Examensarbeit, 2021
247 Seiten, Note: 2,5
1 Das Medium Bilderbuch im Literaturunterricht
1.1 Qualitätskriterien von Bilderbüchern
1.2 Beitrag von Bilderbüchern zur Grundbildung
1.2.1 Early literacy
1.2.2 Verbal literacy
1.2.3 Visual literacy
1.2.4 Literary literacy
1.2.5 Media literacy
1.2.6 Social literacy
2 Ganzheitliches Lernen durch Bilderbücher
2.1 Literale Erfahrungen durch Vernetzung der Kompetenzbereiche
2.1.1 Geförderte literacy-Konzepte in Bilderbüchern
2.1.2 Literarischen Lernen in den Kompetenzbereichen der Bildungspläne
2.2 Ganzheitliches Lernen durch die Berücksichtigung der Lerntypen
3 Umsetzung ganzheitlicher Literaturerfahrung durch den Handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht
3.1 Chancen und Grenzen des HPU
3.2 Kompetenzbereichsvernetzung durch HPU-Verfahren
4 Kompetenzbereichsvernetzende Unterrichtseinheit am Beispiel des Bilderbuchs „Das rote Paket“
4.1 Verortung der kompetenzbereichsvernetzten Lernziele im Kernlehrplan
4.2 Themen-Übersicht der kompetenzbereichsvernetzten Unterrichtseinheit
4.3 Methodisch-didaktische Analyse: Ganzheitliches Lernen durch den medialen Transfer von Bilderbüchern zu Filmen
4.3.1 Methodisch-didaktische Ausführung der Unterrichtseinheit
4.3.2 Schülerorientierung durch Differenzierung
4.4 Weiterführende thematische Anknüpfungspunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern für einen nachhaltigen Literaturunterricht in der Primarstufe, indem sie ein ganzheitliches, kompetenzvernetzendes Lernmodell entwirft und anhand einer konkreten Unterrichtseinheit zum Bilderbuch „Das rote Paket“ praxisnah aufbereitet.
Die Kombination aus Bild und Text
Das zentrale Charakteristikum eines Bilderbuchs stellt jedoch in allen Forschungsperspektiven, die Kombination aus Bild und Text sowie deren verschiedenen Wechselwirkungen dar. Diese unterschiedlichen Formen gegenseitiger Einflussnahme auf die Erzählung durch den Bild- und Schrifttext, auch Bild-Text-Interdependenzen genannt, können nach unterschiedlichen Taxonomien klassifiziert werden (vgl. Übersicht in Staiger 2019a: 22). Dabei gilt der Systematisierungsversuch von Nikolajeva und Scott (2006) als differenziert und übersichtlich, da dieser bestehenden Taxonomien aufgreift und zu fünf Abstufungen weiterentwickelt (vgl. Staiger 2019a: 21-22). Bild und Schrifttext stehen in der ersten Abstufung in einem symmetrischen Verhältnis, wenn sich die Informationen aus Bild und Text zu großen Teilen doppeln (vgl. Nikolajeva & Scott 2006: 14), folglich gegenseitig redundant für das Verständnis der Erzählung sind.
Der Aussagegehalt kann minimal bis signifikant in den jeweiligen Zeichensystemen des Bild- und Schrifttexts angereichert werden, sodass sich unterschiedliche Grade ergeben, in denen sich die Aussagen des Bild- und Schrifttexts durch Informationsanreicherung gegenseitig ergänzen (vgl. Staiger 2019a: 22). Während der erste Auszug (vgl. Abb.1) aus dem Bilderbuch „Wo gehst du hin, Opa?“ (Endres & Schulze 2018) ein symmetrisches Bild-Text-Verhältnis aufweist, füllen die Bilder in Abb.2 die literarische Leerstelle der Vorstellung der Protagonistin mit Informationen aus und erzählen dadurch weitere Geschichten. Damit wird die ausschließlich unterstützende Funktion von Bild- und Schrifttext zugunsten einer wechselseitigen Korrespondenz und Informationsanreicherung überwunden.
1 Das Medium Bilderbuch im Literaturunterricht: Dieses Kapitel definiert Bilderbücher als komplexe Bild-Text-Medien und erarbeitet Qualitätskriterien sowie deren Beitrag zur grundlegenden Bildung, einschließlich verschiedener Literacy-Konzepte.
2 Ganzheitliches Lernen durch Bilderbücher: Es wird analysiert, wie Bilderbücher durch die Vernetzung von Kompetenzbereichen und die Berücksichtigung unterschiedlicher Lerntypen ganzheitliche Lernsettings unterstützen.
3 Umsetzung ganzheitlicher Literaturerfahrung durch den Handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht: Dieser Abschnitt erläutert das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts (HPU), seine Chancen und seine Eignung zur Vernetzung im Bilderbuchunterricht.
4 Kompetenzbereichsvernetzende Unterrichtseinheit am Beispiel des Bilderbuchs „Das rote Paket“: Das letzte Kapitel bietet eine praktische Anwendung, indem es eine detaillierte Unterrichtseinheit inklusive methodisch-didaktischer Analyse und Differenzierungsmöglichkeiten für das gewählte Bilderbuch ausarbeitet.
Bilderbuch, Literaturunterricht, Ganzheitliches Lernen, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Kompetenzvernetzung, Primarstufe, Literacy, Literaturrezeption, Medienverbund, Leseförderung, Sprachproduktion, Narrativik, Bild-Text-Interdependenz, Unterrichtseinheit, Schülerorientierung.
Die Arbeit untersucht, wie Bilderbücher im Deutschunterricht der Primarstufe eingesetzt werden können, um nachhaltige Lernprozesse durch ganzheitliche Lernsettings zu fördern.
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Analyse von Bilderbüchern, die Bedeutung verschiedener Literacy-Konzepte (wie Early oder Visual Literacy), das ganzheitliche Lernen und der HPU-Ansatz.
Das Ziel ist es, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten an Bilderbüchern zu konstruieren, die ein ganzheitliches Literaturerleben ermöglichen und erworbene Lerninhalte nachhaltig im Gedächtnis sichern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und verknüpft diese mit der didaktischen Planung und Ausarbeitung einer exemplarischen Unterrichtseinheit.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Bilderbucheinsatzes, die Analyse von Lernsettings und die praktische Umsetzung einer Unterrichtsreihe zum Bilderbuch „Das rote Paket“ mit Fokus auf den medialen Transfer zum Film.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bilderbuch, Ganzheitliches Lernen, Kompetenzvernetzung, HPU und Literaturdidaktik charakterisiert.
Der Transfer ermöglicht den Schülern, den Prozesscharakter literarischer Arbeit zu verstehen, verschiedene Informationskanäle zu nutzen und durch die aktive Gestaltung ihr Verständnis der Bild-Text-Interdependenzen zu vertiefen.
Unterschiedliche Lerntypen benötigen verschiedene Zugänge zum Lerngegenstand. Eine Berücksichtigung stellt sicher, dass alle Schüler optimal gefördert werden und das Lernsetting ihre Konzentration und Motivation steigert.
Leerstellen sind offene Deutungsspielräume im Bilderbuch, die von den Schülern durch eigene Vorstellungen und Erfahrungen gefüllt werden müssen, was eine aktive Sinnkonstruktion und Interpretation fördert.
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