Bachelorarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Mindestlöhne in der Theorie
2.1. Begriffsdefinition
2.2. Neoklassisches Modell
2.2.1. Grundannahmen des Modells
2.2.2. Auswirkungen einer Mindestlohn-Einführung
2.2.3. Kritische Würdigung
2.3. Verhandlungsmodelle
2.3.1. Grundannahmen der Modelle
2.3.2. „right-to-manage“-Modell
2.3.3. Mindestlöhne im „right-to-manage“-Modell
2.3.4. Modell effizienter Verhandlungen
2.3.5. Mindestlöhne im Modell effizienter Verhandlungen
2.3.6. Kritische Würdigung beider Modelle
2.4. Monopson-Modell
2.4.1. Grundannahmen des Modells
2.4.2. Auswirkungen einer Mindestlohn-Einführung
2.4.3. Kritische Würdigung
2.5. Vergleich der Modelle
2.5.1. Gegenüberstellung der Ergebnisse
2.5.2. Grenzen der Modelle
3. Fazit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die theoretische Analyse der ökonomischen Wirkungen von Mindestlöhnen, wobei verschiedene Arbeitsmarktmodelle gegenübergestellt werden, um sowohl Gegnern als auch Befürwortern eine fundierte Argumentationshilfe zu bieten.
2.4.1. Grundannahmen des Modells
Der Begriff Monopson wurde zum ersten Mal 1933 von der Ökonomin Joan Robinson verwendet und bezeichnet eine Marktform, bei der ein einziger Nachfrager einer großen Zahl von Anbietern gegenüber steht. Ein Monopson auf dem Arbeitsmarkt kann durch regionale Restriktionen (z.B. keine alternativen Arbeitgeber, Arbeitnehmer immobil) auftreten, welche ein Unternehmen zum einzigen Nachfrager nach den dort vorhandenen Arbeitskräften einer bestimmten Qualifikation macht. Die extremsten Formen monopsonistischer Arbeitsmärkte sind im Segment der grenzüberschreitenden Entsendungen und der illegalen Beschäftigung – also klassischen Niedriglohnbereichen – zu beobachten. Hier sind Arbeitskräfteverleiher und -vermittler in der Rolle des Monopsonisten, der aufgrund der Abhängigkeit der Beschäftigten Löhne setzen kann.
Bereits 1946 betrachtete Stigler den Arbeitsmarkt als Monopson und entwarf damit ein Konkurrenzmodell zu der gängigen neoklassischen Arbeitsmarkttheorie, dass Mindestlöhne per se einen Rückgang der Beschäftigung bewirken.
Im Folgenden wird das monopsonistische Grundmodell vorgestellt. Es gelten zwei wesentliche Annahmen. Zum einen existieren auf dem Arbeitsmarkt ökonomische Friktionen, die sich vor allem in fehlenden Informationen, heterogenen Präferenzen und Mobilitätskosten für Arbeitsanbieter zeigen. Diese Friktionen verhindern, dass Arbeitskräfte einfach ihre Arbeitsstelle wechseln können, da dies mit Kosten und Unsicherheiten verbunden ist. Die Arbeitsangebotskurve ist demnach nicht vollkommen elastisch (horizontal), sondern im Verlauf steigend.
Die zweite Annahme resultiert aus diesen Friktionen. Sie geben dem arbeitsnachfragenden Unternehmen zusammen mit seiner Stellung als Monopsonist Marktmacht und befähigen ihn den Lohnsatz für seine per Annahme nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitskräfte zu diktieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung von Mindestlöhnen ein und definiert das Ziel der Arbeit, die theoretische Analyse verschiedener Arbeitsmarktmodelle im Kontext der Mindestlohn-Problematik.
2. Mindestlöhne in der Theorie: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert nacheinander das neoklassische Modell, verschiedene Verhandlungsmodelle und das Monopson-Modell hinsichtlich ihrer Annahmen und Beschäftigungseffekte.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die theoretische Analyse zu keiner eindeutigen Antwort über die Wirkung von Mindestlöhnen führt, da diese stark von den zugrunde liegenden Modellannahmen abhängt.
Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Neoklassisches Modell, Verhandlungsmodelle, Monopson, Beschäftigungseffekte, Lohnverhandlungen, Arbeitsnachfrage, Arbeitsangebot, Grenzkosten, Grenzproduktivität, Marktmacht, Tarifverträge, Lohndiktat, Arbeitslosigkeit
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen ökonomischen Analyse der Auswirkungen von Mindestlöhnen auf den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung.
Zentrale Themen sind das neoklassische Wettbewerbsmodell, gewerkschaftliche Verhandlungsmodelle wie das „right-to-manage“-Modell und das Modell effizienter Verhandlungen sowie das Monopson-Modell.
Das Ziel ist es, die theoretischen Wirkungsweisen von Mindestlöhnen in verschiedenen Marktmodellen aufzuzeigen und als fundierte Argumentationshilfe für die politische Debatte bereitzustellen.
Die Arbeit nutzt eine komparativ-statische, partialanalytische Methode, um den Arbeitsmarkt in verschiedenen theoretischen Zuständen vor und nach einer Mindestlohn-Einführung zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Modellbereiche: das neoklassische Modell, zwei Verhandlungsmodelle zur Lohnbildung und das Monopson-Modell, jeweils ergänzt durch eine kritische Würdigung.
Wichtige Begriffe sind Mindestlohn, Beschäftigungseffekte, Monopson, Verhandlungsmacht, neoklassische Theorie und Arbeitsmarktregulierung.
Es bietet eine theoretische Grundlage, unter der Mindestlöhne entgegen der neoklassischen Lehre nicht zwingend zu Beschäftigungsrückgängen führen, sondern unter Umständen die Beschäftigung sogar steigern können.
Die Arbeit weist darauf hin, dass dieses Modell aufgrund der in der Realität selten vorkommenden bindenden Beschäftigungszusagen bei Tarifverhandlungen als weitgehend realitätsfern eingestuft wird.
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