Bachelorarbeit, 2021
34 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Verortung
2.1 Das Verständnis von Erstsprache/Muttersprache
2.2 Das Verständnis von Zweitsprache
2.3 Das Verständnis von Mehrsprachigkeit
2.4 Das Verständnis von Identität
3 Kindliche Sprachentwicklung
3.1 Der Erstspracherwerb und seine Phasen
3.2 Der Zweitspracherwerb
3.2.1 Der simultane Zweitspracherwerb
3.2.2 Der sukzessive Zweitspracherwerb
4 Wechselbeziehung von Sprache und Identität
4.1 Die Bedeutung der Erstsprache in Bezug auf die Identitätsentwicklung
4.2 Die Bedeutung der Zweitsprache in Bezug auf die Identitätsentwicklung
4.3 Multilinguale Identität
4.3.1 Identitätsbedrohende Multilingualität
4.3.2 Identitätsstiftende Multilingualität
5 Fazit / Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Mehrsprachigkeit auf die Identitätsentwicklung von Kindern im deutschen Kontext. Das Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem Erwerb mehrerer Sprachen und der kindlichen Persönlichkeitsbildung zu analysieren, wobei der Fokus insbesondere auf der Rolle von Deutsch als Zweitsprache liegt.
4.1 Die Bedeutung der Erstsprache in Bezug auf die Identitätsentwicklung
Die Identitätsentwicklung erfolgt in dem Wechselspiel zwischen der kognitiven, sprachlichen sowie interaktiven Entwicklung (vgl. Wie Kinder sprechen lernen, 2002). Im Identitätsprozess hat die Sprache eine Schlüsselrolle (vgl. Lüdi, 2003). Bereits zum Zeitpunkt der Geburt werden Babys durch die Interaktion mit den Eltern in der Identitätsbildung beeinflusst (vgl. Wie Kinder sprechen lernen, 2002). Sowohl Sprache als auch Körperkontakt ist in dem Zusammenhang ein wichtiger Faktor (vgl. ebd.). Eltern sollten schon ab der Geburt mit ihren Babys sprechen und auf die Kommunikationsangebote des Kindes reagieren (vgl. ebd.). Wenn Eltern auf die Interaktionsangebote des Kindes, wie zum Beispiel das Schreien, Weinen oder Lächeln Reaktionen zeigen, helfen sie dem Kind, „erste rudimentäre Vorstellungen vom eigenen ‚auftauchenden Selbst‘“ (Wie Kinder sprechen lernen, 2002, S. 33) zu entwickeln.
Allein durch den Klang und der Stimmführung lernen Kinder die Gefühle und Stimmungen zu verstehen, bevor sie selbst sprechen können (vgl. ebd.). Durch das verlässliche Interagieren mit den Eltern verspüren Kinder Gefühle wie zum Beispiel Sicherheit, Liebe und Geborgenheit, was dazu führt, dass das Urvertrauen entwickelt wird (vgl. ebd.). In der Interaktion zwischen dem Kind und den Eltern werden „Klangfarben, Melodien und Modulationen“ (Wie Kinder sprechen lernen, 2002, S. 34) erzeugt, die dem Kind das Gefühl der Geborgenheit geben. Eltern lernen relativ schnell nach der Geburt, welche Klangfarbe und welche Melodie der Stimme das Kind beruhigt (vgl. ebd.). So passen Eltern sich dem Kind an und gleichzeitig passen „[…] Babys ihre Bewegungen dem Rhythmus der elterlichen Stimmen [an] […].“ (Wie Kinder sprechen lernen, 2002, S. 34). Das ist ein Beweis dafür, dass die Erstsprache in der Entwicklung des Kindes eine besondere Rolle spielt (vgl. ebd.). Es ist die konkrete Sprache, die die Bindung zwischen Eltern und Kind festigt und die mit ihrem Klang das gemeinsame Verstehen mit den Eltern ermöglicht (vgl. ebd.). Durch die Sprechweise wird eine positive Beziehung zu dem Kind aufgebaut; somit geht die Erstsprache auch mit Bindungserfahrungen einher und hat eine intimitätsstiftende Funktion (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Einführung in das Thema Mehrsprachigkeit und Identität sowie Darlegung der Relevanz für das Bildungssystem.
2 Theoretische Verortung: Definition zentraler Begriffe wie Erstsprache, Zweitsprache, Mehrsprachigkeit und Identität zur einheitlichen Grundlage der Arbeit.
3 Kindliche Sprachentwicklung: Überblick über die Phasen des Erstspracherwerbs sowie Differenzierung zwischen simultanem und sukzessivem Zweitspracherwerb.
4 Wechselbeziehung von Sprache und Identität: Untersuchung, wie Erst- und Zweitsprache die Identitätsbildung positiv oder negativ beeinflussen können, einschließlich der Analyse von Linguizismus und hybriden Identitätsformen.
5 Fazit / Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Plädoyer für eine wertschätzende, mehrsprachigkeitsorientierte pädagogische Praxis.
Mehrsprachigkeit, Identitätsentwicklung, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprache, Bildungswissenschaften, Identität, Interkulturalität, Linguizismus, Code-Switching, Kindheit, Familiensprache, Migration, Pädagogik, plurielle Identität.
Die Arbeit analysiert den Einfluss von Mehrsprachigkeit auf die kindliche Identitätsbildung und untersucht, welche Bedeutung Sprachen für die Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstbildes haben.
Die zentralen Felder umfassen Spracherwerbsprozesse, die emotionale Bindung an die Erstsprache, die Herausforderungen durch den Erwerb einer Zweitsprache sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Einstellungen wie Linguizismus.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprache als „Drehscheibe“ der Identität fungiert und welche Bedingungen notwendig sind, damit mehrsprachige Kinder eine positive, hybride Identität entwickeln können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller pädagogischer sowie sprachwissenschaftlicher Fachdiskurse basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der kindlichen Sprachentwicklung und eine detaillierte Untersuchung der Wechselwirkung von Sprache und Identität unter Berücksichtigung von Risiken und Chancen.
Mehrsprachigkeit, Identitätsentwicklung, Erst- und Zweitspracherwerb, kulturelle Identität und die Rolle der pädagogischen Fachkräfte sind die bestimmenden Begriffe.
Die Erstsprache ist eng mit dem familiären Bindungsgefüge und Urvertrauen verknüpft; sie hat eine intimitätsstiftende Funktion und bildet das Fundament für die Identitätsbildung.
Damit sind Prozesse gemeint, bei denen soziale Ausgrenzung, Diskriminierung von Herkunftssprachen oder der Zwang zur Assimilation bei Kindern zu Identitätskrisen und einem geringen Selbstwertgefühl führen können.
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