Masterarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,5
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
ERSTER TEIL: GRUNDLAGEN
§ 1 Grundlagen der Informationsversorgung
I. Spannungsverhältnis beim Unternehmenskauf
A. Informationsbedürfnis des potenziellen Erwerbers
B. Geheimhaltung und Verschwiegenheit
1. Geheimsphäre des Unternehmens
2. Geheimnis als Bestandteil der Geheimhaltung
3. Geheimhaltung und Verschwiegenheit
II. Informationsaustritt mittels Due Diligence
§ 2 Gewährung einer Due Diligence
I. Vorbemerkungen
II. Gesellschaftsrechtliche Grundlagen
A. Allgemeine Zulässigkeit der Offenlegung
B. Informationelle Zuständigkeit und Beschlussfassung
1. Relative Geschäftsgeheimnisse
a. Verwaltungsrat und nicht Generalversammlung
b. Verwaltungsratsausschüsse und Geschäftsleitung?
2. Absolute Geschäftsgeheimnisse
C. Ermessensentscheid des Verwaltungsrates
1. Gesellschaftsrechtliche Pflichten
a. Wahrung des Gesellschaftsinteresses
b. Gleichbehandlungsgebot
c. Sorgfaltspflicht
2. Entscheide im Besonderen
ZWEITER TEIL: RECHT AUF INFORMATION
§ 3 Gesellschaftsrechtliches
I. Vorbemerkungen
II. Auskunfts- und Einsichtsrecht
A. Übersicht über das Auskunftsrecht
B. Übersicht über das Einsichtsrecht
C. Bezug zur Due Diligence
D. Erweitertes Auskunftsrecht der Generalversammlung?
III. Verantwortlickeitsklage
IV. Abberufung des Verwaltungsrates
V. Ergebnis
§ 4 Vertragliches
I. Vertragliche Gewährungspflichten
II. Aufklärungspflicht
A. Allgemeines
1. Vorvertragliche Aufklärungspflicht
2. Rechtslage nach Vertragsschluss
B. Bezug zur Due Diligence
III. Ergebnis
§ 5 Kotierungsrechtliches
I. Kapitalmarktrechtliche Informationsmöglichkeiten
A. Übersicht
B. Bezug zur Due Diligence
C. Due Diligence und Ad-hoc Publizität im Besonderen
II. Übernahmerechtliche Gleichbehandlung
A. Umfang der Gleichbehandlungspflicht
1. In persönlicher Hinsicht
a. Allgemeines
b. Praxis der Übernahmekommission
c. Würdigung der Praxis
2. In zeitlicher Hinsicht
3. In sachlicher Hinsicht
B. Zulässigkeit der Ungleichbehandlung
1. Zuständigkeit der UEK
2. Voraussetzungen
a. Überwiegendes Gesellschaftsinteresse
b. Bestimmtheit des Umfangs
C. Rechtsvergleichendes
1. Einführung
2. Rechtsvergleich
a. England
b. Deutschland
3. Ergebnis und Würdigung
III. Gewährungspflicht aus Treu und Glauben
IV. Ergebnis
DRITTER TEIL: AUSGEWÄHLTE RECHTSFRAGEN
§ 6 Due Diligence als Käuferobliegenheit?
I. Einführung
II. Kaufrechtliche Grundlagen
A. Anwendung gewöhnlicher Aufmerksamkeit
B. Sorgfaltsmassstab
C. Wirkung von Zusicherungen
III. Ergebnis
§ 7 Auslöser von Insidergeschäften?
I. Einführung
II. Insidertatbestand
A. Allgemeines
B. Insiderfähige Tatsache
1. Begriff der Tatsache
2. Bezug zu Wertschriften
3. Vertraulichkeit
4. Voraussehbare Kursrelevanz
5. Bestimmte Art und Qualität
a. Emission von Beteiligungsrechten
b. Unternehmensverbindung
c. Ähnlicher Sachverhalt mit vergleichbarer Tragweite
6. Zusammenspiel mit Tatsachen im Sinne von Art. 72 KR
C. Subjektiver Tatbestand
D. Bezug zur Due Diligence
III. Geplante Unternehmensverbindung
IV. Tippnehmertatbestand
A. Allgemeines
B. Subjektiver Tatbestand
C. Bezug zur Due Diligence
V. Ergebnis
Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis bei Unternehmenskäufen (Due Diligence) unter schweizerischem Recht. Ziel ist es, das rechtliche Umfeld zu beleuchten, die Grenzen der Informationsversorgung für potenzielle Käufer aufzuzeigen und zu analysieren, welche rechtlichen Mittel (gesellschafts-, vertrags- und kotierungsrechtlich) zur Durchsetzung von Informationsrechten bestehen.
I. Spannungsverhältnis beim Unternehmenskauf
In der Vorphase und selbst beim Abschluss eines Unternehmenskaufs, sei dieser als Share Deal oder Asset Deal ausgestaltet, bestehen grundsätzlich immer erhebliche Informationsasymmetrien zwischen den beteiligten Parteien. Im Folgenden sollen nun die unterschiedlichen Interessen dargestellt werden, welche die Grundlage für das Spannungsverhältnis bilden. Auf der einen Seite ist das Informationsbedürfnis des potentiellen Käufers und auf der anderen Seite das Interesse der Gesellschaft an Geheimhaltung und Verschwiegenheit.
Die öffentlich zugänglichen Informationen über eine Zielgesellschaft reichen vielfach nicht, um einen fundierten Kaufentscheid zu fällen. Vielmehr benötigt der potenzielle Erwerber gerade bei einem solchen meist sehr kostenintensiven und umfangreichen Unterfangen weitere sensitive Unternehmensinformationen. Insbesondere möchte er wissen, ob das Übernahmeobjekt tatsächlich in seine Strategie passt, und ob möglicherweise gewisse Risiken wie beispielsweise hängige Rechtsstreitigkeiten mit Dritten bestehen. Auch für die Strukturierung eines öffentlichen Übernahmeangebots und eine adäquate Festsetzung des Angebotspreises sind weitergehende Informationen i.d.R. nicht wegzudenken. Nicht zuletzt ist ein sorgfältiger Kaufentscheid auch für allfällige haftungsrechtliche Folgen von grosser Bedeutung. Denn die Durchführung der Due Diligence ist mittlerweile derart zum Standard geworden, dass die Organe der kaufenden Gesellschaft u.U. entgegen ihrer Sorgfaltspflicht handeln, wenn sie ihren Kaufentscheid nicht von den Ergebnissen einer Due Diligence abhängig machen.
§ 1 Grundlagen der Informationsversorgung: Dieses Kapitel erläutert das fundamentale Spannungsverhältnis zwischen dem Informationsbedarf des Käufers und dem Geheimhaltungsinteresse der Zielgesellschaft beim Unternehmenskauf.
§ 2 Gewährung einer Due Diligence: Hier werden die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen und die Entscheidungsbefugnis des Verwaltungsrates zur Gewährung einer Due Diligence detailliert untersucht.
§ 3 Gesellschaftsrechtliches: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen Informations- und Kontrollrechte der Aktionäre und deren Eignung, eine Due Diligence zu ersetzen oder zu erzwingen.
§ 4 Vertragliches: Hier wird geprüft, inwiefern vertragliche Vereinbarungen oder vorvertragliche Aufklärungspflichten einen Anspruch auf Informationen oder Due-Diligence-Gewährung begründen können.
§ 5 Kotierungsrechtliches: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Informationspflichten kotierten Gesellschaften sowie die übernahmerechtliche Pflicht zur Gleichbehandlung von Bietern.
§ 6 Due Diligence als Käuferobliegenheit?: Hier wird erörtert, ob der Käufer nach schweizerischem Kaufrecht zur Durchführung einer Due Diligence verpflichtet ist, um Gewährleistungsrechte nicht zu verlieren.
§ 7 Auslöser von Insidergeschäften?: Dieses Kapitel untersucht die strafrechtlichen Risiken (Insiderstraftatbestand und Tippnehmertatbestand), die sich bei der Offenlegung vertraulicher Informationen während einer Due Diligence ergeben können.
Due Diligence, Unternehmenskauf, Share Deal, Asset Deal, Informationsasymmetrie, Geheimhaltung, Verwaltungsrat, Aktionärsrechte, Gleichbehandlungsgebot, Übernahmekommission, Insiderstraftatbestand, Kursrelevanz, Gewährleistung, Aufklärungspflicht, Unternehmenskontrollmarkt.
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen der Informationsversorgung bei Unternehmenskäufen in der Schweiz, insbesondere den Prozess der Due Diligence.
Die zentralen Themen umfassen gesellschaftsrechtliche Zuständigkeiten, kotierungsrechtliche Gleichbehandlung von Bietern, vertragliche Aufklärungspflichten sowie strafrechtliche Aspekte im Bereich Insiderhandel.
Ziel ist es, das rechtliche Umfeld der Due Diligence bei Aktiengesellschaften darzustellen und zu analysieren, wie ein Käufer an notwendige Informationen gelangt, wenn keine einvernehmliche Due Diligence stattfindet.
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der geltenden Gesetze (OR, BEHG), regulatorischer Richtlinien, der Praxis der Übernahmekommission sowie einer rechtsvergleichenden Betrachtung (England, Deutschland).
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die Analyse gesellschaftsrechtlicher Informationsrechte, vertragliche Aspekte, kotierungsrechtliche Anforderungen an die Gleichbehandlung und die Untersuchung kaufrechtlicher sowie strafrechtlicher Risiken.
Wesentliche Begriffe sind Due Diligence, Informationsprivilegierung, Gleichbehandlungsprinzip, Insiderstraftatbestand, Sorgfaltspflicht des Verwaltungsrates und Käuferobliegenheit.
Die Übernahmekommission erweitert die Gleichbehandlungspflicht, sodass auch potenzielle Bieter unter Umständen einen Anspruch auf Due-Diligence-Zugang haben, was den Wettbewerb fördert, aber das Zielunternehmen in der Geheimhaltung einschränkt.
Nach schweizerischem Kaufrecht ergibt sich aus der Käuferobliegenheit ein starker Anreiz zur Durchführung, da ansonsten Mängel, die in einer Due Diligence erkennbar gewesen wären, von Gewährleistungsrechten ausgeschlossen sein können.
Da eine direkte Erzwingung kaum möglich ist, kann ein Aktionär über die Verantwortlichkeitsklage gegen den Verwaltungsrat oder durch die Wahl eines "informationsoffeneren" Verwaltungsrates auf die Entscheidung Einfluss nehmen.
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