Bachelorarbeit, 2017
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Zahlen und Fakten zur Flucht in Deutschland
2.1 Gründe der Flucht
2.2 Fluchtursachen der Kinder
3. Rekonstruktion traumatischer Krisen
3.1 Definition der Lebenspraxis
3.2 Definition der Routine
3.3 Definition der Traumatisierungskrise
3.4 Medizinisches Verständnis von Traumata
4. Entstehung einer Krise
4.1 Flucht als Grund von Traumatisierung
4.2 Sequentielle Traumatisierung
4.3 Traumata- Symptome
4.4 Auswirkungen von Traumata
4.5 Das Ausmaß von Traumata und die Einflussfaktoren
5. Intervention
5.1 Definition der Traumapädagogik
5.2 Ziele und Aufgaben der Traumapädagogik
5.3 Ziele auf Aufgaben der Traumapädagogik bei Flüchtlingskindern
5.4 Besonderheiten und Schwierigkeiten bei der Therapie mit Flüchtlingskindern
6. Konzepte und die Phasen der Traumapädagogik
6.1 Rolle der Bindungsbeziehung
6.2 Voraussetzung für einen Bindungsaufbau
6.3 Kriterien einer sicheren Bindung in Bezug auf Flüchtlingskinder
6.4 Die drei Säulen in der traumapädagogischen Praxis
6.4.1 Pädagogik ,des sicheren Ortes’
6.4.2 ,Der emotional orientierte Dialog’
6.4.3 ,Der geschützte Handlungsraum’
6.5 Interkulturelle Pädagogik
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Situation von Flüchtlingskindern in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf die Rekonstruktion und therapeutische Intervention bei traumatischen Krisen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die psychischen Belastungen dieser Kinder zu entwickeln und aufzuzeigen, wie traumapädagogische Ansätze zur Krisenbewältigung und zur Förderung einer stabilen Identitätsentwicklung beitragen können.
3.1 Definition der Lebenspraxis
Laut Oevermann existiert jedes Individuum in einer Lebenseinheit, die aus mehreren Personen bestehen kann, wie zum Beispiel die Sportgruppe, eine Schulklasse oder die Familie, die das Individuum als Teil der Lebenspraxis aktiv erzeugen kann. So haben Menschen bei der tagtäglichen Bewältigungen von Aufgaben, die Fähigkeit autonom zu entscheiden und zu handeln. Innerhalb der Lebenspraxis besitzen die Menschen das Vermögen, „[…] in krisenhaften Situationen Neues zu erzeugen und diese Situationen nicht nur, wie tierische Spezies, als Stress zu empfinden […]” (Garz und Gaven, 2015: 26).
Menschen haben das Vermögen ständig Neues zu erzeugen, da innerhalb eines strukturierten Handlungsraums zwischen alternativen Handlungsmöglichkeiten ausgewählt werden kann. Damit Handlungen jedoch ermöglicht werden können, müssen Entscheidungen getroffen werden. „Der Entscheidung, seine Potenziale zu entwickeln zu wollen oder auch nicht, kann sich kein Mensch entziehen, denn wir Menschen können nicht - nicht entscheiden” (Imm-Bazlen & Schimieg, 2016: 39).
Angenommen jemand steht vor der Entscheidung, entweder morgen mit einem Schleuser aus seiner Heimat zu fliehen oder auf eigene Faust den Fluchtweg auf sich zu nehmen. Auch wenn schlussendlich zwischen keiner der beiden Optionen eine Entscheidung getroffen wird, hat jemand trotzalledem eine Entscheidung getroffen. Und zwar wurde sich gegen die beiden Optionen entschieden und somit vermutlich für das Bleiben in der Heimat (Imm-Balzen & Schimieg, 2016: 7).
Zudem verfügt der Mensch aufgrund seiner Sprachfähigkeit über das Vermögen „[…] die hypothetische Welt der Gedanken und Vorstellungen sowie das Bewusstsein, dass sein Leben nicht nur im Hier und Jetzt stattfindet, sondern auch eine Vergangenheit und eine Zukunft umfasst” in seine Entscheidung einzubeziehen (Garz & Gaven, 2015: 27).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lebenssituation von Flüchtlingskindern ein und skizziert den Aufbau der Bachelorarbeit.
2. Zahlen und Fakten zur Flucht in Deutschland: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur globalen Fluchtbewegung und deren Auswirkungen auf die Situation in Deutschland mit Fokus auf Kinder.
3. Rekonstruktion traumatischer Krisen: Hier werden theoretische Grundlagen wie Lebenspraxis, Routine und Traumatisierungskrise nach Oevermann definiert, um das Verständnis für traumatische Prozesse zu schärfen.
4. Entstehung einer Krise: Dieses Kapitel beschreibt die neurophysiologische Entstehung von Traumata sowie die spezifischen Auswirkungen von Fluchterfahrungen auf die kindliche Psyche.
5. Intervention: Hier werden interventionelle Ansätze im Kontext der Traumapädagogik vorgestellt, um geflüchteten Kindern bei der Bewältigung ihrer Krisen zu helfen.
6. Konzepte und die Phasen der Traumapädagogik: Dieses Kapitel erläutert das Drei-Phasen-Modell der Traumatherapie und diskutiert die Rolle der Bindung sowie das Konzept der Drei Säulen in der Praxis.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen traumapädagogischen Unterstützung für die Zukunft der Kinder.
Flüchtlingskinder, Traumapädagogik, Traumatisierung, Krisenbewältigung, Flucht, Bindungsbeziehung, Intervention, Lebenspraxis, Resilienz, Identitätsentwicklung, Sozialpädagogik, Psychotraumatologie, Interkulturelle Pädagogik, Kindheit, Fluchtursachen.
Die Arbeit behandelt die psychosoziale Situation von Flüchtlingskindern und deren Unterstützung durch traumapädagogische Ansätze zur Bewältigung von traumatischen Krisen.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Trauma und Krisen, die Auswirkungen der Flucht auf Kinder sowie pädagogische Interventionskonzepte und die Relevanz der Bindungstheorie.
Das primäre Ziel ist es, Ansätze zu identifizieren, wie geflüchtete Kinder durch pädagogische Interventionen in ihrer Selbstbemächtigung und Krisenbewältigung gestärkt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit traumapädagogischen Konzepten und sozialpädagogischen Ansätzen zur Fallrekonstruktion und Resilienzförderung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rekonstruktion von Krisen, die Beschreibung traumatischer Symptome bei Flüchtlingskindern sowie die Darstellung konkreter pädagogischer Konzepte wie der „pädagogischen Triade“.
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Traumapädagogik, Flüchtlingskinder, Bindung, Krisenbewältigung und Resilienz.
Die „pädagogische Triade“ beschreibt die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Einrichtung, dem Kind und dem Pädagogen als Fundament für einen „sicheren Ort“ zur Traumabearbeitung.
Da Flüchtlingskinder oft aus krisenhaften Umgebungen kommen, benötigen sie eine stabilisierende Umgebung, die Sicherheit bietet, um überhaupt erst in einen Dialog über ihre Erfahrungen treten zu können.
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