Examensarbeit, 2009
109 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3. Erläuterungen zur Durchführung der Umfrage
2. Was versteht man unter Reformpädagogik?
2.1. Entstehung der Reformpädagogik
2.2. Schulkritik
2.3. Grundgedanken der Reformpädagogik
2.4. Die Ahnväter der Reformpädagogik
2.4.1. Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778)
2.4.2. Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827)
2.5. Kritik an der Reformpädagogik
3. Die wichtigsten Reformpädagogen und ihre Theorien
3.1. Ellen Key (1849-1926) und ‚Das Jahrhundert des Kindes’
3.2. Die Arbeitsschulbewegung
3.2.1. Georg Kerschensteiner (1854 – 1932)
3.2.2. Hugo Gaudig (1860 – 1923)
3.3. John Dewey (1859 – 1952)
3.4. Die Landerziehungsheimbewegung
3.4.1. Hermann Lietz (1868 – 1919)
3.4.2. Alexander Sutherland Neill (1883 – 1973) und Summerhill
3.5. Maria Montessori (1870 – 1952)
3.6. Célestin Freinet (1896 – 1966)
3.7. Peter Petersen (1884 – 1952) und der Jena-Plan
3.8. Rudolf Steiner (1861 – 1925) und die Waldorfschulbewegung
3.9. Janusz Korczak (1878 – 1942)
3.10. Anton Semjonowitsch Makarenko (1888-1939)
4. Das aktuelle deutsche Schulsystem
4.1. Organisatorischer Aufbau des deutschen Schulsystems
4.2. Pädagogischer Aufbau des deutschen Schulsystems
4.3. Kritik am deutschen Schulsystem
4.4. Reformschulen in Deutschland heute
4.4.1. Überblick über aktuelle Reformschulen
4.4.2. Maria-Montessori-Grundschule Hausen
4.4.3. Montessori-Gymnasium Köln
4.4.4. Schule Schloss Salem
4.4.5. Freinet-Grundschule Köln
4.4.6. Peter-Petersen-Grundschule Berlin-Neukölln
4.4.7. Freie Waldorfschule Uhlandshöhe
4.4.8. Laborschule Bielefeld
4.4.9. Helene-Lange-Schule Wiesbaden
5. Reformpädagogik heute
5.1. Welche Schulkritik der Reformpädagogen ist heute noch aktuell?
5.2. Wie bekannt sind die Reformpädagogen heute?
5.3. Reformpädagogische Trends im deutschen Schulsystem
5.4. Welche weiteren Ansätze wären denkbar?
5.5. Welche Ansätze sind nicht mehr zeitgemäß oder können aus anderen Gründen nicht umgesetzt werden?
5.6. Ganztagesschule
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern reformpädagogische Ansätze das heutige deutsche Schulsystem verbessern können und welche Hindernisse bei deren Implementierung bestehen. Die Autorin analysiert dazu historische Theorien und prüft deren aktuelle Relevanz anhand einer eigenen Umfrage unter Schülern und Lehrern.
2.2. Schulkritik
Die Reformer kritisieren keine Einzelaspekte des Unterrichts, vielmehr sehen sie in der Schule einen Ort, an dem die Kinder psychisch und physisch leiden. Ihr Ziel ist es daher, die Schule zu einem Lern- und Entwicklungsraum umzugestalten, an dem die Schüler mit Freude arbeiten und sich frei entfalten können. Unterstützung erhalten sie in jenen Jahren in auffälliger Häufung von der Literatur. So schreiben unter anderem Frank Wedekind in ‚Frühlings Erwachen’ (1891), Hermann Hesse in ‚Unterm Rad’ (1905) sowie die Brüder Mann in den ‚Buddenbrooks’ (1901) sowie ‚Professor Unrat’ (1905) von den Schulleiden der Jugendlichen.
Auch wenn die Reformpädagogen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, gründet ihre Kritik am Schulsystem und der Schule dennoch auf den gleichen Punkten: Die Schulgebäude erscheinen kahl und unpersönlich. Die frontal ausgerichteten Bänke und der damit verbundene monoton andauernde Frontalunterricht verhindern die Entwicklung individueller Fähigkeiten. Der starre, mit zu vielen lebensfernen Themen überfrachtete, Lehrplan verhindere, dass auf aktuelle, interessierte Fragen der Schüler eingegangen werden könne. Die, durch die Schulglocke streng eingehaltene, 45-Minuten-Taktung zerstückelt die Lernphasen unnötig. Die Strukturierung in wichtige Haupt- und unwichtigere Nebenfächer verhindere eine ganzheitliche Erziehung.
1. Einleitung: Hinführung zur Bedeutung der Reformpädagogik im Kontext des PISA-Schocks und Definition des Aufbaus der Arbeit.
2. Was versteht man unter Reformpädagogik?: Darstellung der historischen Entstehung, der zentralen Schulkritik der damaligen Zeit sowie der theoretischen Grundgedanken der Reformer.
3. Die wichtigsten Reformpädagogen und ihre Theorien: Detaillierte Vorstellung einflussreicher Persönlichkeiten wie Key, Kerschensteiner, Montessori, Steiner und Makarenko sowie ihrer jeweiligen pädagogischen Ansätze.
4. Das aktuelle deutsche Schulsystem: Analyse der organisatorischen und pädagogischen Struktur sowie Darstellung verschiedener in Deutschland existierender Reformschulmodelle.
5. Reformpädagogik heute: Erörterung der Aktualität klassischer Schulkritik sowie der Übertragbarkeit reformpädagogischer Elemente auf den heutigen Schulalltag.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Chancen und Risiken einer Umstrukturierung des deutschen Bildungssystems nach reformpädagogischen Idealen.
Reformpädagogik, Schulkritik, Montessori-Pädagogik, Waldorfpädagogik, Arbeitsschule, Jena-Plan, PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, Selbsttätigkeit, Ganztagsschule, Schulentwicklung, Lehrerausbildung, Schulsystem, Individualisierung, Pädagogik vom Kinde aus
Die Arbeit untersucht, ob und wie reformpädagogische Konzepte des 19. und 20. Jahrhunderts dazu beitragen können, aktuelle Defizite des deutschen Schulsystems zu beheben.
Die Arbeit deckt die historische Theoriebildung der Reformpädagogik, die Analyse des heutigen deutschen Schulaufbaus und die praktische Anwendung durch verschiedene Modellschulen ab.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Hürden für die Integration reformpädagogischer Elemente in das heutige Schulwesen zu identifizieren.
Neben einer tiefgehenden Literaturanalyse führt die Autorin eine eigene Umfrage unter Lehrern und Schülern durch, um Daten über die Bekanntheit und Akzeptanz reformpädagogischer Ansätze zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Vorstellung der wichtigsten Reformpädagogen, die Analyse des Ist-Zustands des deutschen Schulsystems und eine Auswertung von Reformschulbeispielen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Reformpädagogik, Schulkritik, Selbsttätigkeit, Ganzheitlichkeit sowie die Untersuchung von Selektionsmechanismen im deutschen Schulwesen.
Die Umfrage liefert empirische Daten darüber, wie bekannt reformpädagogische Ansätze bei Lehrkräften sind und wie Schüler sowie Lehrer zentrale Kritikpunkte an der gegenwärtigen Schulsituation beurteilen.
Die Ganztagesschule wird als geeigneter Rahmen gesehen, um reformpädagogische Gemeinschaftselemente und individuelle Förderangebote außerhalb des klassischen Fächerkanons in den Schulalltag zu integrieren.
Die Autorin stellt fest, dass Deutschland zwar den Anspruch an ein exzellentes Bildungssystem hat, jedoch durch hohe Kosten und Risiken bei einer flächendeckenden Umstrukturierung in einem Dilemma steckt.
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