Magisterarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,3
I Theoretische Grundlagen und Überblick über den Forschungsstand
1. Einleitung
1.1 Thesen
1.2 Vorgehensweise
2. Phraseologische Grundbegriffe
2.1 Phraseolexeme – Kernbereich der Phraseologie
2.2 Eigenschaften
2.3 Modifikation versus Variation
2.4 Modifikationsarten
3. Allgemeines zur Pressesprache
3.1 Äußere Faktoren
3.2 Sprachliche Merkmale der DDR-Presse
4. Klassifikation von Pressetexten
4.1 Presse-Textsorten
4.2 Klassifikationen
4.3 Eigene Einteilung
II Analyse
1. Untersuchtes Textkorpus
2. Quantitative Analyse
2.1 Presse-Textsorten
2.2 Phraseolexeme
2.3 Modifikationen
3. Qualitative Analyse
3.1 Pressetexte von 1967
3.1.1 Häufig auftretende Phraseolexeme
3.1.2 Modifikationen
3.2 Pressetexte von 2007
3.2.1 Häufig auftretende Phraseolexeme
3.2.2 Modifikationen
3.3 Zusammenfassung
4. Problemfälle
5. Auswertung: Entwicklungstendenzen beim Gebrauch von Phraseolexemen
III Anhang
1. Übersicht der verwendeten Phraseolexeme in den Mai-Ausgaben der „Freien Presse“ von 1967 und 2007
2. Übersicht zu modifizierten Phraseolexemen
3. Auflistung der häufigsten Phraseolexeme
Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung des Gebrauchs von Phraseolexemen in der Tageszeitung „Freie Presse“ anhand eines Vergleichs der Mai-Ausgaben aus den Jahren 1967 und 2007. Ziel ist es, die quantitativen und qualitativen Veränderungen in der Verwendung dieser sprachlichen Phänomene vor dem Hintergrund der unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systeme von DDR und Bundesrepublik Deutschland zu analysieren.
3.2 Sprachliche Merkmale der DDR-Presse
Der Einfluss der Regierung auf die Presse in der DDR beschränkte sich wie angedeutet nicht nur auf die Themenauswahl der Artikel, sondern erfasste auch deren sprachliche Realisierung. Um die Entwicklung des Phraseolexem-Gebrauchs in Pressetexten später richtig einordnen zu können, ist an dieser Stelle unabdingbar, auf die sprachlichen Besonderheiten, die Zeitungstexte aus DDR-Zeiten von denen der Gegenwart unterscheiden, einzugehen. Mit der Wende 1989 ging ein Wechsel der politischen Systeme einher, von denen auch die deutsche Sprache nicht unberührt blieb. Ulla FIX stellt fest:
„Vor den Augen und Ohren der Betroffenen, von ihnen mitvollzogen und zum Teil auch reflektiert, lief ein Sprach- und Sprachgebrauchswandel ab, wie man ihn in der Regel, da ein solcher Wandel normalerweise schleichend vor sich geht, sonst nicht beobachten kann. Der nun stattfindende Prozess dagegen vollzog sich sehr schnell und umfassend.“ (Fix 1998, IX)
In gewissem Maße betrafen die durch Mauerfall verursachten Veränderungen im Sprachgebrauch zwar beide Seiten Deutschlands (schon allein wegen des plötzlichen ungehinderten Kontakts zwischen Sprechern aus Ost und West). Aber durch die Einführung eines völlig neuen politischen Systems in den neuen Bundesländern, machte sich dieser Wandel auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ungleich stärker bemerkbar. Gemeint ist hierbei weniger die Alltagssprache „des Volkes“, sondern die öffentliche Kommunikation. Diese war in der DDR einer strengen Ritualität unterworfen. Fix weist darauf hin, dass Ritualität generell eine „stabilitätssichernde Funktion für politische Systeme“ (Fix 1998, X) besitzt, sie aber nicht in allen Systemen gleichermaßen eingesetzt wird.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Thesen der Arbeit vor und erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der diachronen Sprachveränderungen.
2. Phraseologische Grundbegriffe: Hier werden theoretische Grundlagen zu Phraseolexemen, ihren Eigenschaften und den verschiedenen Arten der Modifikation (im Gegensatz zur Variation) definiert.
3. Allgemeines zur Pressesprache: Das Kapitel beleuchtet die äußeren Faktoren, wie den Einfluss der SED auf die Presse, und die daraus resultierenden sprachlichen Merkmale in der DDR-Presse.
4. Klassifikation von Pressetexten: Es werden verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Einteilung von Pressetextsorten vorgestellt, um eine fundierte Grundlage für das untersuchte Korpus zu bilden.
1. Untersuchtes Textkorpus: In diesem Kapitel wird das Untersuchungsobjekt „Freie Presse“ definiert und die Auswahl der Textausgaben aus den Jahren 1967 und 2007 begründet.
2. Quantitative Analyse: Hier wird die Häufigkeit und Verteilung der Phraseolexeme in den ausgewählten Textsorten statistisch ausgewertet und gegenübergestellt.
3. Qualitative Analyse: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten inhaltlichen Untersuchung besonders häufig auftretender Phraseolexeme und der Art ihrer Modifikationen in beiden untersuchten Zeiträumen.
4. Problemfälle: Das Kapitel diskutiert methodische Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von Phraseolexemen und den Übergangsbereichen zwischen Zentrum und Peripherie der Phraseologie.
5. Auswertung: Entwicklungstendenzen beim Gebrauch von Phraseolexemen: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede im Gebrauch feststehender Wendungen in beiden politischen Systemen zusammen.
Phraseolexeme, DDR-Presse, Freie Presse, Sprachwandel, Modifikation, Variation, Somatismen, Pressesprache, Textsorten, Idiomatizität, SED, politisches System, diachrone Sprachbetrachtung, Journalismus, Medienanalyse.
Die Magisterarbeit untersucht, wie sich die Verwendung von Phraseolexemen (festen Wortverbindungen) in der Tageszeitung „Freie Presse“ über einen Zeitraum von 40 Jahren – zwischen 1967 und 2007 – verändert hat.
Die Arbeit verknüpft linguistische Grundlagen der Phraseologie mit einer medienwissenschaftlichen Perspektive auf die Pressesprache vor und nach der Wende in Deutschland.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Gebrauch, die Häufigkeit und die Funktion von festen Wendungen in Abhängigkeit von den unterschiedlichen politischen Systemen (DDR vs. wiedervereinigtes Deutschland) gewandelt hat.
Die Verfasserin nutzt eine Kombination aus quantitativer Analyse (Häufigkeitsmessung) und qualitativer Analyse (Untersuchung von Kontext, Modifikationen und Bedeutung) an einem Korpus von Zeitungsartikeln.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine quantitative Bestandaufnahme der Phraseolexeme und eine tiefgehende qualitative Analyse der 1967er und 2007er Artikel.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Phraseolexeme, Sprachwandel, DDR-Presse, Modifikationen, Idiomatizität und Mediensprache.
Die Jahre bieten einen zeitlichen Abstand von 40 Jahren, um einen repräsentativen Vergleich zwischen den DDR-Ausgaben und den Ausgaben der heutigen „Freien Presse“ zu ermöglichen.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Presse unter dem Einfluss der SED eine „monotone“ und „rituelle“ Sprache entwickelte, die vor allem der ideologischen Linientreue und der Freund-Feind-Konstellation des Kalten Krieges diente.
Modifikationen sind bewusste, oft spielerische oder stilistische Veränderungen der Standardform eines Phraseolexems durch den Journalisten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder den Ausdruck dem Kontext anzupassen.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Gebrauch von Phraseolexemen in Anzahl, Weise und Funktion aufgrund der unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Anforderungen an die Zeitung deutlich unterscheidet.
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