Bachelorarbeit, 2021
53 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand und Fragestellung
1.2 Aufbau der Bachelorarbeit
2. Kontextuale Einführung und Definitionen
2.1 Ethnologische Betrachtung der Arbeit
2.1.1 Was ist Homeoffice?
2.2 Übergangsriten und Liminalität
2.3 Kategorisierung von Raum und Zeit
3. Darstellung der Erhebungsmethoden und Reflexion
3.1 Zugang zu Informant:innen
3.2 Angewandte Forschungsmethoden
3.2.1 Das Feld: Zuhause
3.2.2 Autoethnografische Tagebucheinträge
3.2.3 Interviews
3.2.4 Extended Case Method
3.3 Datenauswertung
3.4 Reflexion
4. Ethnografische Beschreibungen: Alltägliche Praxen und ihre Bedeutung
4.1 Allgemein
4.2 Morgenroutine
4.3 Was ziehe ich an?
4.4 Der Arbeitsplatz
4.5 Pausen
4.6 Feierabend
5. Diskussion und Ergebnisse
5.1 Arbeiten im Homeoffice als Übergangsritual
5.1.1 Trennungsphase
5.1.2 Schwellenphase, Communitas und liminaler Raum
5.1.3 Integrationsphase
6. Konklusion und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Verlagerung der Lohnarbeit in den privaten Wohnraum (Homeoffice). Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie die Grenzen zwischen den zuvor separat existierenden Räumen von Arbeit und Privatheit neu verhandelt werden und ob dieser Prozess rituelle Züge aufweist, die zur Entstehung liminaler Räume führen.
4.2 Morgenroutine
Ein bisher üblicher Arbeitstag beginnt im besten Fall mit einem routinierten Ablauf, welchen durch die Reihe hinweg alle Personen gleichermaßen wertschätzen und zu praktizieren empfehlen. Was ihre Morgenrituale gemeinsam haben, ist ein warmes Getränk, zumeist Kaffee, und der Gang ins Badezimmer. Manche machen morgens außerdem noch Sport oder gehen spazieren. Melissa, 31 Jahre alt, erzählt, dass sie morgens nach dem Aufstehen im Bad nicht mehr so lange braucht, da sie sich nicht mehr schminkt seitdem sie von Zuhause aus arbeitet. Dies lässt darauf schließen, dass keine Notwendigkeit mehr darin besteht, diese Norm, welche zuvor für die Arbeit galt, weiterhin zu erfüllen.
Yasemin, 22 Jahre alt, erzählt von einer prozesshaften Entwicklung bis zur Etablierung ihrer Morgenroutine während eines Homeoffice-Arbeitstages. Zu anfangs hat sie es genossen lange zu schlafen und spät möglichst den Arbeitstag zu beginnen, sodass sie bis kurz vor dem anstehenden Termin im Bett liegen blieb. Sie holte den Laptop aus dem Wohnzimmer in ihr Bett und ging online, um ihren Kolleg:innen zu kommunizieren, dass sie nun anwesend sei und arbeiten würde. Doch in Wahrheit nahm sie sich Zeit langsam wach zu werden und einen Kaffee oder Tee im Bett zu trinken.
Nachdem sie ihre Mails las, ging sie ins Bad, um ihre Zähne zu putzen und eine „reduzierte Morgenhygiene zu durchleben, weil natürlich der Weg zur Arbeit wegfällt“ (Yasemin 01.05.2021, persönliches Interview [02]). Auch sie schminkt sich nicht mehr, kämmt sich nicht die Haare „und all das was man tun müsse, um rauszugehen“ lässt sie weg (ebd. [03]). Mit der Zeit wollte sie, nach eigenen Angaben, wieder einen geregelteren morgendlichen Ablauf einführen und nimmt seither ihren Laptop nicht mehr mit ins Bett, sondern steht auf, duscht sich, putzt Zähne, trinkt Kaffee am Esstisch und arbeitet von dort aus. Auf die Frage, warum ihr der strukturierte Ablauf am Morgen wichtig sei, antwortete sie, dass es ihr hilft die anstehenden Aufgaben über den Tag besser erledigen zu können und Arbeitstage von freien Tagen unterscheiden zu können.
1. Einleitung: Einführung in den Untersuchungsgegenstand und die Fragestellung zur Veränderung von Arbeits- und Lebenswelten durch die Pandemie.
2. Kontextuale Einführung und Definitionen: Theoretische Auseinandersetzung mit ethnologischen Begriffen zu Arbeit, Ritualen, Liminalität sowie Raum und Zeit.
3. Darstellung der Erhebungsmethoden und Reflexion: Erläuterung der angewandten qualitativen Methoden, wie autoethnografische Tagebücher und Interviews, sowie Reflexion der Forscherrolle.
4. Ethnografische Beschreibungen: Alltägliche Praxen und ihre Bedeutung: Empirische Darstellung der täglichen Routinen, wie Morgenabläufe, Arbeitsplatzgestaltung und Pausenverhalten im Homeoffice.
5. Diskussion und Ergebnisse: Synthese der empirischen Ergebnisse mit den theoretischen Modellen, insbesondere der Übergangsriten nach van Gennep und Turner.
6. Konklusion und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse über die soziale Transformation und Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder.
Homeoffice, Ethnologie, Liminalität, Übergangsrituale, Lohnarbeit, Privatheit, Raumsoziologie, Alltagspraxis, Pandemie, Qualitative Forschung, Autoethnografie, Wohn-Arbeits-Fusion, Soziale Struktur, Ritualisierung, Arbeitswelt
Die Arbeit untersucht ethnologisch, wie sich die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice auf den Alltag und die Trennung von Arbeits- und Privatleben auswirkt.
Die Themen umfassen die gegenseitige Beeinflussung von Lohnarbeit und Privatsphäre, die Veränderung von Raum- und Zeitkonzepten sowie die Entstehung ritueller Handlungen.
Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen im Sozialverhalten durch die räumliche Fusion von Wohnen und Arbeiten mittels qualitativer Forschung zu verstehen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der autoethnografische Tagebucheinträge und leitfadengestützte Interviews mit sechs Probanden kombiniert.
Der Hauptteil beschreibt detailliert die ethnografischen Alltagspraxen (Morgenroutine, Kleidung, Arbeitsplatz, Pausen, Feierabend) und diskutiert diese als rituelle Prozesse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Liminalität, Übergangsrituale, Homeoffice, Alltagspraxis und Raum-Zeit-Verhältnisse definieren.
Die Arbeit stellt fest, dass durch den fehlenden räumlichen Wechsel (Büro verlassen) der Übergang in die Freizeit erschwert wird, was die Etablierung neuer, ritueller Feierabend-Praktiken notwendig macht.
Die Privatsphäre erfährt durch die Integration beruflicher Tätigkeiten eine Erosion, da der Wohnraum nun als Arbeitsfeld dient und neue Aushandlungsprozesse bezüglich Sichtbarkeit und Rückzug erfordert.
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