Diplomarbeit, 2008
75 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Theoretische Fundierung von Präferenzabkommen
2.1 Die verschiedenen Formen von Präferenzabkommen
2.2 Die traditionellen, statischen Theorien der wirtschaftlichen Integration
2.3 Dynamische Effekte von Präferenzabkommen
2.4 Führen Präferenzabkommen zu multilateralem Freihandel?
2.4.1 Die „Dynamic Time-Path Analysis“
2.4.2 Sind Präferenzabkommen „Building Blocks“ oder „Stumbling Blocks“?
3. Die NAFTA als Freihandelsabkommen
3.1 Chronologie der Gründung der NAFTA und die Erwartungen ihrer Mitglieder
3.2 Grundzüge des Abkommens
3.3 Die Herkunftsregeln der NAFTA und deren Effekte
3.4 Die „Side Agreements“
3.5 Die NAFTA als Form des „neuen Regionalismus“
4. Innere Entwicklung seit Gründung der NAFTA
4.1 War die NAFTA förderlich für das Wachstum des BIP in den Mitgliedstaaten?
4.1.1 Der Handel innerhalb der NAFTA
4.1.2 Die Entwicklungen der ausländischen Direktinvestitionen
4.2 Vergleichende Studien über die Auswirkungen der NAFTA auf die Handelsströme - Handelsschaffende oder Handelsumlenkende Effekte der NAFTA?
4.3 Beurteilung der inneren Entwicklungen Mexikos
5. NAFTA und das Verhältnis gegenüber Nichtmitgliedern – „Building Block“ oder „Stumbling Block“
6. Schlussfolgerungen
Diese Arbeit analysiert den wirtschaftlichen Einfluss der NAFTA auf ihre Mitgliedstaaten und hinterfragt kritisch die Auswirkungen des Abkommens auf das multilaterale Handelssystem der WTO, wobei der Fokus auf den Beziehungen zwischen den USA und Mexiko liegt.
3.1 Chronologie der Gründung der NAFTA und die Erwartungen ihrer Mitglieder
Die Gründung der NAFTA war ursprünglich ein Projekt zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Juni 1990 verkündeten der mexikanische Präsident Carlos Salinas und der US-amerikanische Präsident George H. W. Bush das ehrgeizige Vorhaben eine Freihandelszone zwischen beiden Länder zu etablieren. Als ein Jahr später die Verhandlungen begannen, kam Kanada mit an den Verhandlungstisch. Am 12. August 1992 konnten die Verhandlungen zwischen den drei Ländern, über die Ausgestaltung der NAFTA, erfolgreich abgeschlossen werden. Mit dem planmäßigen Inkrafttreten am 1. Januar 1994, wurde einer der zwei größten Freihandelsräume der Welt, bezogen auf Bevölkerung und Bruttoinlandsprodukt (BIP), errichtet.
In Mexiko fand in der zweiten Hälfte der 80er Jahre eine völlige Neuorientierung der Wirtschaftspolitik statt. Nach jahrzehntelanger Verfolgung einer Politik der Importsubstitution, begann Mexiko unter Präsident Salinas seine Volkswirtschaft zum Weltmarkt zu öffnen. Von einem hohen Protektionsniveau im Jahr 1985, wurden bis 1990 alle quantitativen Beschränkungen auf Importe beseitigt, sowie die Zölle stark reduziert.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das NAFTA-Abkommen als Modell für Nord-Süd-Integration vor und skizziert das Ziel der Arbeit, den wirtschaftlichen Einfluss auf die Mitglieder sowie Auswirkungen auf das WTO-System zu analysieren.
2. Theoretische Fundierung von Präferenzabkommen: Dieses Kapitel erörtert die statischen und dynamischen Wohlfahrtseffekte von Freihandelszonen und diskutiert deren Rolle im Kontext multilateraler Liberalisierung.
3. Die NAFTA als Freihandelsabkommen: Hier werden die Entstehungsgeschichte, der Zollabbau, die Herkunftsregeln sowie die Nebenabkommen zu Umwelt- und Arbeitsstandards detailliert dargestellt.
4. Innere Entwicklung seit Gründung der NAFTA: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen des Abkommens auf das BIP-Wachstum, Handelsströme und ausländische Direktinvestitionen in den Mitgliedstaaten.
5. NAFTA und das Verhältnis gegenüber Nichtmitgliedern – „Building Block“ oder „Stumbling Block“: Dieser Abschnitt analysiert die Kompatibilität der NAFTA mit dem multilateralen Welthandelssystem und die offene Regionalisierung.
6. Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der NAFTA für die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Herausforderungen durch fragmentierte Handelsnetze.
NAFTA, Freihandelsabkommen, Regionale Integration, Nord-Süd-Handel, WTO, Handelsumlenkung, Handelsschaffung, ausländische Direktinvestitionen, BIP-Wachstum, Herkunftsregeln, Protektionismus, offener Regionalismus, USA, Mexiko, Kanada.
Die Arbeit bietet eine kritische Analyse des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) und untersucht dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf die beteiligten Länder sowie den Einfluss auf das globale multilaterale Handelssystem.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Präferenzabkommen, der Struktur des NAFTA-Vertragswerks, der Entwicklung des Handelsvolumens, Investitionsströmen und der Frage, ob das Abkommen den Welthandel fördert oder behindert.
Es wird untersucht, ob die NAFTA einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Mitglieder leistet und ob sie als "Building Block" oder "Stumbling Block" für die multilaterale Liberalisierung des Welthandels fungiert.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien, wie beispielsweise Gleichgewichtsmodelle und Gravitationsmodelle, um Handelseffekte ex ante und ex post zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Beschreibung der NAFTA-Grundzüge (inklusive Herkunftsregeln und Nebenabkommen) sowie eine umfassende Analyse der internen wirtschaftlichen Entwicklungen seit 1994.
Zentrale Begriffe sind NAFTA, regionale Integration, Handelsumlenkung, FDI, WTO-Kompatibilität, offener Regionalismus und Nord-Süd-Freihandelsabkommen.
Mexiko ist das erste Entwicklungsland in einem Freihandelsabkommen mit hoch entwickelten Industrienationen, weshalb seine Erfahrung als Modell für zukünftige Abkommen dieser Art von besonderer Bedeutung ist.
Der Autor stellt fest, dass die Fragmentierung des Handels durch überlappende bilaterale Abkommen (der sogenannte "Spaghetti Bowl"-Effekt) die These einer NAFTA als positiver Wegbereiter für globalen Freihandel ernsthaft in Frage stellt.
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