Diplomarbeit, 2008
124 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Lebensphase Jugend und junge Erwachsene
2.1 Die Entstehung der Lebensphase Jugend
2.2 Junge Erwachsene - Übergangsstatus oder Dauerzustand
2.3 Altersmäßige Eingrenzung
2.4 Nicht mehr jugendlich, noch nicht erwachsen
2.4.1 Entwicklungsaufgaben der Jugendphase
2.4.2 Grenzen der Postadoleszenz
2.5 Jugend und Arbeit
2.5.1 Berufliche Sozialisation
2.5.2 Jugend und Arbeitslosigkeit
2.6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung für die Befragung
3 Wandel der Jugendberufshilfe
3.1 Grundlagen der Jugendberufshilfe
3.1.1 Gesetzliche Grundlagen
3.1.2 Zielgruppe
3.1.3 Aufgaben und Ziele
3.2 Das Orientierungsdilemma der Jugendberufshilfe
3.2.1 Aktuelle Situation
3.2.2 Grenzen der Jugendberufshilfe
3.2.3 Modernisierungsansätze
3.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerung für die Befragung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Intention der Befragung
4.2 Methodenauswahl
4.3 Interviewvorbereitung und –durchführung
4.4 Analyse und Auswertung der Interviews
5 Aktuelle Situation der Jugendberufshilfe und ihrer Zielgruppe - Auswertung der ExpertInneninterviews
5.1 Rahmenbedingungen der befragten Projekte
5.1.1 Projektstandorte
5.1.2 Projektform und Tätigkeitsfeld
5.1.3 Zielgruppe
5.1.4 Zielstellung und Ergebniseinschätzung
5.1.5 Regeln und Sanktionen
5.2 Rolle der sozialpädagogischen Fachkräfte
5.3 Junge Erwachsene in der Jugendberufshilfe
5.3.1 Motivation der Teilnehmer
5.3.2 Sozialer Hintergrund
5.3.3 Berufliche Perspektiven der Teilnehmer
5.4 Modernisierungsansprüche der befragten Sozialpädagogen
5.4.1 Kooperation
5.4.2 Befristung und Nachhaltigkeit der Maßnahmen
5.4.3 Alternative Beschäftigungsformen
5.5 Zusammenfassung
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten der Jugendberufshilfe in Sachsen unter den Bedingungen einer sich wandelnden Arbeitsgesellschaft. Ziel ist es, die Grenzen aufzuzeigen, an die diese Maßnahmen stoßen, sowie durch Experteninterviews mit sozialpädagogischen Fachkräften Impulse für eine notwendige konzeptionelle Neuorientierung und Modernisierung zu gewinnen.
2.4 Nicht mehr jugendlich, noch nicht erwachsen
Während sich die Lebensphase der jungen Erwachsenen in den alten Bundesländern bereits seit einigen Jahrzehnten als Endphase der Jugend herauszubilden scheint, so ist dies im Osten Deutschlands erst seit der politischen Wende 1989/1990 zu beobachten. Der Lebenslauf in der ehemaligen DDR war stärker strukturiert und in einem höheren Maße staatlich gesteuert als im Westen Deutschlands. Meist gab es in der DDR eine klare Abfolge und starke Altersnormierung von Ausbildung, Berufseintritt und Heirat. Vor allem die zwei letztgenannten Statuspassagen, die meist den Übergang von der Jugend- in die Erwachsenenphase kennzeichnen, fanden zeitlich sehr früh statt. Im Gegensatz dazu wurde im Westen Deutschlands das Ende der Jugendphase oft gewollt nach hinten verschoben, um die positiven Aspekte der Postadoleszenz länger nutzen zu können. (vgl. Ferchhoff 2007, S. 89)
Nach dem Fall der deutschen Mauer haben sich die Lebensverläufe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den neuen und alten Bundesländern noch nicht vollständig aneinander angeglichen. So verlassen zum Beispiel junge Menschen in den neuen Bundesländern die elterliche Wohnung früher, um einen eigenen Hausstand zu gründen, als ihre Altersgenossen in den alten Bundesländern. (vgl. Silbereisen/Vaskovics/Zinnecker 1996, S. 356) Dennoch ist ein Rückgang dieser Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zu verzeichnen.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage der Jugendberufshilfe im Wandel der Arbeitsgesellschaft und legt das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung dar.
2 Lebensphase Jugend und junge Erwachsene: Dieses Kapitel befasst sich mit der theoretischen Einordnung der Jugendphase, insbesondere der Herausbildung der Phase der jungen Erwachsenen als neue Übergangsform.
3 Wandel der Jugendberufshilfe: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die aktuelle Problemlage der Jugendberufshilfe im Kontext des Strukturwandels der Arbeitswelt beschrieben.
4 Methodisches Vorgehen: Dieser Abschnitt erläutert die Wahl der Experteninterviews als qualitative Forschungsmethode und beschreibt die Durchführung sowie Auswertung der Befragungen.
5 Aktuelle Situation der Jugendberufshilfe und ihrer Zielgruppe - Auswertung der ExpertInneninterviews: Das Hauptkapitel präsentiert die Ergebnisse der Interviews zu Rahmenbedingungen, Zielgruppenmerkmalen und Modernisierungsansprüchen.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Befunde sowie einem Ausblick auf zukünftige Anforderungen an die Jugendberufshilfe.
Jugendberufshilfe, Jugendarbeitslosigkeit, junge Erwachsene, Postadoleszenz, Arbeitsgesellschaft, Qualifizierungsprojekte, Sozialpädagogik, berufliche Sozialisation, Strukturwandel, Modernisierung, Experteninterview, Arbeitsmarktintegration, Übergangssysteme, Lebensweltorientierung, Sozialisation
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den aktuellen Herausforderungen der Jugendberufshilfe in einer sich wandelnden Arbeitswelt, in der klassische Beschäftigungsbiografien zunehmend unter Druck geraten.
Zentral sind der Wandel der Lebensphase Jugend zur "Postadoleszenz", die Auswirkungen der steigenden Jugendarbeitslosigkeit und die kritische Analyse der Wirksamkeit von Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekten.
Das primäre Ziel ist es, Grenzen der aktuellen Jugendberufshilfe aufzuzeigen und Impulse für eine Modernisierung zu geben, um junge Menschen in einer unsicheren Arbeitsmarktsituation besser zu unterstützen.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf dem Experteninterview basiert. Dabei wurden fünf sozialpädagogische Fachkräfte aus sächsischen Projekten der Jugendberufshilfe befragt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Lebensphase Jugend und den Wandel der Jugendberufshilfe sowie die empirische Auswertung der Experteninterviews zu Projektpraxis und Anforderungen.
Wichtige Begriffe sind Jugendberufshilfe, Arbeitsgesellschaft, junge Erwachsene, berufliche Sozialisation, Modernisierung und soziale Integration.
Die befragten Fachkräfte schätzen die Chancen ihrer Klienten auf den ersten Arbeitsmarkt überwiegend als sehr gering ein, da oft gravierende Bildungsdefizite und soziale Problemlagen vorliegen.
Die Befristung wird als äußerst negativ wahrgenommen, da sie Kontinuität verhindert, das Vertrauensverhältnis zu den Teilnehmern belastet und auch für das Personal keine berufliche Sicherheit bietet.
Da Vollbeschäftigung für die benachteiligte Klientel kaum erreichbar ist, wird diskutiert, ob neue Konzepte für alternative, nicht rein erwerbsorientierte Lebensformen und soziale Integration notwendig sind.
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