Masterarbeit, 2022
133 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kinder psychisch erkrankter Eltern
2.1 Stand der Forschung
2.2 Lebenswelten von Kindern psychisch erkrankter Eltern
2.3 Risikofaktoren
2.4 Resilienzfaktoren
3. Bindungstheoretischer Hintergrund im Hinblick auf Kinder psychisch erkrankter Eltern
4. Introvision
4.1 Theorie mentaler Introferenz (TMI)
4.2 Theorie Subjektive Imperative (TSI)
4.3 Imperativverletzungskonflikte (IKV)
4.4 Konfliktumgehungsstrategien (KUS)
5. Forschung
5.1 Wahl der Methode
5.2 Das Imperativtheoretische Textanalyse-Verfahren (ITA)
5.3 Analyse Interview 1:
5.4 Analyse Interview 2
5.5 Analyse Interview 3
5.6 Zusammenführung der Ergebnisse
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswelten von Kindern psychisch erkrankter Eltern und analysiert, inwieweit das Aufwachsen mit einem solchen Elternteil die individuellen imperativischen Wahrnehmungsprozesse der Kinder beeinflusst. Dabei wird der Fokus auf die subjektive Erlebniswelt der Kinder und die psychologischen Auswirkungen gelegt, um krisenfestes Handeln zu fördern.
Die Lebenswelt von Kindern psychisch erkrankter Eltern
Kinder psychisch erkrankter Eltern wachsen unter besonderen Lebensbedingungen auf. „Das Zusammenleben mit psychisch erkrankten Eltern stellt für Kinder quantitativ und qualitativ ein beträchtliches Risikopotenzial für einen ungünstigen Entwicklungsverlauf dar“ (Lenz 2005, 17). So haben zum Beispiel Downey & Coyne (1990) eine Übersicht erstellt, aus der deutlich wird, dass Kinder psychisch erkrankter Eltern ein erhöhtes Risiko haben, selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln – damit bilden sie eine besondere psychiatrische Risikogruppe.
Befasst man sich mit dem Stand der Forschung, die sich mit Kindern psychisch erkrankter Eltern auseinandersetzt, wird man feststellen, dass sich das Thema in der Fachliteratur bis in die 1930er Jahre zurückverfolgen lässt (vgl. Mattejat/ Lenz/ Wiegand-Grefe 2011, 13). So haben sich in den 1950/60er Jahren Personen wie Sir Michael Rutter oder in den 1970er Jahren Peter Strunk und Helmut Remschmidt im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Kindern von depressiven und schizophrenen Patienten dem Thema gewidmet.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Lebenswelten von Kindern psychisch erkrankter Eltern für die pädagogische Arbeit und führt in die Forschungsfrage ein.
Kinder psychisch erkrankter Eltern: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Stand der Forschung, identifiziert Risikofaktoren sowie Schutzfaktoren und beschreibt die allgemeine Lebenssituation dieser Kinder.
Bindungstheoretischer Hintergrund im Hinblick auf Kinder psychisch erkrankter Eltern: Hier werden die Auswirkungen elterlicher Erkrankungen auf die Bindungsmuster von Kindern und die Bedeutung innerer Arbeitsmodelle erläutert.
Introvision: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Säulen der Introvision, insbesondere die Theorie mentaler Introferenz und die Theorie subjektiver Imperative, vor.
Forschung: Das umfangreiche Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, das ITA-Verfahren sowie die detaillierte Auswertung dreier Experten-Interviews und deren Ergebnissynthese.
Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Grenzen der Untersuchung und gibt Impulse für zukünftige Ansätze in Forschung und Praxis.
Kinder psychisch erkrankter Eltern, Introvision, Subjektive Imperative, Bindungstheorie, Imperativverletzungskonflikte, Konfliktumgehungsstrategien, Resilienz, Parentifizierung, Qualitative Forschung, Psychische Gesundheit, Familienhilfe, Belastungsfaktoren, Entwicklungspsychologie, Identitätsentwicklung, Mentale Introferenz.
Die Arbeit untersucht die subjektiven Wahrnehmungsprozesse von Kindern, die mit psychisch erkrankten Eltern aufgewachsen sind, und deren Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, der Pädagogik, der Bindungstheorie und der speziellen Methode der Introvision.
Ziel ist es zu erforschen, wie sich das Aufwachsen mit psychisch kranken Elternteilen auf die "imperativischen Wahrnehmungsprozesse" auswirkt und welche mentalen Konfliktstrukturen daraus entstehen.
Es wurde eine qualitative Forschung durchgeführt, die auf drei Experten-Interviews basiert, welche nach dem Imperativtheoretischen Textanalyse-Verfahren (ITA) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Introvision und Bindungsforschung sowie die detaillierte empirische Analyse der drei Interviews anhand des ITA-Verfahrens.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Introvision, subjektive Imperative, Parentifizierung und die spezifische Resilienz von Kindern aus hochbelasteten Familien.
Die Teilnehmerinnen beschreiben unterschiedliche familiäre Konstellationen (Vater mit Schizophrenie, Mutter mit manischen Depressionen oder Depressionen), was zu individuellen imperativischen Mustern geführt hat.
Diese Imperative fungieren als "Notfallprogramme" (z. B. "Ich muss mich schützen"), die in der Kindheit überlebenswichtig waren, im Erwachsenenalter jedoch zu inneren Konflikten führen können.
Die Arbeit betont, dass Kinder oft keine Unterstützung erhalten, da sie in der Klinikpraxis meist nicht als direkte Gesprächspartner vorgesehen sind, was die Notwendigkeit für präventive Angebote unterstreicht.
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