Masterarbeit, 2021
68 Seiten, Note: 1,9
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
1.2 Problembeschreibung und Fragestellung
1.3 Methodik
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Onlinekommunikation aus Nonprofit-Marketing-Sicht
2.1 Nonprofit-Marketing
2.2 Kommunikationspolitik aus Sicht des Nonprofit-Marketings
2.3 Onlinekommunikation
2.3.1 Operative Instrumente der Onlinekommunikation
2.4 Verortung und Eignung von Onlinekommunikation aus Sicht des Nonprofit-Marketings
3. Berufsverbände und Berufsgewerkschaften
3.1 Konstitutive Merkmale von Berufsverbänden und Berufsgewerkschaften als Interessenorganisationen
3.2 Was macht Gewerkschaften stark?
3.3 Bekannte und weniger bekannte berufsgewerkschaftliche Akteure
4. Fall: Der Verband medizinischer Fachberufe e.V.
4.1 Organisationsbeschreibung und Hauptaufgaben
4.1.2 Der VMF als multifunktionale Interessenorganisation
4.1.3 Hauptaufgabe 1: Aushandeln angemessener Tarifverträge mit Tarifpartnern und Ausweitung der Tarifflächendeckung
4.1.4 Einfluss von Betriebsstruktur und beruflichem Selbstverständnis auf die Mobilisierungsfähigkeit
4.1.5 Hauptaufgabe 2: Einsatz für gesellschaftliche Anerkennung der Berufsangehörigen
4.1.6 Lobbying
4.2 Zusammenfassung und Diskussion der limitierenden Einflüsse auf die Kommunikation des VMF
5. Die Onlinekommunikation des VMF
5.1 Überblick: Relevante Online-Anspruchsgruppen des VMF
5.2 Kommunikationspolitische Instrumente des VMF
5.3 Die Online-Reichweitenstrategie des VMF
5.3.1 Facebook
5.3.2 Suchmaschinenoptimierung
6. Fazit & Diskussion
Die Masterarbeit analysiert die Möglichkeiten der Onlinekommunikation zur Steigerung der Bekanntheit von Berufsverbänden und -gewerkschaften, die aufgrund struktureller Limitationen eine geringe öffentliche Sichtbarkeit aufweisen. Am Fallbeispiel des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. (VMF) wird untersucht, wie durch zielgerichtete Online-Instrumente die Reichweite unter Berufsangehörigen erhöht und die Organisation als Interessenvertretung besser positioniert werden kann.
5.3.1 Facebook
Der VMF betreibt eine Präsenz auf der Social Media-Plattform Facebook, die von mehreren Redakteuren gepflegt wird. Mit Stand November 2020 folgen knapp 11.000 Personen dem VMF auf Facebook. Die absolute Zahl dieser „Fans“, wie auch weitere quantitative Reichweiten-Metriken, werden dabei nicht primär als Erfolgsfaktor eingestuft, sie dienen vorrangig der Steuerung und Anpassung von Maßnahmen. Die Plattform bietet für den VMF gute Ausgangsbedingungen für eine Ausweitung kommunikativer Aktivitäten, insbesondere zum Erreichen der gewählten Zielgruppen außerhalb der eigenen Fanbasis. Facebook wurde dabei aus folgenden Gründen als Kommunikationskanal im Rahmen der Strategie in den Fokus gerückt:
Eine VMF-interne Auswertung zeigte, dass besonders auf Facebook potenzielle Nicht-Mitglieder vorzufinden sind. Dies gilt vor allem für Frauen ab einem Alter von 30 Jahren mit entsprechender Berufszugehörigkeit. Mittel- bis langfristig ist hier eine Ausweitung auf den Social Media-Kanal Instagram geplant, der vor allem unter 30-jährige als Zielgruppe hat.
Im Vergleich zu anderen Organisationen der Gesundheitsbranche, darunter Verbände und andere Gewerkschaften, zeigte sich außerdem eine äußerst starke Ausprägung beim Engagement von VMF-Fans auf Facebook, obwohl die Plattform bis Ende 2018 nur rudimentär mit Inhalten bespielt wurde. Dies bedeutet, dass sich VMF-Fans stärker als Fans vergleichbarer Organisationen zu bestimmten Inhalten über das Kommentieren, „Liken“ (Gefällt mir), Teilen und Anklicken eines Links interaktiv betätigen. Dies ist unerlässlich für eine Steigerung der Reichweite der eigenen Inhalte sowie ein inhärentes Merkmal der Mechanik des Web 2.0 und seiner Anwendungen. Erst durch dieses interaktive Verhalten seitens der Nutzer kommt es zu starken Multiplikationseffekten und damit zu einer kostengünstigen und effektiven Verbreitung der VMF-Inhalte außerhalb der eigenen Nutzerbasis. Grund dafür ist die algorithmische Steuerung Facebooks, die Inhalte von Organisationen an Privatpersonen ausspielt, wenn sie für diese Personen als „von Interesse“ klassifiziert werden.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, erläutert die Problemstellung der mangelnden Bekanntheit des VMF trotz fachlicher Erfolge und beschreibt die methodische Vorgehensweise der Einzelfallstudie.
2. Onlinekommunikation aus Nonprofit-Marketing-Sicht: Dieses Kapitel verortet Onlinekommunikation theoretisch im Nonprofit-Marketing und analysiert deren multifunktionale Bedeutung für Interessenorganisationen.
3. Berufsverbände und Berufsgewerkschaften: Es werden die konstitutiven Merkmale von Berufsverbänden sowie die Faktoren für gewerkschaftliche Macht (Primär-, Organisations- und Institutionelle Macht) theoretisch fundiert dargelegt.
4. Fall: Der Verband medizinischer Fachberufe e.V.: Eine detaillierte Analyse der Organisationsstruktur, der Aufgaben und der strukturellen Limitationen des VMF, die seine öffentliche Sichtbarkeit und Interessendurchsetzung einschränken.
5. Die Onlinekommunikation des VMF: Dieses Kapitel beschreibt die Strategie des VMF, insbesondere durch den gezielten Einsatz von Facebook und Suchmaschinenoptimierung die Bekanntheit bei Nicht-Mitgliedern aktiv zu steigern.
6. Fazit & Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial der Online-Reichweitenstrategie als Erfolgsfaktor zur Stärkung der Organisation in einem ressourcenarmen Umfeld.
VMF, Verband medizinischer Fachberufe, Onlinekommunikation, Nonprofit-Marketing, Berufsverband, Berufsgewerkschaft, Interessenvertretung, Bekanntheitssteigerung, Social Media, Suchmaschinenoptimierung, Facebook, Mitgliederbindung, Reichweitenstrategie, Gewerkschaftsstatus, Verbändeforschung
Die Arbeit analysiert, wie sich kleine Berufsverbände mit Gewerkschaftsstatus, die unter strukturellen Nachteilen leiden, durch Onlinekommunikation eine höhere Bekanntheit bei ihrer Zielgruppe verschaffen können.
Die Arbeit verbindet die theoretische Verbände- und Gewerkschaftsforschung mit angewandtem Nonprofit-Marketing und speziellen Instrumenten des Online-Marketings.
Die zentrale Frage lautet: Welche Möglichkeiten lassen sich für den „Spezialfall VMF“ identifizieren, die im Onlineraum zu einer Erhöhung seiner Bekanntheit unter Berufsangehörigen führen?
Die Autorin nutzt eine deskriptive, holistische Einzelfallstudie in Anlehnung an Yin (2014), gestützt durch eine Literaturanalyse sowie interne VMF-Daten und Experteninterviews.
Neben der theoretischen Einordnung werden die spezifischen Machtfaktoren des VMF untersucht und aufgezeigt, warum klassische Lobbyarbeit und Massenmedien für diesen Verband nur begrenzt funktionieren, bevor konkrete Online-Strategien erläutert werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind VMF, Onlinekommunikation, Berufsgewerkschaft, Bekanntheitssteigerung, Reichweitenstrategie, Facebook und Suchmaschinenoptimierung.
Da viele Betroffene nach konkreten arbeitsrechtlichen oder tariflichen Informationen suchen, fungiert Google als erster Kontaktpunkt; der Verband kann durch eine gute Platzierung dort neue Zielgruppen „abfangen“, ohne werblich auftreten zu müssen.
Facebook dient nicht nur als Informationskanal, sondern ermöglicht durch das hohe Interaktionsengagement der Nutzer eine kostengünstige, organische Verbreitung von Inhalten und die Ansprache spezifischer Zielgruppen über Interessenfelder.
Die Arbeit betont, dass der VMF ein spezifischer „Spezialfall“ ist, weist aber darauf hin, dass ähnliche Organisationen (z.B. die Apothekengewerkschaft ADEXA) vergleichbare Strukturen und Herausforderungen aufweisen könnten.
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