Masterarbeit, 2022
130 Seiten, Note: 1,0
Zusammenfassung
1 Einleitung
2 Häusliche Gewalt gegen Frauen und Frauenhausarbeit
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Prävalenz von Häuslicher Gewalt gegen Frauen
2.3 Statistische Daten zur Frauenhausarbeit
3 Verhaltensorientierte Erklärungsansätze zur Entstehung von und zum Verbleib in Partnerschaftsgewalt
3.1 Verhaltensorientierte Theorien zur Entstehung von Partnerschaftsgewalt
3.1.1 Ärger und Gewalttätigkeit
3.1.2 Das „Anger Avoidance Model“ (AAM)
3.1.3 Die Beziehung zwischen Ärger, Kindesmisshandlung und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation
3.2 Verhaltensorientierte Theorien zum Verbleib in Partnerschaftsgewalt
3.2.1 Aversiver Reiz als diskriminativer Stimulus
3.2.2 Resistenz gegen Löschung
3.2.3 Bestrafung zur Förderung der Reaktionsfähigkeit
3.3 Folgerungen für die Beratung im Frauenhaus
4 Verhaltensorientierte Interventionen mit Frauenhausbewohnerinnen
4.1 Rollenspiel – am Beispiel von Umgangskontakten mit dem gewalttätigen Expartner
4.2 Motivierende Gesprächsführung – am Beispiel Ambivalenz bezüglich der Rückkehr in eine gewaltvolle Beziehung
4.3 Gruppenprogramme zur Erweiterung von Wissen, Erkenntnis und Zugehörigkeitserfahrungen
4.3.1 Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)
4.3.2 Therapeutisches Gruppenprogramm für Stalking-Opfer
4.3.3 Gruppentherapie bei Traumafolgestörung
5 Diskussion
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie die Verbindung von klassischer Frauenhausarbeit und verhaltensorientierter Beratung genutzt werden kann, um von Häuslicher Gewalt betroffene Frauen darin zu unterstützen, langfristig (wieder) handlungsfähig, selbstbestimmt und sicher zu leben.
3.2.1 Aversiver Reiz als diskriminativer Stimulus
Die Mechanismen von positiver und negativer Verstärkung, klassischer Bestrafung und den weiteren in Tabelle 2 genannten behavioralen Prinzipien sind relativ einfach nachzuvollziehen und auf die Entscheidung einer misshandelten Frau bezüglich des Verbleibens oder Verlassens der gewaltvollen Beziehung hin zu interpretieren. Eine komplexere Anwendung stellt die Betrachtung des Missbrauchs innerhalb einer gewaltvollen Beziehung als konditionierten Verstärker dar. So diskutierten Long und McNamara (1989) die Rolle des Missbrauchs als Verstärker in Bezug auf Häusliche Gewalt, wobei beachtet werden muss, dass im Originaltext von „Punishment as a discriminative stimulus“ (Long & McNamara, 1989, S. 194) die Rede ist. Dies muss ein Fehler in der Terminologie sein und meint ohne Zweifel den aversiven Reiz, weshalb dies im Folgenden auch so verstanden wird.
Im Allgemeinen wird angenommen, dass Missbrauch einen rein aversiven Stimulus darstellt und daher als Bestrafung wirken sollte, womit also auch die Wahrscheinlichkeit verringert wird, dass das betreffende Verhalten in Zukunft erneut gezeigt wird - in dem Fall also sich ein Opfer weiter einem Täter aussetzt (Axelrod & Apsche, 1983; Michael & Ehlers, 2009). Long und McNamara (1989) argumentierten hingegen, dass die Misshandlung in gewaltvollen Beziehungen unter bestimmten Umständen auch als Verstärker wirken kann, was gegenüber der typischen Sichtweise als „paradox“ gewertet werden kann. Durch die Kombination mit einem nachfolgenden Verstärker (also Aufmerksamkeit und Zuneigung, die typischerweise nach einer Misshandlungsepisode auftreten), weist auch der Missbrauch selbst Verstärkungseigenschaften bei der misshandelten Beziehungsperson auf. Der Missbrauch erwirbt somit diskriminative Eigenschaften (Long & McNamara, 1989), die bewirken, dass er als Verstärker in der Zukunft wirkt. Bemerkenswert ist, dass selbst in Konstellationen, in denen auf einen Missbrauch nicht direkt eine Form von positiver Verstärkung folgt, wie
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über das Ziel der Arbeit, die theoretische Herleitung sowie die Relevanz der verhaltensorientierten Beratung in der Frauenhausarbeit.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung der Frauenhausbewegung, die Problematik Häuslicher Gewalt als gesellschaftliches und politisches Problem sowie die Relevanz verhaltensorientierter Methoden.
2 Häusliche Gewalt gegen Frauen und Frauenhausarbeit: Definiert Häusliche Gewalt, analysiert deren Prävalenz sowie statistische Daten zum Hilfesystem.
3 Verhaltensorientierte Erklärungsansätze zur Entstehung von und zum Verbleib in Partnerschaftsgewalt: Erläutert theoretische Modelle, die sowohl die Entstehung von Gewalt als auch den Verbleib in gewaltvollen Beziehungen aus verhaltenstheoretischer Sicht erklären.
4 Verhaltensorientierte Interventionen mit Frauenhausbewohnerinnen: Stellt konkrete Interventionsmöglichkeiten wie Rollenspiele, Motivierende Gesprächsführung und Gruppenprogramme für die Praxis vor.
5 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, identifiziert Forschungsbedarfe und diskutiert die Grenzen sowie Chancen der verhaltensorientierten Beratung im Frauenhaus.
6 Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer methodenvielfältigen, bedarfsgerechten Beratung.
Häusliche Gewalt, Frauenhausarbeit, Verhaltensorientierte Beratung, Partnerschaftsgewalt, Emotionsregulation, Operante Konditionierung, Rollenspiel, Motivierende Gesprächsführung, Psychoedukation, Stalking, Traumafolgestörung, Intersektionalität, Gewaltprävention, Soziale Kompetenzen, Empowerment.
Die Arbeit untersucht, wie verhaltensorientierte Theorien und Methoden effektiv in die klassische Frauenhausarbeit integriert werden können, um von Gewalt betroffene Frauen bei ihrem Weg in ein handlungsfähiges und selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.
Zentrale Themen sind die theoretische Verhaltensanalyse von Partnerschaftsgewalt, die Bedingungen für den Verbleib in gewaltvollen Beziehungen sowie die praktische Anwendung von Interventionsmethoden in der Frauenhauspraxis.
Das Ziel ist es, den Nutzen verhaltensorientierter Beratung für Frauenhausbewohnerinnen zu interpretieren und Wege aufzuzeigen, wie diese Methoden zur Stärkung der Klientinnen beitragen können.
Die Bearbeitung erfolgte mittels Literaturrecherche und -analyse, wobei Erkenntnisse aus verhaltensorientierten Methoden und Theorien auf die spezifischen Bedarfslagen im Kontext der Frauenhausarbeit angewendet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle zur Gewaltentstehung und zum Verbleib in Gewaltbeziehungen (z.B. AAM, Teufelskreis der Gewalt) sowie eine detaillierte Vorstellung verhaltensorientierter Interventionen wie Rollenspiele, Motivierende Gesprächsführung und spezifische Gruppenprogramme.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Häusliche Gewalt, Verhaltensorientierte Beratung, Emotionsregulation, Operante Konditionierung und Interventionsmethoden wie das Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK).
Dies bezieht sich auf ein verhaltenstheoretisches Modell, bei dem Missbrauch (als aversiver Reiz) innerhalb einer Beziehung mit Verstärkern wie Liebe und Zuneigung (z.B. in der Reuephase des Täters) kombiniert wird, was das Opfer paradoxerweise dazu bringen kann, länger in der Beziehung zu verbleiben.
Das AAM erklärt gewalttätiges Verhalten als eine auf Flucht basierende Emotionsregulationsstrategie, was insbesondere für die Psychoedukation von Beraterinnen wichtig ist, um die Dynamik von Gewalt besser zu verstehen.
Kinder werden als eigene Klientengruppe gesehen, die oft selbst Gewalt erlebt hat. Ihre Unterstützung ist essentiell, um eine transgenerationale Weitergabe von Gewalt zu verhindern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

