Magisterarbeit, 2008
145 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1. Natürliche Ressourcen
2.2. Gewaltsamer innerstaatlicher Konflikt und Bürgerkrieg
2.3. Ressourcenkonflikt
3. Der Einfluss natürlicher Ressourcen auf gewaltsame Konflikte
3.1. Ökonomischer Ansatz nach Collier und Hoeffler
3.1.1. Allgemein
3.1.2. Empirie
3.1.3. Ergebnis
3.1.4. Vorteile der Modelle
3.1.5. Nachteile der Modelle
3.2. Natürliche Ressourcen und gewaltsamer Konflikt
4. Mangel oder Überfluss?
4.1. Einleitung
4.2. Konfliktfaktor: Ressourcenknappheit
4.2.1. Der neo-malthusianische Ansatz
4.2.2. Sonderfall Wasserkonflikte?
4.2.3. Alternative Ansätze
4.3. Konfliktfaktor: Ressourcenüberfluss
4.3.1. Einleitung
4.3.2. Risikofaktoren aus Ressourcenüberfluss
4.3.3. Fazit: Ressourcenüberfluss - ein Fluch?
4.4. Zwischenergebnis
5. Rolle von natürlichen Ressourcen im gewaltsamen Konflikt
5.1. Einleitung
5.2. Rebellenfinanzierung
5.2.1. Eigener Abbau und Direktvermarktung
5.2.2. Entführungen und Erpressungen
5.2.3. Verkauf zukünftiger Abbaurechte
5.3. Konfliktdimensionen
5.3.1. Konfliktausbruch
5.3.2. Konfliktdauer
5.3.3. Konfliktintensität
5.3.4. Konflikttyp
6. Konfliktbegünstigende Kontextfaktoren
6.1. Erklärungsbedürftige Ausnahmen
6.2. Die entscheidende Rolle der Kontextbedingungen
6.2.1. Ressourcenspezifische Eigenschaften und Bedingungen
6.2.2. Endogene Kontextbedingungen
6.2.3. Exogene Kontextbedingungen
6.3. Zwischenfazit
7. Empirischer Vergleich
7.1. Vorüberlegungen
7.2. Fallauswahl
7.2.1. Warum Afrika südlich der Sahara?
7.2.2. DR Kongo: Ressourcenüberfluss und Konflikt
7.2.3. Botsuana: Ressourcenüberfluss und kein Konflikt
7.3. Ressourcenspezifische Bedingungen
7.3.1. Technischer Zugang
7.3.2. Illegalität und Anonymität
7.3.3. Blockierbarkeit
7.4. Vergleich der Kontextfaktoren
7.4.1. Geschichte
7.4.2. Institutionengefüge
7.4.3. Armut
7.4.4. Geographie
7.4.5. Weltwirtschaft
7.4.6. Fremdintervention
7.5. Ergebnis der Fallstudie
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, unter welchen spezifischen Kontextbedingungen natürliche Ressourcen zu einem Risikofaktor für gewaltsame innerstaatliche Konflikte werden. Das Ziel ist es, die Diskrepanz zu erklären, warum Ressourcenreichtum in manchen Ländern einen "Fluch" darstellt und zu Konflikten führt, während andere ressourcenreiche Staaten stabil und friedlich bleiben.
3.1.2. Empirie
Als Ausgangspunkt und wichtigstes Element von Bürgerkriegen sind die Akteure zu betrachten, um die Ursachen zu analysieren und - vor allem - die Gründe von Auftreten und Bestehen von Rebellenarmeen zu klären. Dazu hat bereits Jack Hirshleifer auf die drei wesentlichen Kategorien hingewiesen: Präferenzen, Möglichkeiten und Wahrnehmung. CH stellen jedoch heraus, dass Politikwissenschaftler in der Friedens- und Konfliktforschung meist nur die Präferenzen als auslösende Momente in Betracht ziehen. Somit wird eine Rebellion zwangsläufig als politischer Protest wahrgenommen. Auslöser sind demnach atypisch starkes Leid aufgrund von Ungleichheit oder Unterdrückung. Ökonomen können somit in der Empirie eine wesentliche Bereicherung der Forschung sein, da sie sich von Natur aus mehr auf die Möglichkeiten konzentrieren. Bisher gab es wenige Analysen in diese Richtung.
Ein wichtiger Vertreter der Ökonomen, auf den sich CH stützen, ist Herschel I. Grossman. Aus seiner Perspektive werden die Individuen, die im Bürgerkrieg aktiv beteiligt sind, als rationale Akteure im Sinne des Rational-Choice-Ansatzes betrachtet. Die Rebellen haben somit unbewusst eine mikroökonomische Kosten-Nutzen-Rechnung vor Augen. Die angestrebte Rebellion mit dem vorläufigen Ziel einer nationalen Regierungsübernahme oder Sezession ist damit eine rein rationale Option, die darauf basiert, dass der eigene erwartete Nutzen größer sein wird als die Kosten der Unternehmung.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel moderner Kriege hin zu innerstaatlichen Konflikten und stellt die zentrale These auf, dass Ressourcenreichtum allein keinen Konflikt verursacht, sondern dies erst unter bestimmten Kontextbedingungen geschieht.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie "Natürliche Ressourcen", "Gewaltsamer innerstaatlicher Konflikt" und "Ressourcenkonflikt" definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Der Einfluss natürlicher Ressourcen auf gewaltsame Konflikte: Es wird der ökonomische Ansatz von Collier und Hoeffler beleuchtet, der Bürgerkriege als rationale Kosten-Nutzen-Rechnung unter Berücksichtigung von "Gier" und "Möglichkeiten" betrachtet.
4. Mangel oder Überfluss?: Hier erfolgt die theoretische Auseinandersetzung, ob Ressourcenknappheit (neo-malthusianischer Ansatz) oder Ressourcenüberfluss (ökonomischer Ansatz) das größere Konfliktpotential bergen.
5. Rolle von natürlichen Ressourcen im gewaltsamen Konflikt: Dieses Kapitel analysiert Mechanismen der Rebellenfinanzierung und wie Ressourcen die Konfliktdimensionen wie Ausbruch, Dauer und Intensität beeinflussen.
6. Konfliktbegünstigende Kontextfaktoren: Hier werden entscheidende Rahmenbedingungen identifiziert, die bestimmen, ob ein ressourcenreiches Land in einen Konflikt abgleitet oder stabil bleibt.
7. Empirischer Vergleich: Die Theorie wird anhand einer Fallstudie von zwei ressourcenreichen Ländern, der DR Kongo (Konflikt) und Botsuana (kein Konflikt), überprüft.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine monokausale Erklärung für Ressourcenkonflikte nicht ausreicht, da stabile Institutionen der entscheidende Faktor für eine friedliche Entwicklung sind.
Ressourcenkonflikte, Bürgerkrieg, Ressourcenüberfluss, Ressourcenknappheit, Konfliktfinanzierung, Politische Ökonomie, Institutionenqualität, DR Kongo, Botsuana, Collier und Hoeffler, Sezessionskonflikte, Rebellenfinanzierung, Kontextbedingungen, Rohstoffabhängigkeit, Staatsversagen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen natürlichen Ressourcen und dem Ausbruch von gewaltsamen innerstaatlichen Konflikten (Bürgerkriegen).
Zentrale Themen sind die Finanzierung von Rebellionen durch Ressourcen, der Unterschied zwischen Ressourcenknappheit und -überfluss als Konfliktursache sowie die Bedeutung von Institutionen und Kontextbedingungen.
Die Forschungsfrage lautet, warum natürliche Ressourcen in einigen Staaten zu einem "Fluch" werden und Konflikte befördern, während sie in anderen Ländern zu Wohlstand führen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse (ökonomische und neo-malthusianische Ansätze) und einem qualitativen empirischen Vergleich zweier Länderbeispiele.
Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsmodelle für Konfliktursachen, Mechanismen der Ressourcenfinanzierung in Kriegen und identifiziert Kontextfaktoren, die die Konfliktanfälligkeit eines Staates erhöhen oder senken.
Wichtige Begriffe sind Ressourcenfluch, Bürgerkrieg, Rebellenfinanzierung, Institutionenqualität und die Gegenüberstellung von DR Kongo und Botsuana.
Beide Länder verfügen über einen enormen Ressourcenreichtum, weisen jedoch diametral entgegengesetzte Entwicklungen auf: Während die DR Kongo ein Paradebeispiel für Konflikt und staatlichen Zerfall ist, gilt Botsuana als stabiles und erfolgreiches Beispiel für eine friedliche Nutzung von Ressourcen.
Der Autor schlussfolgert, dass stabile staatliche Institutionen eine notwendige Bedingung für eine positive Entwicklung sind. Effektive Verwaltung und verantwortungsvolles politisches Management können selbst in armen Ländern verhindern, dass Ressourcen zu einem Konfliktgrund werden.
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