Doktorarbeit / Dissertation, 2003
167 Seiten, Note: 1
EINLEITUNG
1. ZUSAMMENHÄNGE DER WEITEREN BETRACHTUNG
1.1. Gedanken zum Vertrauensbegriff
1.2. Zum Gegenstand der Arbeit
2. DAS VERHÄLTNIS VON RECHT UND ÖKONOMIE
2.1. Parallelen zweier Disziplinen
2.2. Effizienzkriterien in Recht und Ökonomie
3. DIE ENTWICKLUNG DER ÖKONOMISCHEN ANALYSE DES RECHTS
4. ABSICHERUNG VON VERTRAUEN DURCH DAS RECHT
4.1. Optimale Ressourcenallokation als Ziel
4.2. Grundgedanken der Spieltheorie
4.3. Erste Anwendung: der Kreditkauf
4.4. Verfügungsrechte als Grundlage des Wirtschaftens
4.5. Zur Bedeutung der „Rechtsallokation“ durch die Gesetzgebung
4.6. Recht als Anreizstruktur zum Vertrauensschutz
SPEZIALPROBLEME DES VERTRAGSRECHTS
1. ÖKONOMIE IM VERTRAGSRECHT
1.1. Prinzipien des Vertragsrechts
1.2. Verstärkung von Vertragspflichten
1.3. Leistungsstörungen und Erlöschen der Schuld
1.4. Dispositives Vertragsrecht zur Einsparung von Transaktionskosten
1.5. Ökonomischer Wert der Vertragstreue
1.6. ... und der Anpassungsfähigkeit
2. DIE KONVENTIONALSTRAFE ALS SICHERUNGSMECHANISMUS
2.1. Überblick zum Meinungsstand
2.2. Modellaufbau der eigenen Analyse
2.3. Wirkung auf die Zuverlässigkeit
2.4. Auswirkungen auf den Preis
2.5. Ergebnis
3. VERGLEICH VON QUALITÄTSSIGNALEN
3.1. Qualitätssignale als Teil des Marketings
3.2. Hintergrund und Modellannahmen
3.3. Einsatz von Garantien
3.4. Werbung als Information?
3.5. Nochmals zur Werbung: Auswirkungen eines längeren Zeithorizonts
3.6. Implikationen
4. AUSWIRKUNGEN DER REFORM DES GEWÄHRLEISTUNGSRECHTS
4.1. Begriffsabgrenzung und Gesetzeslage
4.2. Ökonomische Vorbemerkung
4.3. Informationsverluste aufgrund zwingender Gewährleistungsfristen
4.4. Verhinderte Transaktionen
4.5. Ausschluss von Produzenten
4.6. Würdigung der Teilergebnisse
DIE “NEW ECONOMY” UND DAS RECHT
1. ENTWICKLUNG DES E-BUSINESS
1.1. Allgemeine Beobachtungen
1.2. Arten elektronischen Wirtschaftens
1.3. Praktische Bedeutung & offene Fragen
2. GRUNDPFEILER DER „NEUEN“ ÖKONOMIE: FOLGT DIE WIRTSCHAFT NEUEN REGELN?
2.1. Besonderheiten von Informationsgütern
2.2. Wachsende Skalenerträge
2.3. Netzwerkeffekt
2.4. Lock-In
3. NEUE STRATEGIEN IM MARKETING
3.1. „Follow-the-free“
3.2. „Versioning“
3.3. „Bundling“
3.4. „Branding“
3.5. Zusammenhänge
4. NEUE RECHTSVORSCHRIFTEN ALS BASIS NOTWENDIGEN VERTRAUENS
5. KONSUMENTENVERHALTEN IM E-BUSINESS
5.1. Kaufentscheidungsprozesse allgemein
5.2. Kundenbindung im Internet?
5.3. Empirische Untersuchung
5.4. Conclusio aus der Befragung
6. UNSICHERHEITEN BEI VIRTUELLEN UNTERNEHMEN
6.1. Definition und zentrale Eigenschaften
6.2. Offene Rechtsfragen
6.3. Weitere Schwierigkeiten: Technik, Führung & Vertrauen
ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die fundamentale Rolle von Vertrauen im Vertragsrecht und in der neuen digitalen Ökonomie (E-Business) zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie rechtliche Rahmenbedingungen Vertrauen absichern können, um so effiziente Marktprozesse und Investitionen zu fördern, die ansonsten aufgrund von Unsicherheit oder opportunistischem Verhalten ausbleiben könnten.
1.1. Gedanken zum Vertrauensbegriff
Der Begriff des Vertrauens weist keine klaren Konturen auf. Er wird deshalb ganz unterschiedlich verwendet und verstanden. (Wiegand 1994, S. 183) Shapiro (1987, S. 623) spricht sogar von einem verwirrenden Potpourri von Definitionen. Und Husted (1990, S. 24) meint, dass die Definition von Vertrauen deswegen problematisch ist, da es derartig viele Zugänge zu diesem Konzept gibt. Dem kann man nur zustimmen, wenn man daran denkt, dass sich so unterschiedliche Disziplinen wie Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Philosophie, Anthropologie, Ethik und Management ausführlicher mit dem Begriff „Vertrauen“ beschäftigen und natürlich jede Richtung andere Aspekte hervorhebt.
In der Umgangssprache versteht man unter Vertrauen eine Annahme über die Verlässlichkeit gewisser Eigenschaften einer Person oder Sache. Wir beschäftigen uns in der weiteren Folge jedoch nur mit dem persönlichen Vertrauen. Darunter ist das Vertrauen zu verstehen, das ein Vertrauensgeber in eine konkrete andere Person, den Vertrauensempfänger, setzt. (Schmidtchen 1994) Allgemeinvertrauen, also Vertrauen in andere (unbekannte) Menschen oder in Institutionen, Systeme, Sachen oder Vertrauen auf eine "Ordnung in den Dingen", war hier nicht Gegenstand der Untersuchung.
Beim persönlichen Vertrauen müssen wiederum zwei Ansatzpunkte unterschieden werden, nämlich Vertrauen in die Fähigkeiten einer Person, eine bestimmte Leistung zu erbringen (dazu gehört auch die Fähigkeit, ein Recht zu übertragen) und der Wille, d.h. die Motivation, dies auch zu tun. Erneut werden wir wiederum nur einen dieser Punkte betrachten, nämlich den zweiten Aspekt.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Vertrauensbegriff aus interdisziplinärer Sicht und stellt die ökonomische Analyse des Rechts als zentrale Methode vor.
SPEZIALPROBLEME DES VERTRAGSRECHTS: Dieses Hauptteilkapitel untersucht vertragsrechtliche Prinzipien sowie Sicherungsmechanismen wie Konventionalstrafen und Qualitätssignale im Kontext des Gewährleistungsrechts.
DIE “NEW ECONOMY” UND DAS RECHT: Dieser Teil analysiert die ökonomischen Besonderheiten des E-Business und diskutiert die notwendigen rechtlichen Grundlagen für Vertrauen in digitalen Märkten.
Vertrauen, Vertragsrecht, Ökonomische Analyse des Rechts, E-Business, Konsumentenverhalten, Konventionalstrafe, Qualitätssignale, Gewährleistungsrecht, Netzwerkeffekte, Lock-in, Virtuelle Unternehmungen, Haftungsmodelle, Informationsgüter, Privatautonomie, Spieltheorie.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Vertrauen als essentielle Basis für wirtschaftliche Transaktionen im Vertragsrecht und speziell im E-Business.
Die Arbeit behandelt die ökonomische Analyse des Rechts, Mechanismen zur Sicherung von Vertragspflichten, die Rolle von Qualitätssignalen sowie das Verhalten von Konsumenten und die rechtlichen Herausforderungen in der „New Economy“.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Recht durch Anreizstrukturen Vertrauen sichern kann, um effiziente Güteraustauschprozesse zu ermöglichen, die bei Vertrauensmangel zum Erliegen kämen.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die „ökonomische Analyse des Rechts“ (Law & Economics), um Rechtsnormen und rechtliche Einrichtungen auf ihre Anreizwirkungen und Effizienz hin zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Betrachtung des allgemeinen Vertragsrechts (inkl. Konventionalstrafen und Gewährleistung) sowie eine Analyse der E-Business-Ökonomie (inkl. Netzwerkeffekten und virtuellem Unternehmen).
Wesentliche Begriffe sind Vertrauen, Transaktionskosten, Effizienz, Qualitätssignale, Gewährleistungsreform, Netzwerkeffekte und virtuelle Unternehmungen.
Der Autor argumentiert, dass die Reform zwar die Qualität fördern kann, aber durch die längere Haftungsdauer Produzenten niedriger Qualität aus dem Markt drängt, was die Vielfalt einschränkt.
Das Hauptproblem liegt in der „Greifbarkeit“ dieser Organisationen; da sie oft keine eigenständigen Ressourcen besitzen, wird eine Solidarhaftung diskutiert, um den Konsumenten zu schützen.
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