Bachelorarbeit, 2008
44 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Einführung: Wer kennt im Jahr 2008 noch die Friedensfahrt?
1 Friedensfahrt – ein Überblick
1.1 Entstehung
1.1.1 Zeitpunkt der Fahrt
1.1.2 Symbol der Fahrt: Picassos Friedenstaube
1.1.3 Gründe für die Entstehung
1.1.3.1 Wunsch nach Frieden und Einheit
1.1.3.2 Planerfüllung und Freundschaft zum Ostblock
1.1.3.3 Vergleich mit kapitalistischen Ländern
1.2 Organisation der Fahrt
1.2.1 Organisation innerhalb der DDR
1.2.2 Meinungen zur Organisation
1.2.3 Finanzierung des Radrennens
1.3 Bedeutung der Fahrt
1.3.1 Sportlicher Wert
1.3.2 Ein Fest für den Frieden
1.3.3 Politischer Wert
2 Radfahren im Spiegel der Politik
2.1 1948-1951: Die ersten Jahre
2.2 1952: Ein neuer Mitorganisator
2.3 1953: Erste Erfolge stellen sich ein
2.4 1954-1968: Die Fahrt im Zeichen der Politik Ulbrichts
2.5 1969: Erste Krise dank dem „Prager Frühling“
2.6 1970-1985: Die Jahre unter Honecker
2.7 1986: Sportler im radioaktiven Regen
2.8 1987-2007: Die Wende verheißt nichts Gutes
3 Täve – Ausnahmesportler oder Instrument der DDR-Propaganda?
4 Fazit und Gedanken zur Zukunft der Friedensfahrt
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der Friedensfahrt und der Politik der DDR. Dabei wird analysiert, inwieweit das internationale Radrennen als Instrument zur politischen Imagepflege, Systemdemonstration und Massenmobilisierung genutzt wurde und welche Rolle der Radsportler Gustav-Adolf Schur („Täve“) als Vorbildfigur der SED-Ideologie einnahm.
1.1.3.1 Wunsch nach Frieden und Einheit
Ganz offiziell lautete der Grund für die Durchführung des Radrennens, dass man „mit der Fahrt einen Beitrag zur weltweiten Friedenssicherung leisten“ wollte. Entsprechend las sich auch der erste Paragraph des Regelwerks der Friedensfahrt, hier beispielhaft aus dem Jahr 1975: „Die Friedensfahrt verbindet den sportlichen Wettkampf mit dem gemeinsamen Streben der Völker, den Weltfrieden zu festigen und die friedliche Koexistenz zur Grundlage der Beziehungen zwischen Staaten verschiedener Gesellschaftsordnungen zu machen. Sie demonstriert die Entschlossenheit aller Teilnehmer, für dauerhaften Frieden, Sicherheit und Zusammenarbeit der Völker einzutreten.“
Den Athleten kam hierbei die Aufgabe, zu als Vorbilder für die ganze Nation zu fungieren. Sie sollten mit ihrer Teilnahme die Völkerverständigung fördern und sich so für die Wahrung des Friedens einsetzen. Etwaige noch bestehende Feindseligkeiten sollten durch sie abgebaut werden, und darüber hinaus bezweckte man eine „Eintracht unter den slawischen Völkern zu stiften“.
Sehr wichtig erschien es hier, vor allem in Berichten aus der DDR, ein Wir-Gefühl zu schaffen. Denn die Fahrer waren zwar die „Boten des Friedens“, doch sie kämpften Seite an Seite mit den Werktätigen um die Erhaltung des Friedens. Somit war also die ganze Bevölkerung aufgefordert, ja sogar verpflichtet, in diesem Kampf mitzuwirken.
1 Friedensfahrt – ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die organisatorische Struktur und die vielfältige Bedeutung des Rennens im Kontext des Ostblocks.
2 Radfahren im Spiegel der Politik: Der Hauptteil analysiert chronologisch die politische Instrumentalisierung des Rennens, beginnend bei den Anfangsjahren bis hin zum Einfluss der Wende auf das sportliche Event.
3 Täve – Ausnahmesportler oder Instrument der DDR-Propaganda?: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle von Gustav-Adolf Schur als identitätsstiftende Figur und Vorzeigesportler im DDR-System.
4 Fazit und Gedanken zur Zukunft der Friedensfahrt: Das Fazit fasst die politische Funktion des Rennens zusammen und reflektiert die Transformation sowie den Rückgang der Bedeutung des Events nach 1990.
Friedensfahrt, DDR, Radsport, SED, Politik, Sozialismus, Propaganda, Gustav-Adolf Schur, Täve, Völkerfreundschaft, Ostblock, Kalter Krieg, Sportpolitik, Ideologie, Wiedervereinigung.
Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der Friedensfahrt als sportliches und zugleich politisch instrumentalisiertes Ereignis in der ehemaligen DDR.
Die zentralen Schwerpunkte sind die Entstehung des Rennens, dessen Rolle in der DDR-Außenpolitik, die Funktion als Propagandainstrument und die Entwicklung nach der Wende.
Ziel ist es zu hinterfragen, wie stark die sportliche Veranstaltung tatsächlich von der Politik der SED beeinflusst und zur Systemlegitimation genutzt wurde.
Die Autorin stützt sich auf eine chronologische Analyse, die primär auf Berichten und Dokumenten aus der ehemaligen DDR basiert.
Der Hauptteil widmet sich in einer chronologischen Analyse der Entwicklung des Rennens von 1948 bis 2007, unterbrochen durch kritische Ereignisse wie den Prager Frühling und die Tschernobyl-Katastrophe.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemwettbewerb, Sportpropaganda, Kollektivgefühl und die Transformation des ostdeutschen Sports definieren.
Die Berichterstattung war eng an die politische Parteilinie gebunden, wobei Erfolge der eigenen Sportler zur Demonstration der Systemüberlegenheit genutzt und kritische Vorfälle meist verschwiegen wurden.
Schur fungiert als Fallbeispiel für die Instrumentalisierung des Sports; er war das populäre, staatsloyale Idol, an dem sich die SED-Führung als „Musterschüler“ orientieren konnte.
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