedoch geschieht dies in der Regel unwissend und unreflektiert. In einem Zusammenspiel von sozialer Herkunft, Milieuzugehörigkeit, Perspektiven sowie Bildungs- und Berufsverständnis unterscheiden sich die Lehrpersonen. Obwohl seit den 2000er Jahren erforscht wurde, dass die Bildungschancen von SuS mit dem sozialen Milieu zusammenhängen, ist der Habitus von Lehrkräften nur mangelhaft untersucht, da diese in ihrer Rolle und ihren Einflussgrößen erst später von der Forschung in den Blick genommen wurden (Bremer et al. 2019: 27-29). Es wird angenommen, dass Lehrkräfte einen Beitrag zur Reproduktion sozialer Ungleichheit im Unterricht leisten, wodurch Gruppen von SuS ungleiche Chancen haben und benachteiligt werden. Seit dem 1980er Jahren sich die Forschung mit habitusspezifischen Untersuchungen und damit einhergehenden Einstellungen der Gesellschaft, die in einen sozialen Raum Platz finden. „Entstanden ist daraus die Landkarte sozialer Milieus, die hier als Hintergrundfolie für die Interpretation und gesellschaftliche Verortung der Lehrpersonen und ihrer Handlungsprinzipien dient“ (vgl. Abb.1) (Bremer et al. 2019: 29). Die Milieus werden auf der Landkarte nach zwei Typen von Schichtstufen unterschieden: „Zum einen lassen sich vertikal drei Schichtungstufen mit Habitusmustern unterscheiden, deen Ausprägungen sich an Destinktionen (oben), Respektabilität (Mitte) und Gelegenheit (unten) orientieren. Zum anderen differieren die Milieus innerhalb jeder Schichtungstufe systematisch in ihren Haltungen gegenüber Hierarchien und Selbstbestimmung“ (vgl. Bremer et al. 2019: 29–30).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Bildungs- und politischen Ungleichheit ein und verknüpft diese mit der Fridays-for-Future-Bewegung.
2 Theoretische Rahmung: Es werden zentrale Begriffe wie soziale/politische Bildung, Bildungs- und politische Ungleichheit sowie Nachhaltigkeit und fachfremder Unterricht definiert.
3 Untersuchungsansatz der Habitus- und Milieuforschung: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss unterschiedlicher Lehrerhabitus auf die Handlungsweise gegenüber Schülerinnen und Schülern.
4 Klimawandel und Fridays-for-Future: Neben den Grundlagen des Klimawandels werden die Merkmale, Ziele und das Teilnehmerprofil der Bewegung Fridays-for-Future analysiert.
5 Falsifizierung, Verifizierung und Neutralisierung der Thesen: Die Arbeit überprüft empirisch, inwiefern die soziale Herkunft und das Bildungsniveau die politische Partizipation bei FFF beeinflussen.
6 Schluss: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird resümiert, wie Bildungssysteme politische Ungleichheiten (re-)produzieren.
Bildungsungleichheit, Politische Ungleichheit, Fachfremder Unterricht, FFF-Teilnehmer, Handlungsprinzipien von Lehrkräften, Sozialisation, Habitus, Milieuforschung, Politische Partizipation, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Soziale Herkunft, Bildungsniveau, Demokratiefähigkeit, Schichtspezifische Auslese.
Die Arbeit untersucht den Beitrag sozialwissenschaftlicher Bildung zur (Re-)Produktion von politischer Ungleichheit in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf Bildungsungleichheit, dem Einfluss des Lehrkräfte-Habitus, politischer Partizipation und der Analyse der Fridays-for-Future-Bewegung.
Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie Bildungsprozesse soziale Ungleichheiten in politische Ungleichheiten transformieren, exemplifiziert an der Partizipation bei Fridays-for-Future.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die empirische Daten (z.B. des IpB und der Shell-Studie) mit habitus- und milieutheoretischen Ansätzen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Habitus-Analyse von Lehrkräften, eine Untersuchung der FFF-Bewegung und eine kritische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bildungsungleichheit, Habitus, Politische Ungleichheit, Partizipation und schichtspezifische Auslese.
Lehrkräfte aus unterschiedlichen Milieus zeigen verschiedene Handlungsprinzipien, die unbewusst dazu führen können, dass Schüler aus bildungsfernen Schichten weniger gefördert oder politisch motiviert werden.
Die empirische Analyse zeigt, dass eine überdurchschnittliche Repräsentation von Jugendlichen aus akademischen Elternhäusern bei FFF vorliegt, was die Hypothese der schichtspezifischen Beteiligung stützt.
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