Examensarbeit, 1995
70 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Lakoffs These der gleichen Konzeptualisierung von Anger und Lust
2.1. Das Problem der Kausalität zwischen Sprachgebrauch, Konzeptualisierung, Denken, Verhalten und Kultur
2.1.1. Das konzeptuelle System beeinflußt die Sprache
2.1.2. Die Sprache beeinflußt das konzeptuelle System
2.1.3. Die Rolle der Kultur bei der Herausbildung des konzeptuellen Systems
2.1.4. Die Bedeutung von Kultur und Genetik für die Konzeptualisierung von Liebe
2.2. Gründe für eine Untersuchung der Universalität der Metaphorik von Liebe und Aggression
2.3. Zusammenfassung
3. Die Metaphorisierung von Aggression und Liebe im Englischen, Deutschen und einigen anderen Sprachen
Das prototypische Szenario für Aggression und Liebe
3.1.1.1. AGGRESSION IST HITZE
3.1.1.2. LIEBE IST HITZE
3.1.2.1. AGGRESSION IST FEUER
3.1.2.2. LIEBE IST FEUER
3.1.3.1. AGGRESSION IST DRUCK IN EINEM BEHÄLTER
3.1.4. AGGRESSION (LIEBE) IST HITZE - Weitere Sprachen
3.2.1.1. AGGRESSION IST EIN GEGNER (EINE NATURGEWALT)
3.2.1.2. LIEBE IST EIN GEGNER (EINE NATURGEWALT)
3.2.2.1. DAS OBJEKT DER AGGRESSION IST EIN GEGNER
3.2.2.2. DAS OBJEKT DER LIEBE IST EIN GEGNER
3.2.3. AGGRESSION (LIEBE) IST EIN GEGNER - Weitere Sprachen
3.3.1.1. AGGRESSION IST EIN TIER
3.3.1.2. LIEBE IST EIN TIER
3.3.2.1. DER AGGRESSIVE MENSCH IST EIN TIER
3.3.2.2. DER VERLIEBTE MENSCH IST EIN TIER
3.3.3. AGGRESSION (LIEBE) IST EIN TIER - Weitere Sprachen
3.4.1.1. AGGRESSION IST KRANKHEIT
3.4.1.2. LIEBE IST KRANKHEIT
3.4.2.1. AGGRESSION IST VERRÜCKTHEIT
3.4.2.2. LIEBE IST VERRÜCKTHEIT
3.4.3. AGGRESSION (LIEBE) IST KRANKHEIT ODER VERRÜCKTHEIT - Weitere Sprachen
3.5.1. AGGRESSION IST HUNGER
3.5.2. LIEBE IST HUNGER
3.5.3. AGGRESSION (LIEBE) IST HUNGER - Weitere Sprachen
3.6. Die Universalität des Phänomens der gleichen Metaphorisierung von Aggression und Liebe
Tabelle 1
Tabelle 2
4. Aggression und Liebe aus biologischer und ethologischer Sicht
4.1. Liebe als phylogenetisches Kind der Aggression
4.2. Das Verhältnis von Liebe und Sexualität zur Gewalt
4.3. Der Zusammenhang zwischen Evolution und Sprache
4.4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Metaphorisierung der Gefühlsbereiche Aggression und Liebe im Englischen, Deutschen und weiteren Sprachen, um zu prüfen, ob bestimmte Metaphernmuster sprachliche Universalien darstellen oder von soziokulturellen Kontexten abhängen.
3.1.1.1. AGGRESSION IST HITZE
Englisch:
- to go all hot
- to get hot under the collar
- "When he was hottest in his ire" (Gower, OED)
- to lose one's cool
- to keep cool
- hothead
- heated argument
- heat (angry dispute) - "to keep alive heats and animosities" (Wellington, OED)
Deutsch:
- in Hitze geraten
- ein hitziger Jüngling (Maaler, GF)
- heißes Blut haben, heißblütig sein
- jn. heiß machen - Das macht mich nicht heiß!
- einen kühlen Kopf bewahren
- sein Mütchen an jm. kühlen (SCH)
- Hitzkopf, Heißkopf (Goethe, GF)
- Heißsporn
- heißer Krieg
- in der Hitze des Gefechts
Das Deutsche weist hier die gleiche Metaphernstruktur auf wie das Englische. Das Phänomen Aggression selbst wird als Hitze konzipiert: "to go all hot", "in Hitze geraten". Ebenso wird die aggressive Person selbst metonymisch mit Hitze gleichgestellt: "hothead", "Hitzkopf". Auch der aggressive Akt ist heiß: "heated argument", "heißer Krieg".
1. Einleitung: Definiert das Hauptanliegen der Arbeit, den Vergleich der Metaphorisierung von Aggression und Liebe in verschiedenen Sprachen zur Prüfung universaler Muster.
2. Lakoffs These der gleichen Konzeptualisierung von Anger und Lust: Erläutert Lakoffs Annahme, dass im Englischen Aggression und Liebe ähnlich metaphorisiert werden und diskutiert die Kausalität zwischen Sprache und Denken.
3. Die Metaphorisierung von Aggression und Liebe im Englischen, Deutschen und einigen anderen Sprachen: Dieser Hauptteil stellt eine Vielzahl an Metaphern aus fünf verschiedenen Bereichen (domains) gegenüber und vergleicht diese über 15 Sprachen hinweg.
4. Aggression und Liebe aus biologischer und ethologischer Sicht: Untersucht die phylogenetischen und biologischen Hintergründe der engen Verbindung zwischen Aggression und Liebe.
Aggression, Liebe, Metaphorisierung, Konzeptualisierung, Sprache, Kultur, Biologie, Universalität, Denken, Emotionen, Phallus, Hitze, Krieg, Verhalten, Anthropologie.
Die Arbeit analysiert die Ähnlichkeiten und Unterschiede in der bildhaften Sprache (Metaphorisierung) von Aggression und Liebe in verschiedenen Sprachen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen Sprache, Denken, Kultur, Biologie und der kognitiven Konzeptualisierung von Gefühlen.
Es wird untersucht, ob Metaphernmuster für Aggression und Liebe sprachliche Universalien sind, die auf biologischen Grundlagen beruhen, oder ob sie kulturspezifisch geprägt sind.
Der Autor führt eine linguistische Vergleichsanalyse durch, gestützt auf einsprachige und phraseologische Wörterbücher sowie Literaturquellen aus verschiedenen Sprachen und Kulturbereichen.
Im Hauptteil werden fünf konzeptuelle Oberbereiche (domains) definiert: Hitze, Gegner/Naturgewalt, Tier, Krankheit/Verrücktheit und Hunger, anhand derer die Metaphorik in 15 Sprachen kategorisiert und verglichen wird.
Zentrale Begriffe sind Metaphorisierung, Universalität, konzeptuelle Strukturen, Aggression, Liebe, Kausalität sowie biologisch-ethologische Dispositionen.
Hitze dient in den untersuchten Sprachen sowohl für Aggression als auch für Liebe als Metapher, was auf eine gemeinsame physiologische Grundlage (erhöhte Körpertemperatur) hindeutet.
Diese Metaphern veranschaulichen den Kontrollverlust über das eigene Handeln, bei dem der aggressive Mensch als „verrückt“ oder der Zustand als „krankhaft“ (z.B. Tollwut) beschrieben wird.
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