Bachelorarbeit, 2006
60 Seiten, Note: 5.5 (CH)
1. Einleitung
2. Der akteurzentrierte Institutionalismus
3. Gemeindefusionen: Grundsätzliche Argumente für und gegen Gemeindezusammenschlüsse
3.1 Optimale Gemeindegrösse
3.2 Ökonomische Argumente
3.3 Demokratieargumente
3.4 Verteilungsargumente
3.5 Entwicklungsargument
3.6 Studien zur Wichtigkeit von Gemeindefusionen
3.7 Zwischenfazit
4. Einflussfaktoren einer Gemeindefusion
4.1 Ökonomische Faktoren
4.1.1 Steuerunterschiede
4.1.2 Verschuldungsgrad
4.1.3 Effizienzfaktoren
4.1.4 Verfügbare Infrastrukturen und Kapazitäten
4.2 Kulturelle Faktoren
4.2.1 Vereinsleben
4.2.2 Kirchgemeinden
4.3 Geschichtliche Faktoren
4.3.1 Vergangenheitsgeschichte
4.3.2 Raumplanerische Entwicklung (Bevölkerungs- und Dienstleistungszentren)
4.4 Politische Faktoren
4.4.1 Bereits stattfindende interkommunale Zusammenarbeit
4.4.2 Auslöser / Initianten von Fusionsprojekten
4.4.3 Politische Parteien
4.4.4 Exekutive
4.4.5 Verwaltung
4.4.6 Kommissionen
4.4.7 Ortsbürger
4.4.8 Bürger/innen
4.5 Kantonale Unterstützungsfaktoren / Externe Beratung
4.5.1 Finanzielle Unterstützung
4.5.2 Rechtliche und politische Unterstützung durch Kanton und Externe
5. Zustandekommen einer Gemeindefusion am Beispiel Ober- und Unterehrendingen
5.1 Einführendes zu Ehrendingen
5.1.1 Oberehrendingen
5.1.2 Unterehrendingen
5.2 Ökonomische Faktoren
5.2.1 Steuerunterschied
5.2.2 Verschuldungsgrad
5.2.3 Effizienzsteigerungen
5.2.4 Verfügbare Kapazitäten und Infrastrukturen
5.3 Kulturelle Faktoren
5.3.1 Vereinsleben
5.3.2 Kirchgemeinden
5.4 Geschichtliche Faktoren
5.4.1 Vergangenheitsgeschichte
5.4.2 Raumplanerische Entwicklung (Bevölkerungs- und Dienstleistungszenter)
5.5 Politische Faktoren
5.5.1 Bereits stattfindende interkommunale Zusammenarbeit
5.5.2 Auslöser/Initiant von Fusionen
5.5.3 Politische Parteien
5.5.4 Politische Kultur
5.5.5 Exekutive
5.5.6 Verwaltung
5.5.7 Kommissionen
5.5.8 Ortsbürger
5.5.9 Bevölkerung
5.6 Kantonale Unterstützungsfaktoren / Externe Beratung
5.6.1 Finanzielle Unterstützung
5.6.2 Rechtliche und politische Unterstützung durch Kanton und Externe
5.7. Zwischenfazit
6. Nicht Zustandekommen einer Gemeindefusion am Beispiel Nieder- und Oberrohrdorf
6.1 Einführendes zu Rohrdorf
6.1.1 Oberrohrdorf
6.1.2 Niederrohrdorf
6.2 Ökonomische Faktoren
6.2.1 Steuerunterschiede
6.2.2 Verschuldungsgrad
6.2.3 Effizienzsteigerungen
6.2.4 verfügbare Kapazitäten und Infrastrukturen
6.3 Kulturelle Faktoren
6.3.1 Vereinsleben
6.3.2 Kirchgemeinden
6.4 Geschichtliche Faktoren
6.4.1 Vergangenheitsgeschichte
6.4.2 Raumplanerische Entwicklung (Bevölkerungs- und Dienstleistungszentren)
6.5 Politische Faktoren
6.5.1 Bereits stattfindende interkommunale Zusammenarbeit
6.5.2 Auslöser / Initiant von Fusionen
6.5.3 Politische Parteien
6.5.4 Politische Kultur
6.5.5 Exekutive
6.5.6 Verwaltung
6.5.7 Kommissionen
6.5.8 Ortsbürger
6.5.9 Bürger/innen
6.6 Kantonale Unterstützungsfaktoren / externe Beratungen
6.6.1 Finanzielle Unterstützung
6.6.2 Rechtliche und politische Unterstützung durch Kanton und Externe
6.7 Zwischenfazit
7. Gegenüberstellung und Interpretation
7.1 Gegenüberstellung der Beispielsgemeinden
7.2 Handlungsfelder und Akteurskonstellationen welche eine Gemeindefusion positiv beeinflussen können
Die vorliegende Arbeit untersucht die entscheidenden Erfolgsfaktoren bei Gemeindefusionen. Das Hauptziel besteht darin, die komplexen Interaktionsformen, Akteurskonstellationen sowie Handlungs- und Entscheidungsmuster im politischen Prozess zu analysieren, um zu verstehen, warum Fusionsprojekte in einigen Gemeinden auf Zustimmung stoßen und in anderen scheitern.
2. Der akteurzentrierte Institutionalismus
Der akteurzentrierte Institutionalismus stellt ein handlungstheoretisches Instrumentarium bereit, welches geeignet ist, Dynamiken handelnden Zusammenwirkens und deren strukturelle Effekte auf einer gesellschaftlicher Ebene zu erfassen (Schimank, 2004, S.299).
Mayntz & Scharpf (1995, S.39) unterlegen diesem Ansatz bewusst keine gegenstandsbezogene inhaltliche Theorie, sondern wollen mit dem akteurzentrierten Institutionalismus lediglich eine Forschungsheuristik erstellen. Es handelt sich dabei gemäss Schimank (2004, S.292) weiterhin auch nicht um eine rundweg neue theoretische Perspektive, sondern um eine selektive Kombination von Komponenten unterschiedlicher bereits existierender sozialwissenschaftlicher Handlungstheorien, so werden gewichtige Anleihen beim Rational Choice sowie bei verschieden Spielarten des neuen Institutionalismus in der Politik-, Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften gemacht.
In diesem Sinne sollen nun die wesentlichen Elemente des akteurzentrierten Institutionalismus erläutert werden und es wird versucht, die verschiedenen Elemente auf eine Gemeindefusion zu subsumieren.
Akteure: Der akteurzentrierte Institutionalismus kennt Akteure als Ursprung und Träger des Handelns, anders als bei Luhmann, welcher jene letztlich als Fiktion auffasst (Schimank, 2004, S.293). Als zentrale Träger gesellschaftlicher Dynamiken begreift der akteurzentrierte Institutionalismus korporative Akteure, also im Wesentlichen formale Organisationen. Mayntz und Scharpf sehen so die moderne Gesellschaft als Organisationsgesellschaft in dem Sinne an, dass fast alle Gesellschaftsbereiche immer stärker durch Organisations- und Interorganisationszusammenhänge geprägt werden (Schimank, 2004, S.293).
Auf der Ebene der Gemeindefusion beziehungsweise der Kommunalpolitik kann ein Akteur eine an politischen Entscheidungen handelende beteiligte Person, oder Organisation sein. Zu den wichtigsten politischen Akteuren zählen die Parteien, Interessensgruppen, Regierung, Verwaltung, Behörden, vermutlich auch Ortsbürger und Vereine beziehungsweise Personen, die diese Organisationen vertreten.
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Ausgangslage der zahlreichen kleinen Gemeinden in der Schweiz und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Einflussfaktoren bei Gemeindefusionen.
2. Der akteurzentrierte Institutionalismus: Dieses Kapitel führt die theoretische Forschungsheuristik des akteurzentrierten Institutionalismus ein, um soziale Dynamiken und Interaktionsformen im Kontext von Fusionen erklärbar zu machen.
3. Gemeindefusionen: Grundsätzliche Argumente für und gegen Gemeindezusammenschlüsse: Hier werden die theoretischen Pro- und Contra-Argumente (ökonomisch, demokratisch, entwicklungsbezogen) gegenübergestellt, um die Komplexität der Thematik aufzuzeigen.
4. Einflussfaktoren einer Gemeindefusion: Dieses Kapitel systematisiert verschiedene Einflusskategorien wie ökonomische, kulturelle, geschichtliche und politische Faktoren sowie die Rolle kantonaler Unterstützung.
5. Zustandekommen einer Gemeindefusion am Beispiel Ober- und Unterehrendingen: Diese Fallstudie analysiert den erfolgreichen Fusionsprozess von Ehrendingen und bewertet die Wirkung der verschiedenen Einflussfaktoren in diesem speziellen Beispiel.
6. Nicht Zustandekommen einer Gemeindefusion am Beispiel Nieder- und Oberrohrdorf: Diese Fallstudie untersucht das Scheitern des Fusionsprojekts in Rohrdorf und identifiziert die Gründe für die Ablehnung durch die Bevölkerung.
7. Gegenüberstellung und Interpretation: Der abschließende Teil gewichtet die zuvor analysierten Faktoren und leitet daraus konkrete Handlungsfelder für zukünftige Fusionsbestrebungen ab.
Gemeindefusion, Erfolgsfaktoren, Kommunalpolitik, Akteurzentrierter Institutionalismus, Fusion, Verwaltungsreform, interkommunale Zusammenarbeit, Steuerfuss, Effizienzsteigerung, Gemeindeautonomie, politischer Prozess, Fallstudie, Schweiz, Aargau, Bürgerbeteiligung.
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die das Zustandekommen oder Scheitern einer Gemeindefusion beeinflussen, unter Anwendung des theoretischen Rahmens des akteurzentrierten Institutionalismus.
Die Arbeit deckt ökonomische, kulturelle, geschichtliche und politische Einflussfaktoren ab, die im Prozess eines Zusammenschlusses von Gemeinden eine Rolle spielen.
Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse von zwei Aargauer Praxisbeispielen aufzuzeigen, welche Akteure und Bedingungen für das Gelingen einer Gemeindefusion ausschlaggebend sind.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung, die auf Interviews mit den politischen Akteuren der betroffenen Gemeinden (Gemeindeammänner, Verwaltung, Fusionsgegner) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Systematisierung von Einflussfaktoren sowie detaillierte Fallstudien zu Ehrendingen und Rohrdorf, die abschließend interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind Gemeindefusion, Akteurkonstellationen, interkommunale Zusammenarbeit, politische Kultur und lokale Demokratie.
Die Fusion gelang, da Exekutive, Verwaltung und Vereine positiv hinter dem Projekt standen und die finanzielle Ausgangslage beider Dorfteile als vergleichbar wahrgenommen wurde.
Das Scheitern war primär auf finanzielle Bedenken zurückzuführen, insbesondere auf große Unterschiede bei Steuerfüßen und Verschuldung, sowie auf Ängste der Bevölkerung vor Identitäts- und Infrastrukturverlusten.
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