Bachelorarbeit, 2018
64 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Herkunft der Fermi-Aufgaben
3. Fermi-Aufgaben
3.1 Abgrenzung von Fermi-Aufgaben zu traditionellen Sachaufgaben
3.2 Definition und Merkmale
3.3 Typen von Fermi-Aufgaben
3.4 Bearbeitung von Fermi-Aufgaben
3.4.1 Voraussetzungen und Stolpersteine
3.4.2 Ablauf beim Bearbeiten von Fermi-Aufgaben
3.4.3 Teilzielstrukturierung der Fermi-Aufgaben
3.4.4 Datenbeschaffung bei Fermi-Aufgaben
3.4.5 Möglichkeiten der Umsetzung im Unterricht
3.5 Gründe für den Einsatz von Fermi-Aufgaben im Unterricht
4. Mathematische Bereiche in der Grundschule
4.1. Prozessbezogene Bereiche
4.2 Inhaltsbezogene Bereiche
4.3 Fermi-Aufgaben im Lehrplan
5. Bestandsaufnahme und Entwicklung eigener Aufgaben
5.1 Bestandsaufnahme zweier Arbeitshefte
5.1.1 Arbeitsheft 1: „Forscher Freddis Fermiaufgaben“
5.1.2 Arbeitsheft 2: „Fermi-Aufgabe für die Grundschule – Klasse 2-4“
5.1.3 Lückenbetrachtung beim Bereich der Raum und Formen
5.2 Aufgabenpool für die Erprobung
5.2.1 Auswahl aus den vorhandenen Aufgaben
5.2.2 Erstellen eigener Aufgaben
6. Erproben der Aufgaben in der Grundschule
6.1 Einstiegsstunde
6.2 Zweite Unterrichtsstunde
6.3 Dritte Unterrichtsstunde
6.4 Vierte Unterrichtsstunde
6.5 Fünfte Unterrichtsstunde
6.6 Sechste Unterrichtsstunde
6.7 Abschlussstunde
6.8 Reflexion der Unterrichtseinheit in Bezug auf mathematischen Bereiche
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Fermi-Aufgaben im Mathematikunterricht der Grundschule, um authentische Lernanlässe zu schaffen und Schüler zur aktiven Problemlösung zu motivieren. Es wird analysiert, wie sich diese Aufgaben von traditionellen Sachaufgaben abheben und inwieweit sie die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des Kernlehrplans abdecken.
3.4.1 Voraussetzungen und Stolpersteine
Der Einsatz von Fermi-Aufgaben wird von Lehrkräften mit Bedacht eingesetzt, da die Herausforderung, vor die die BuB stehen, viele Risiken besitzt. „Nicht zuletzt können solche Fermi-Fragen nur als Herausforderung an eine Klasse (und an die Lehrerin/den Lehrer) gestellt werden, die es gewohnt ist, im Mathematikunterricht offen, selbstständig, forschend, probierend und kommunikativ zu arbeiten“ (Bongartz und Verboom 2007: 148). Somit gilt es für die Lehrkräfte einen Raum zu schaffen, in der Voraussetzungen geschafft werden, um „Stolpersteine“ zu umgehen.
Hierfür halten die Lehrkraft sich während der Bearbeitung der Aufgaben zurück, um die BuB während Diskussions- und Denkphasen nicht zu unterbrechen. Stattdessen nehmen sie die Rolle des Beobachters ein, um die Arbeitsmuster der BuB zu analysieren, Förderbedarf zu erkennen und Hilfestellungen zu leisten. Bei dieser Art von Aufgabe korrigieren Lehrkräfte während der Bearbeitung der Aufgaben falsche Wege nicht, da die BuB diese selbstständig erkennen und durch Einschätzungen der Plausibilität der Ergebnisse gegebenenfalls einen anderen Weg einschlagen sollen. Dabei kann es bei der Bearbeitung jedoch zu dem Fall kommen, dass sie Ergebnisse ohne weitere Bedenken annehmen, obwohl diese realitätsfremd sind.
Um dies zu vermeiden, ziehen die Lehrkräfte im Voraus in Erwägung, die „notwendigen inhaltlichen und methodischen Teilqualifikation im Unterricht isoliert zu thematisieren“ (Kaufmann 2006: 19). Darunter fällt gleichermaßen das Abschätzen der Plausibilität und der Sinnhaftigkeit der Lösung und der Lösungswege. Des Weiteren zählen hierzu die Gliederung der Hauptfrage in kleinere Teilfragen und das Beschaffen von fehlenden Zahlen und Größen (vgl. ebd.: 19). Darüber hinaus kann das Beschaffen fehlender Daten den BuB schwer fallen, da sie an das „Frage-Rechnung-Antwort“ Prinzip gewöhnt sind. Ein erhöhter Anspruch besteht, wenn sie aus Texten zwischen relevanten und irrelevanten Informationen abwägen müssen (vgl. Braun 2013: 1). Hierbei kann es dazu kommen, dass wahllos relevante und irrelevante Zahlen durch Operationen verknüpft werden, die zum aktuellen Zeitpunkt im Unterricht verstärkt behandelt werden.
1. Einleitung: Problematisierung klassischer Sachaufgaben und Einführung von Fermi-Aufgaben als authentische Lernanlässe.
2. Die Herkunft der Fermi-Aufgaben: Historischer Einblick in das Leben von Enrico Fermi und die Entstehung der nach ihm benannten Schätzprobleme.
3. Fermi-Aufgaben: Definition, Merkmale, Typisierung und didaktische Möglichkeiten zur Bearbeitung und Umsetzung im Unterricht.
4. Mathematische Bereiche in der Grundschule: Einordnung der Aufgaben in die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des Kernlehrplans NRW.
5. Bestandsaufnahme und Entwicklung eigener Aufgaben: Analyse existierender Lehrmaterialien und Kriterien für die Entwicklung eigener, grundschultauglicher Aufgaben.
6. Erproben der Aufgaben in der Grundschule: Detaillierte Dokumentation und Reflexion einer empirischen Unterrichtsreihe in einer dritten Klasse.
7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung der Eignung von Fermi-Aufgaben für den modernen Grundschulunterricht.
Fermi-Aufgaben, Sachrechnen, Grundschule, Mathematikunterricht, Modellieren, Problemlösen, Schätzen, Alltagsbezug, Kompetenzorientierung, Lehrerrolle, Gruppenarbeit, Datenbeschaffung, Unterrichtsplanung, Sachsituation, Authentizität.
Die Thesis untersucht, inwieweit Fermi-Aufgaben als offene, realitätsnahe Sachaufgaben den Mathematikunterricht in der Grundschule bereichern und zur Kompetenzentwicklung beitragen können.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Fermi-Aufgaben, deren Einbettung in den Kernlehrplan sowie die praktische Erprobung in einer Unterrichtsreihe.
Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich Fermi-Aufgaben für die Förderung mathematischer Kompetenzen in der Grundschule eignen und wie lehrplankonformer Unterricht damit gestaltet werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturrecherche, einer kritischen Begutachtung bestehender Arbeitshefte sowie einer empirischen Erprobung in einer dritten Klasse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse von Lehrmaterialien und eine ausführliche Dokumentation von sieben Unterrichtsstunden inklusive Reflexion.
Wichtige Begriffe sind Fermi-Aufgaben, Modellierungskompetenz, Mathematisieren, Grundschule und Kompetenzorientierung.
Die Lehrkraft nimmt eine beobachtende und beratende Rolle ein. Sie schafft Voraussetzungen, initiiert Reflexionsphasen, vermeidet aber das vorschnelle Korrigieren, um die Eigenständigkeit der Kinder zu fördern.
Die Bestandsaufnahme der Arbeitshefte zeigte, dass Fermi-Aufgaben primär auf "Zahlen und Operationen" sowie "Größen und Messen" fokussieren, während geometrische Aspekte oft nur unterbewusst oder lückenhaft behandelt werden.
Die Erprobung zeigte, dass Fermi-Aufgaben sehr zeitintensiv sind; Einzelstunden reichen oft nicht aus, um die Arbeits- und Reflexionsphasen angemessen durchzuführen.
Die Kinder entwickelten durch die offene Aufgabenstellung und die Übernahme von Verantwortung für eigene Aufgaben eine hohe Lernmotivation und konnten zunehmend komplexe Lösungswege selbstständig strukturieren.
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