Magisterarbeit, 2008
82 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG UND FRAGESTELLUNG
1.2 FASZINATION SYMMETRIK
2. OLIVIER MESSIAEN - BIOGRAPHIE
2.1 EINLEITUNG
2.2 DIE ERSTEN LEBENSJAHRE
2.3 STUDENT IN PARIS
2.4 MESSIAEN ALS KOMPONIST UND ORGANIST VOR DEM 2. WELTKRIEG
2.5 IN KRIEGSGEFANGENSCHAFT
2.6 LEHRER AM CONSERVATOIRE
2.7 ERFOLGE IN DER GANZEN WELT
2.8 1970-1992
3. MESSIAENS MODI
3.1 BEGRIFFSDEFINITION
3.2 STRUKTUR DER MODI
3.2.1 ZYKLISCHE INTERVALLSTRUKTUR
3.2.2 BEGRENZTE TRANSPOSITIONSMÖGLICHKEIT
3.2.3 FEHLENDE TONALE FIXIERUNG
3.3 ERSTER MODUS
3.3.1 STECKBRIEF
3.3.2 BESCHREIBUNG
3.3.3 VERWENDUNG
3.4 ZWEITER MODUS
3.4.1 STECKBRIEF
3.4.2 BESCHREIBUNG
3.4.3 VERWENDUNG
3.5 DRITTER MODUS
3.5.1 STECKBRIEF
3.5.2 BESCHREIBUNG
3.5.3 VERWENDUNG
3.6 VIERTER – SIEBTER MODUS
3.5.1 STECKBRIEF
3.6.2 BESCHREIBUNG
3.6.3 VERWENDUNG
3.7 MESSIAENS FEHLER NACH KOEPF
4. VERWENDUNG SYMMETRISCHER SKALEN VOR MESSIAEN
4.1 TONARTEN-DISPOSITION
4.2 SYMMETRISCHES TONMATERIAL
4.2.1 CÉSAR FRANCK
4.2.2 FRANZ LISZT
4.2.3 FRANZÖSISCHE IMPRESSIONISTEN
4.2.4 ALEXANDER SKRJABIN
5. VERWENDUNG IM JAZZ
5.1 MODUS 1, DIE GANZTONLEITER
5.1.1 AKKORDE
5.1.2 TUNES
5.1.3 PATTERNS
5.2 MODUS 2, DIE HALBTONGANZTONLEITER
5.2.1 AKKORDE
5.2.2 TUNES
5.2.3 PATTERNS
5.3 DIE HEXATONIK
5.2.3 AKKORDE
5.2.5 PATTERNS UND TUNES
5.4 HANS KOLLER
6. EIGENE MUSIKTHEORETISCHE AUSARBEITUNG ANHAND VON BEISPIELEN
6.1 DOMINATFUNKTION
6.1.2 V7 – I MAJ7
6.1.2 IIM7 – V7 – I MAJ7
6.2 BLUES
6.3 OUTSIDE
6.3.1 MODALER JAZZ
6.3.2 ALL THE THINGS YOU ARE
6.4 HARMONIC GENERALIZATION
6.4.1 COLTRANE II-V-I
6.4.2 RHYTHM CHANGES
6.5 MELODIEFINDUNG
6.5.1 LACOUR
6.5.2 BASSLINIE
6.5.3 ZEITGENÖSSISCHE JAZZKOMPOSITION
7. ZUSAMMENFASSUNG
Diese Magisterarbeit untersucht die von Olivier Messiaen entwickelten „Modi mit begrenzter Transpositionsmöglichkeit“ und deren Anwendungspotenzial in der improvisierten Musik. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieser symmetrischen Skalen aufzuarbeiten und durch praktische Analyse sowie eigene musiktheoretische Ausarbeitungen Brücken zur Jazzharmonik zu schlagen.
3.2.1 Zyklische Intervallstruktur
Alle Modi können auch als mathematische Konstruktion betrachtet werden. Der Zwölftonraum wird in Sequenzgruppen aufgeteilt, die sich zumindest einmal wiederholen müssen. Die kürzeste Sequenzfolge entsteht demnach, wenn zwei Tritonusintervalle aufeinander folgen; C – F# – C. Die Halbtonformel einer Sequenz lautet 6 – 6. Aus diesem Beispiel kann man eine weitere Grundregel ableiten: Jeder Modus oder die Abwandlung eines Modus besteht zumindest aus zwei Tönen.
Eine Sequenz kann sich auch aus mehreren Intervallfolgen konstruieren. So lautet die Formel für Messiaens dritten Modus 2 – 1 – 1 und schließt die Oktave nach dreimaliger Wiederholung.
Die komplette Intervallstruktur lautet 2 – 1 – 1 – 2 – 1 – 1 – 2 – 1 – 1, die hervorgehobene Ziffer markiert jeweils den Anfang der Sequenz.
Ein weiteres Wesensmerkmal ist, dass jede Sequenz den letzten Ton mit der folgenden Sequenz gemeinsam hat. Das heisst, dass der letzte Ton einer Sequenz zugleich auch der erste Ton der nächsten ist, er wird doppelt verwendet.
Die Anzahl der Halbtonschritte, die eine Sequenz inne hat, zeigt auch wie oft der jeweilige Modus transponierbar ist.
1. EINLEITUNG: Ein Plädoyer für den Einsatz von Musiktheorie als Hilfswerkzeug zur emotionalen Gestaltung, eingebettet in den historischen Kontext der Innovationen des 20. Jahrhunderts.
2. OLIVIER MESSIAEN - BIOGRAPHIE: Eine Betrachtung des Lebensweges und des religiös-ästhetischen Umfelds des Komponisten, die seinen Kompositionsprozess und die Entwicklung seiner Modi beeinflussten.
3. MESSIAENS MODI: Detaillierte musiktheoretische Analyse der Struktur, der begrenzten Transpositionsmöglichkeiten und der fehlenden tonalen Fixierung der sieben Modi.
4. VERWENDUNG SYMMETRISCHER SKALEN VOR MESSIAEN: Untersuchung der historischen Vorläufer des Distanzprinzips und der symmetrischen Klangkonstruktionen bei Komponisten wie Franck, Liszt, Debussy und Skrjabin.
5. VERWENDUNG IM JAZZ: Praktische Erörterung der Anwendung der ersten drei Modi und der Hexatonik im Jazz, illustriert durch Akkordbeispiele, Tunes und Patterns.
6. EIGENE MUSIKTHEORETISCHE AUSARBEITUNG ANHAND VON BEISPIELEN: Anwendung der Modi drei bis sieben auf klassische Jazz-Formen wie II-V-I-Kadenzen, Blues, Rhythm Changes und Outside-Spielkonzepte.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Ein Fazit zur Rolle von Messiaens Modi als wertvolles, aber oft noch ungenutztes Material in der modernen Improvisation.
Olivier Messiaen, Modus mit begrenzter Transpositionsmöglichkeit, Jazztheorie, symmetrische Skalen, Improvisation, Distanzprinzip, Ganztonleiter, Halbtonganztonleiter, Hexatonik, Harmonielehre, Harmonik, Melodiefindung, Outside-Spielen, Zeitgenössische Musik, Musiktheorie.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Strukturen der von Olivier Messiaen definierten Modi und erforscht deren konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der improvisierten Musik und im Jazz.
Die zentralen Themen umfassen die Biographie Messiaens, die mathematische Struktur der Modi, die historische Entwicklung symmetrischer Skalen in der Klassik sowie deren Transfer in die Jazzharmonik.
Ziel ist es, das musikalische Vokabular improvisierender Musiker durch die theoretische Durchdringung der Messiaen-Modi zu erweitern und Wege aufzuzeigen, diese Skalen in Standard-Jazz-Strukturen zu integrieren.
Die Arbeit basiert auf Literaturstudien zur Musiktheorie und Biographik Messiaens, kombiniert mit der analytischen Untersuchung von Notenbeispielen aus Klassik und Jazz sowie der praktischen Ausarbeitung eigener Improvisations-Patterns.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Modi, deren historische Herleitung durch Vorläufer wie Liszt oder Debussy und die konkrete Anwendung in Jazz-Kadenzen, Blues-Formen und modernen Improvisationskonzepten.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von akademischer Analyse mit der Perspektive des praktizierenden Saxophonisten aus, wobei besonders auf die Modi vier bis sieben ein Fokus gelegt wird, die in der Jazzliteratur selten behandelt werden.
Die Hexatonik ist eine sechstönige symmetrische Skala, die als unvollständiger dritter Modus betrachtet wird und aufgrund ihres mystischen Klangs insbesondere für moderne Jazz-Stile und Free Jazz von Interesse ist.
Das Outside-Spielen bezeichnet das bewusste Verlassen der harmonischen Grundvorgaben eines Stückes; die Messiaen-Modi dienen hierbei als strukturiertes Werkzeug, um solistisch neue Klanglandschaften zu erschließen.
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