Masterarbeit, 2021
68 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Literaturüberblick und Einordnung des Working Papers
3 DZBG in einem nominalen Diamond-Dybvig-Modellansatz
3.1 Überblick zum Grundmodell und dessen wesentlichen Aussagen
3.2 Modelltheoretische Grundlagen
3.2.1 Annahmen und formaler Modellrahmen
3.2.2 Markträumungsbedingungen bei nominalen Verträgen
3.2.3 Gleichgewichtsbedingung und die Möglichkeit zum Bank Run
3.3 Modellergebnis
3.3.1 Keine Preisniveaustabilität
3.3.2 Keine optimale Allokation
3.3.3 Keine Bank Run-Vermeidung
3.4 Vorgeschlagene Lösungsansätze
3.4.1 Modellierung flexibler Geldangebotspolitik
3.4.2 Regulierung und Aussetzen der Konsumtätigkeit
3.5 Implikationen und Reflektion der Ergebnisse
4 Modellkritik
4.1 Auffälligkeiten aus der Modellanalyse
4.1.1 Aus dem Diamond-Dybvig-Ansatz resultierende Kritik
4.1.2 Diskussion zu den angenommenen Zielen der Zentralbank
4.1.3 Ausschließliche Existenz von DZBG
4.2 Relevanz des Modells für die politökonomische Diskussion um DZBG
5 Modellerweiterung – Koexistenz von DZBG und Sichteinlagen
6 Alternative Modellierung von Bank Runs und Auswirkungen von DZBG auf die Finanzstabilität
6.1 Positive Effekte von DZBG auf Banken und die Finanzstabilität
6.2 Negative Effekte von DZBG auf Banken und die Finanzstabilität
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes“ (DZBG), indem sie ein von Schilling et al. (2020) vorgestelltes modelltheoretisches Konzept kritisch hinterfragt. Das primäre Ziel ist es, die interne Konsistenz der modelltheoretischen Ergebnisse zu prüfen und zu bewerten, inwieweit das Modell reale wirtschaftliche Zusammenhänge und die komplexen Zielvorgaben von Zentralbanken abbilden kann, insbesondere im Hinblick auf den Zielkonflikt zwischen Finanzstabilität, Preisniveaustabilität und effizienter Risikoallokation.
3.2.1 Annahmen und formaler Modellrahmen
Aufbauend auf dem Modellrahmen von Diamond und Dybvig (1983) wird zunächst von drei Perioden t = 0, 1, 2 in einer geschlossenen Volkswirtschaft ausgegangen. Es existieren keine Geschäftsbanken oder Wertpapiermärkte und die Zentralbank tritt als monopolistischer Anbieter für Sichteinlagen als einziger Finanzintermediär am Markt auf (vgl. Schilling et al. (2020) S. 5 f.). Durch das Angebot von DZBG und einem damit verbundenen ökonomischen Vertrag erhält die Zentralbank reale Güter als Einlagen des Privatsektors. Der Privatsektor wird als [0,1]-Kontinuum von Individuen modelliert, wobei jedes Individuum zu Beginn in t = 0 annahmegemäß mit einer Einheit eines realen Gutes ausgestattet ist. In der Ausgangsperiode sind alle Individuen identisch und unterscheidbar.
In der Periode t = 1 ist eine Unterscheidung in geduldige und ungeduldige Individuen möglich, wobei eine Person mit der zufälligen Wahrscheinlichkeit α ungeduldig und mit der Wahrscheinlichkeit 1 − α bei α ∈ (0,1) geduldig ist. Das Unterscheidungsmerkmal wird dabei nur dem jeweiligen Individuum offenbart und ist damit private Information.
Die Unterscheidung ist relevant, da ungeduldige Individuen die Konsummenge q1 mit q ≥ 0 nur in t = 1 konsumieren können, wohingegen geduldige Personen die Möglichkeit haben, q2 mit q ≥ 0 in t = 2 zu konsumieren. Damit können geduldige Individuen strategisch entscheiden, wann sie konsumieren möchten. Konsum bringt den Individuen einen Nutzen u(qi) mit i = 1,2 und u(.) ∈ R.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Diskussion um digitales Zentralbankgeld ein und beschreibt die Motivation sowie die Forschungsfrage der Masterarbeit.
2 Literaturüberblick und Einordnung des Working Papers: Dieses Kapitel bettet das zu untersuchende Working Paper von Schilling et al. (2020) in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs ein und skizziert die verschiedenen Perspektiven auf DZBG.
3 DZBG in einem nominalen Diamond-Dybvig-Modellansatz: Hier wird das Grundmodell von Schilling et al. ausführlich dargestellt, die formalen Modellannahmen werden erläutert und das Trilemma sowie die zentralen Modellergebnisse abgeleitet.
4 Modellkritik: In diesem Kapitel wird das Modell einer kritischen Prüfung unterzogen, wobei insbesondere die getroffenen Annahmen hinterfragt und deren Relevanz für die aktuelle politökonomische Diskussion bewertet werden.
5 Modellerweiterung – Koexistenz von DZBG und Sichteinlagen: Es wird eine Modellerweiterung vorgestellt, die den Wettbewerb zwischen der Zentralbank und Geschäftsbanken in einem zweistufigen System formal abbildet.
6 Alternative Modellierung von Bank Runs und Auswirkungen von DZBG auf die Finanzstabilität: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ansätze zur Modellierung von Bank Runs und bewertet die Auswirkungen auf die Finanzstabilität unter Berücksichtigung weiterführender Literatur.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Aussagekraft der modelltheoretischen Ergebnisse und identifiziert offenen Forschungsbedarf.
Digitales Zentralbankgeld, DZBG, Trilemma, Diamond-Dybvig-Modell, Finanzstabilität, Preisniveaustabilität, Risikoallokation, Bank Runs, Geldpolitik, Finanzintermediation, Sichteinlagen, Nominalverträge, Zentralbank, Wettbewerb, Modellkritik.
Die Arbeit analysiert kritisch das modelltheoretische Konzept eines „Trilemmas des digitalen Zentralbankgeldes“, wie es von Schilling et al. (2020) vorgeschlagen wurde.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von digitalem Zentralbankgeld auf die Finanzstabilität, die Preisniveaustabilität und die Effizienz der Risikoallokation in einem Bankensystem.
Ziel ist es, das Trilemma anhand der wissenschaftlichen Literatur zu hinterfragen und zu bewerten, ob das zugrunde liegende Modell aussagekräftige Schlussfolgerungen für die praktische Politik zulässt.
Die Arbeit nutzt eine formale modelltheoretische Analyse auf Basis eines modifizierten Diamond-Dybvig-Ansatzes, kombiniert mit einer kritischen Literaturdiskussion.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung des Grundmodells, dessen Modellergebnisse, die Untersuchung von Lösungsansätzen, eine Modellkritik sowie eine Erweiterung auf ein zweistufiges Bankensystem.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören digitales Zentralbankgeld (DZBG), Finanzstabilität, Bank Runs, Preisniveaustabilität und Risikoallokation.
Die Unterscheidung ist deshalb kritisch, weil die Annahme eines zweistufigen Systems (mit Geschäftsbanken) die Intermediationsfunktion verändert und neue Fragen hinsichtlich der Stabilität und Moral-Hazard-Problemen aufwirft.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die stark abstrahierenden Annahmen des Modells (z.B. keine Geldsubstitute, keine friktionslosen Finanzmärkte) die Übertragbarkeit auf die komplexe Realität einschränken.
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