Masterarbeit, 2021
87 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Zum Begriff des Steuerwettbewerbs
2.1.1 Weitere Einflussfaktoren auf den Steuerwettbewerb
2.1.1.1 Nichtsteuerliche Standortfaktoren
2.1.1.2 Standortgröße
2.1.2 Instrumente der Steuergestaltung durch den Staat
2.2 Zum Begriff der Gerechtigkeitspräferenzen
3 Modelltheoretische Analyse nach König und Wagener (2013)
3.1 Modellrahmen und grundlegende Annahmen
3.2 Das Optimierungsproblem der Arbeitnehmer
3.3 Das Optimierungsproblem des Produzenten
3.4 Das gleichgewichtige Arbeitsangebot
3.5 Das Optimierungsproblem des Staates mit exogenen Staatsausgaben
3.5.1 Ausschluss von Gerechtigkeitspräferenzen / Referenzfall
3.5.2 Gerechtigkeitspräferenzen in Form von Niveaueffekten
3.5.2.1 Komparative Statik mit Niveaueffekten
3.5.2.2 Zahlenbeispiel mit Niveaueffekten
3.5.3 Gerechtigkeitspräferenzen in Form von Anreizeffekten
3.5.3.1 Komparative Statik mit Anreizeffekten
3.5.3.2 Zahlenbeispiel mit Anreizeffekten
3.6 Optimierungsproblem des Staates mit endogenen Staatsausgaben
3.6.1 Ausschluss von Gerechtigkeitspräferenzen / Referenzfall
3.6.2 Gerechtigkeitspräferenzen in Form von Niveaueffekten
3.6.2.1 Komparative Statik mit Niveaueffekten
3.6.2.2 Zahlenbeispiel mit Niveaueffekten
3.6.3 Gerechtigkeitspräferenzen in Form von Anreizeffekten
4 Implikationen und kritische Analyse des Modells
4.1 Gerechtigkeitspräferenzen und andere Ursachen für positive KSt
4.2 Gerechtigkeitspräferenzen und Familienunternehmen
4.3 Gerechtigkeitspräferenzen und Schließung der Steuerschlupflöcher
4.4 Steuern auf Lohneinkommen und Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten
5 Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen von Gerechtigkeitspräferenzen auf die Gestaltung der Unternehmens- bzw. Kapitalsteuer im internationalen Steuerwettbewerb zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, wobei das theoretische Modell von König und Wagener (2013) als analytische Grundlage dient.
2.1 Zum Begriff des Steuerwettbewerbs
Unter internationalem Steuerwettbewerb sind allgemein fiskalpolitische und strategische Interaktionen unterschiedlicher Staaten mit verschiedenen Steuersystemen zur Gewinnung von mobilem Steuersubstrat, z. B. in Form von Finanzkapital, multinationalen Unternehmen oder hochqualifizierter Arbeit zu verstehen. Im Allgemeinen wird ein multinationales Unternehmen definiert als ein Unternehmen mit Niederlassungen in mindestens zwei verschiedenen Staaten, wobei in dieser Arbeit angenommen wird, dass mindestens eine Tochtergesellschaft im Ausland besteht. Folglich versuchen Staaten im Rahmen des internationalen Steuerwettbewerbs ihre im Vergleich zu anderen Ländern bestehende Standortattraktivität für knappe Ressourcen auch durch eine strategische Ausgestaltung des direkten Steuersystems zu erhöhen und damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Entfaltung des Steuerwettbewerbs ist, neben dem freien Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr, die Mobilität von Produktionsfaktoren. Diese korreliert negativ mit den Mobilitätskosten von Unternehmen und wird zusätzlich bspw. durch ortsgebundene Ressourcen beeinflusst, sofern diese bei der Produktion von Gütern eingesetzt werden. In den vergangenen Jahren konnten, durch Globalisierung und technologischen Fortschritt, die Transport- und Kommunikationskosten von Unternehmen deutlich gesenkt werden, was sich insgesamt positiv auf die Mobilität von Unternehmen ausgewirkt hat. Demnach könnte der signifikante Rückgang der nominalen bzw. effektiven KSt in der Zunahme der Mobilität von Unternehmen begründet sein. Der Grad der Mobilität von Produktionsfaktoren in Reaktion auf die Steuersetzung kann anhand der Steuerelastizität quantifiziert werden. Diese gibt die prozentuale Änderung einer ökonomischen Aktivität unter der Voraussetzung an, dass der Steuergesetzgeber eine Steueränderung von einem Prozent vornimmt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Zielkonflikt der Fiskalpolitik ein, bei dem Staaten öffentliche Güter finanzieren und gleichzeitig Standortwettbewerb betreiben müssen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe des Steuerwettbewerbs, Standortfaktoren sowie Instrumente der Steuergestaltung (nominaler Steuersatz vs. Bemessungsgrundlage) und Gerechtigkeitspräferenzen definiert.
3 Modelltheoretische Analyse nach König und Wagener (2013): Dieses Kapitel analysiert das mathematische Grundmodell, in dem ein Regulator die Kapital- und Lohnsteuer optimiert, um Wohlfahrt und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen.
4 Implikationen und kritische Analyse des Modells: Hier werden die Ergebnisse des Modells kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf Familienunternehmen und die Relevanz von Steuerschlupflöchern.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gerechtigkeitspräferenzen eine Erklärung für positive Kapitalsteuersätze liefern und den internationalen Steuerwettbewerb abbremsen können.
Steuerwettbewerb, Gerechtigkeitspräferenzen, Körperschaftsteuer, Kapitalmobilität, Niveaueffekt, Anreizeffekt, Fiskalpolitik, Optimalsteuertheorie, Unternehmensbesteuerung, Standortattraktivität, Lohnsteuer, Laffer-Kurve, Steuerschlupflöcher, Familienunternehmen, Wohlfahrtsfunktion.
Die Arbeit untersucht, wie Gerechtigkeitspräferenzen – verstanden als Abneigung gegen ungleiche Besteuerung von Arbeit und Kapital – die optimale Steuerpolitik im Kontext eines internationalen Steuerwettbewerbs beeinflussen.
Die zentralen Themen sind der internationale Steuerwettbewerb, die Modellierung von Gerechtigkeitsaspekten (Niveau- und Anreizeffekte) sowie deren Auswirkungen auf die Kapital- und Lohnbesteuerung.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und unter welchen Bedingungen die Berücksichtigung von Gerechtigkeitspräferenzen zu positiven Kapitalsteuersätzen führt und somit einem "Race to the bottom" entgegenwirken kann.
Es wird eine modelltheoretische Analyse basierend auf dem Ansatz von König und Wagener (2013) verwendet, die mathematische Maximierungsprobleme für Arbeitnehmer, Produzenten und den Staat (Regulator) nutzt.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Modellvorstellung, der Herleitung der optimalen Steuern unter verschiedenen Szenarien (exogene vs. endogene Staatsausgaben) und der komparativen Statik.
Wichtige Schlagworte sind Gerechtigkeitspräferenzen, Steuerwettbewerb, Kapitalbesteuerung, Niveaueffekt, Anreizeffekt und die Laffer-Kurve der Ökonomie.
Größere Länder haben tendenziell einen geringeren Anreiz zum intensiven Steuerwettbewerb, da sie bei Steuersenkungen mit größeren Einnahmeverlusten bei bestehenden Aktivitäten konfrontiert sind als kleinere Länder.
Das Modell geht von perfekt symmetrischer Information aus, wodurch Aspekte wie Steuerhinterziehung und Steuerschlupflöcher, die in der Realität bedeutsam sind, nicht vollständig abgebildet werden können.
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