Bachelorarbeit, 2016
49 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Unbegleitete ausländische Minderjährige
2.1 Ressourcen
2.2 Problemlagen
2.3 Hilfebedarf
3 Bedarfsermittlung - Anerkennung
3.1 Liebe – Interkulturalität und Zugehörigkeit
3.2 Recht – rechtliche Gleichbehandlung
3.3 Wertschätzung – Eigenschaften, Kompetenzen und Leistungen
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Bedarfs- und Lebenslagen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen (uaM) in Deutschland, um aufzuzeigen, wie eine bedarfsgerechte Unterstützung und pädagogische Förderung durch die Jugendhilfe gelingen kann. Dabei steht die theoretische Auseinandersetzung mit Anerkennungskonzepten im Zentrum, um die Jugendlichen nicht lediglich als defizitäre Gruppe, sondern als handelnde Subjekte mit eigenen Potenzialen und Ressourcen zu begreifen.
2.1 RESSOURCEN
Um dem defizitären Blick auf Klient_innen der Sozialen Arbeit zu entgehen und ein ganzheitliches Bild von uaM zu zeichnen, sollen im Folgenden zunächst die besonderen Ressourcen dieser in den Fokus gerückt werden.
Zweifellos sind uaM massiven Belastungen ausgesetzt, aufgrund derer sie in gewisser Weise auf Hilfe angewiesen sind, doch können sie keinesfalls als hilflos bezeichnet werden. Denn diese Kinder und Jugendlichen sind „nicht nur Opfer, sondern kompetente, aktiv handelnde Menschen, die sich an schwierigste Situationen angepasst und diese überlebt und bewältigt haben, indem sie ihre vielfältigen Ressourcen und Kompetenzen einsetzten“ (Hargasser 2016, S. 100). Sie besitzen individuelle Schutzmechanismen, Bewältigungsstrategien und eine hohe Überlebenskompetenz, was keinesfalls in der pädagogischen Arbeit unterschätzt werden darf.
Zu Beginn muss die Komponente des Alters der uaM beachtet werden. Junge Menschen emigrieren oft mit mehr Gelöstheit als ältere und sind flexibler gegenüber Veränderungen aufgrund der Flucht. Ihnen gelingt es meist schneller, die Sprache zu lernen, sich in der neuen Kultur und im neuen Umfeld einzuleben und Kontakte zu knüpfen (vgl. Möller 2009, S. 94). Dabei spielt auch eine Rolle, dass sie ihr Fortgehen oft nicht als endgültig annehmen (vgl. Grinberg und Grinberg 1990, S. 145ff.). Damit sind vergleichsweise gute Chancen geschaffen, mit einer positiveren Ausgangssituation ein neues Leben zu beginnen.
Des Weiteren fällt auf, dass die meisten uaM selbst ein stark ressourcenorientiertes Denken vorweisen. Scheinbar setzen sie den Fokus nicht auf das, was ihnen fehlt, sondern auf das was sie haben und glauben erreichen zu können (vgl. Detemple 2015, S. 76). An dieser Stelle liegt die Vermutung nahe, dass dies als Bewältigungsstrategie aus Erfahrungen resultiert, bei denen sie trotz widriger Umstände Selbstwirksamkeit erleben und dies ihre Zuversicht stärken könnte.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der unbegleiteten ausländischen Minderjährigen ein, benennt die Problemstellung und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Soziale Arbeit.
2 Unbegleitete ausländische Minderjährige: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Zielgruppe, wobei sowohl die Ressourcen und Problemlagen als auch der spezifische Hilfebedarf unter Berücksichtigung der Fluchtbiografie beleuchtet werden.
2.1 Ressourcen: Dieser Abschnitt stellt die Bewältigungsstrategien und Kompetenzen der Jugendlichen in den Vordergrund, um einen rein defizitorientierten Blick zu vermeiden.
2.2 Problemlagen: Es wird analysiert, welche psychosozialen Belastungen und Hürden – wie Trauma, Trennung von der Familie und Identitätskrisen – die Jugendlichen bewältigen müssen.
2.3 Hilfebedarf: Dieses Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Betreuung innerhalb der Jugendhilfe.
3 Bedarfsermittlung - Anerkennung: Hier wird die Anerkennungstheorie als soziologischer Rahmen eingeführt, um die Rechte und Bedürfnisse der Zielgruppe wissenschaftlich zu fundieren.
3.1 Liebe – Interkulturalität und Zugehörigkeit: Es wird diskutiert, wie soziale Anerkennung durch zwischenmenschliche Beziehungen und interkulturelle Inklusion zur Identitätsbildung beiträgt.
3.2 Recht – rechtliche Gleichbehandlung: Dieser Teil beleuchtet die rechtliche Situation der uaM und kritisiert Diskriminierung sowie Diskrepanzen zwischen Menschenrechten und der Asylpraxis.
3.3 Wertschätzung – Eigenschaften, Kompetenzen und Leistungen: Hier wird dargelegt, warum die Anerkennung der individuellen Fähigkeiten und Leistungen für ein stabiles Selbstbild der Jugendlichen unerlässlich ist.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Forderungen für die Praxis der Sozialen Arbeit ab, um eine gelungene Integration zu ermöglichen.
unbegleitete ausländische Minderjährige, uaM, Jugendhilfe, Anerkennungstheorie, Flucht, Identitätsentwicklung, Soziale Arbeit, Integration, Kindeswohl, Traumatisierung, Ressourcenorientierung, Teilhabe, interkulturelle Pädagogik, Migration, Selbstwirksamkeit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation und den spezifischen Bedarfen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen in Deutschland und wie diese durch pädagogische Interventionen der Jugendhilfe unterstützt werden können.
Die zentralen Felder sind die Fluchterfahrung, die rechtliche Stellung von uaM, die psychologische Identitätsentwicklung im Jugendalter sowie die theoretische Fundierung durch das Konzept der Anerkennung.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, wie die Lebenslagen von uaM beschrieben werden und welche Unterstützungsformen notwendig sind, damit die Jugendlichen eine Perspektive entwickeln können, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte – insbesondere der Anerkennungstheorie nach Hegel und Mead –, um die empirisch beobachtbaren Problemlagen pädagogisch und fachlich einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Zielgruppe (Ressourcen, Probleme, Hilfebedarf) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Anerkennungsformen (Liebe, Recht und Wertschätzung) im Kontext der Jugendhilfe.
Wesentliche Begriffe sind uaM, Anerkennung, Jugendhilfe, Flucht, Inklusion, Identität, Ressourcenorientierung und soziale Teilhabe.
Das jugendliche Alter fungiert als Ambivalenz: Einerseits ermöglicht es eine höhere Flexibilität und Lernbereitschaft, andererseits trifft der Einschnitt der Flucht genau in eine Phase, in der die Persönlichkeit besonders verletzlich ist.
Sie betont dies, weil eine pauschale Behandlung als „defizitäre Gruppe“ der individuellen Lebensbiografie und den persönlichen Ressourcen der Jugendlichen nicht gerecht wird und zu bürokratischen Fehlentscheidungen führen kann.
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