Bachelorarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Fast Fashion
2.2 Konsum und Konsumverhalten
2.3 Nachhaltigkeit
3 Problematik der konventionellen Modeindustrie
3.1 Textilverbrennung
3.2 Retouren
3.3 Vernichtungswelle Corona
3.4 Importverbote für Kleiderspenden
3.5 CSR
4 SpendenstattVernichten
4.1 Forderung SpendenstattVernichten
4.2 Steuerrecht
4.3 Änderung der Umsatzsteuer
5 Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetztes
6 Drei-Säulen-Modell
7 Methodik
7.1 Aufbau des Fragebogens
7.2 Datenerhebung
7.3 Datenauswertung
7.3.1 Soziodemographische Parameter
7.3.2 Allgemeines Konsumverhalten in Bezug auf Kleidung
7.3.3 Verwertungsverhalten von Kleidung
7.3.4 Einschätzung der Verwertung von Kleidung in der Bekleidungsindustrie
7.3.5 Einschätzung von Umsatzsteuerfreien Spenden
7.4 Zusammenfassung Hauptergebnisse und Diskussion
8 Möglichkeiten gegen die Textilverschwendung
8.1 Politik
8.2 Unternehmen
8.3 Privatkonsumenten
8.4 Patagonia als positives Beispiel
9 Fazit
9.1 Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Problematik der Kleiderverschwendung in der Modebranche detailliert zu beleuchten und die Forderung "SpendenstattVernichten" im Hinblick auf aktuelle steuerrechtliche Hindernisse zu untersuchen, um Lösungsansätze zur Minimierung von Textilmüll zu identifizieren.
Die Problematik der konventionellen Modeindustrie
Einer der wichtigsten Branchen in Deutschland stellt die Textil- und Bekleidungsindustrie dar, weltweit werden über 100 Milliarden Kleidungsstücke im Jahr produziert. (vgl. Femnet 2020: S.1).
Die Deutschen kauften laut Quarks im Jahr 2019 durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. (vgl. Quarks 2019:) Im Abschnitt 4.2.2 wird durch die Umfrage nochmal deutlicher wieviel die Menschen kaufen und wieviel dann tatsächlich in Benutzung ist.
Das nachhaltige Mode-Startup Labfresh veröffentlichte eine Studie über die Textilabfälle in Europa. Diese ergab, dass Deutschland, wie in Tabelle 1 zu sehen ist, 391,752 Tonnen an produzierten Textilabfällen produziert. Die Studie besagt das 24,3 Prozent des Textilmülls CO2-intensiv verbrannt werden. (vgl. Labfresh o.J).
Die Massenproduktion der Fast-Fashion Unternehmen führen zu großen unverkauften Lagerbeständen auch ohne die Corona-Pandemie. Hier gibt es schon lange nicht mehr nur die Saisonkollektionen - Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter - Zara bietet bis zu 24 Kollektionen im Jahr an, H&M kommt an die 12 bis 16 Kollektionen. (vgl. McKinsey Stustainibility 2016). Durch die Überproduktion der Unternehmen übersteigt das Angebot die Nachfrage. Die Ware, die am Kollektionsende keine Abnehmer findet und auch nach einer Preissenkung nicht verkauft wird, wird beseitigt. Jedes Jahr werden neue Berichte veröffentlicht, die beweisen sollen, dass zahlreiche Unternehmen, trotz der in Deutschland bestehenden Abfallgesetzen, ihre Ware tonnenweise verbrennen. H&M soll seit 2013 laut des dänischen TV-Programms „Operation X“ pro Jahr 12 Tonnen unverkaufte Ware verbrannt haben, diese Anschuldigung streitet jedoch das Fast-Fashion Unternehmen ab. (vgl. Fashionunited 2017).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Kleiderverschwendung ein, thematisiert die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und definiert die Zielsetzung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Fast Fashion, Konsumverhalten und Nachhaltigkeit definiert, um ein grundlegendes Verständnis für das Thema zu schaffen.
3 Problematik der konventionellen Modeindustrie: Das Kapitel beleuchtet Herausforderungen wie Textilverbrennung, Retouren, die Auswirkungen der Corona-Krise auf Lagerbestände sowie das Thema CSR.
4 SpendenstattVernichten: Der Abschnitt analysiert die Forderung nach einer rechtssicheren Lösung zum Spenden von Lagerware unter besonderer Berücksichtigung steuerrechtlicher Rahmenbedingungen.
5 Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetztes: Hier werden die rechtlichen Grundlagen für eine Kreislaufwirtschaft, inklusive der Abfallrahmenrichtlinie, erläutert.
6 Drei-Säulen-Modell: Das Kapitel definiert das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit und diskutiert kritisch dessen Anwendung.
7 Methodik: Der empirische Teil wird beschrieben, inklusive des Aufbaus des Fragebogens, der Datenerhebung und der detaillierten Auswertung der Umfrageergebnisse.
8 Möglichkeiten gegen die Textilverschwendung: Es werden konkrete Handlungsoptionen für Politik, Unternehmen und Privatkonsumenten aufgezeigt, um die Textilverschwendung aktiv zu minimieren.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Modeindustrie.
Textilverschwendung, Modeindustrie, Fast Fashion, Nachhaltigkeit, SpendenstattVernichten, Kreislaufwirtschaft, CSR, Konsumverhalten, Textilverbrennung, Retourenmanagement, Umweltbewusstsein, Sachspenden, Umsatzsteuer, Unternehmensverantwortung, Slow Fashion.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Problematik der Kleiderverschwendung innerhalb der modernen Modeindustrie und untersucht Wege, wie diese durch nachhaltigere Praktiken und rechtliche Anpassungen reduziert werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen der Textilverschwendung (wie Überproduktion und Retouren), der Forderung nach rechtssicheren Spendenmöglichkeiten für Unternehmen sowie dem Konsumverhalten und Bewusstsein der Verbraucher.
Das Hauptziel ist es, die Problematik der Kleiderverschwendung detailliert darzustellen und zu analysieren, wie Unternehmen und Endverbraucher durch verantwortungsvolles Handeln zur Umweltverbesserung beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer eigenen empirischen Forschung, für die eine Online-Umfrage mit 304 Teilnehmern durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Missstände in der Branche, die Auseinandersetzung mit Steuerrecht und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz sowie die Vorstellung und Auswertung der empirischen Ergebnisse zur Einstellung von Konsumenten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Textilverschwendung, Fast Fashion, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung geprägt.
Unternehmen vernichten neuwertige Waren oft, da Sachspenden steuerlich als unentgeltliche Wertabgabe wie ein Verkauf behandelt werden, was die Vernichtung für die Unternehmen kostengünstiger macht als das Spenden.
Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass Konsumenten Kleidung oft aus Gründen wie Selbstbelohnung kaufen, ohne den tatsächlichen Bedarf zu hinterfragen, was zu einer hohen Zahl an ungenutzten Kleidungsstücken führt.
Patagonia setzt auf langlebige Designs, bietet Reparatur-Services an und kommuniziert transparent, wie Kunden ihre Produkte pflegen können, anstatt ausschließlich auf den Neuverkauf zu setzen.
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