Examensarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Bindungstheorie
2.1 Entstehung
2.2 Grundlagen und Konzepte der Bindungstheorie
2.2.1 Bindungstheorie
2.2.2 Bindungssystem
2.2.3 Feinfühligkeit
2.2.4 Kindliche Bindungsqualität
2.2.5 Hierarchie der Bindungspersonen
2.2.6 Interne Arbeitsmodelle
2.2.7 Bindungsrepräsentation
2.2.8 Kulturelle Aspekte
2.2.9 Probleme und Forschungsbedarf
3 Spracherwerb
3.1 Behaviorismus
3.2 Nativismus
3.3 Kognitivismus
3.4 Der interaktionistische Ansatz Bruners
3.4.1 LASS – Hilfssystem zum Spracherwerb
3.5 Kognitive Vorraussetzungen beim Kind für die Sprachentwicklung
3.6 Vorraussetzungen für den Übergang von vorsprachlicher Kommunikation zu den Anfängen der Sprache
3.7 Spracherwerb in der Eltern-Kind-Interaktion
3.8 Kompetenzen des Säuglings
3.9 Kompetenzen der Eltern
3.10 Besonderes Sprachverhalten gegenüber Kindern
3.11 Kulturelle Aspekte
4 Zusammenhänge
4.1 Einflüsse von Bindung auf die Sprachentwicklung
4.1.1 Down-Syndrom
4.1.2 Emotion
4.1.3 Intuitive elterliche Didaktik
4.2 Einflüsse von Bindungs- und Interaktionserfahrungen auf kommunikative Kompetenzen
4.2.1 Pragmatik
4.2.2 Intersubjektivität
4.2.3 Bindung und kommunikative Kompetenzen
4.3 Wechselwirkungen zwischen Sprache, Interaktion, Emotion und Bindung
4.3.1 Bindung und die Koordination von Sprachrhythmus
4.3.2 Prinzipielle Offenheit und Emotionalität
4.4 Bindung und Sprachentwicklungsstörung
4.4.1 Merkmale
4.4.2 Bindung als Erklärungsansatz?
4.5 Zusammenfassung
5 Exkurs: Autismus, Sprache und Bindung
5.1 Wichtige Merkmale
5.2 Ursachen
5.3 Sprache und Kommunikation
5.4 Bindung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bindungstheorie als Erklärungsmodell für Kommunikations- und Sprachstörungen, wobei die Möglichkeiten und Grenzen dieses Ansatzes im Fokus stehen. Es wird analysiert, inwieweit emotionale Bindungsprozesse und frühkindliche Interaktionserfahrungen die sprachliche sowie kommunikative Entwicklung beeinflussen und ob bei gestörter Sprachentwicklung auch Zusammenhänge zu Bindungsstörungen bestehen.
3.4.1 LASS – Hilfssystem zum Spracherwerb
Bruner sieht eine Kontinuität zwischen vorsprachlicher Kommunikation und späterer Sprachkompetenzen. Nach erfolgreichem Spracherwerb beherrscht ein Mensch nicht nur sicher die grammatischen Regeln, sondern weiß auch seine Absichten auf passende Weise mit Hilfe dieser Grammatik umzusetzen.
Dazu muss aber der Erwachsene zur Unterstützung des Spracherwerbs eine sehr viel aktivere Rolle spielen, als nur die Modellsprache zu liefern. Er muss seine sprachlichen Äußerungen an das Niveau des Kindes anpassen („Feineinstellung“) und einen vertrauten Rahmen schaffen, in dem routinemäßige Abläufe es dem Kind ermöglichen, die Vorgänge zu verstehen. Durch dieses LASS, welches nicht nur aus sprachlichen Elementen besteht, wird auch die Kultur des Erwachsenen weitergegeben. Das LASS ist genetisch organisiert, wird aber auch gleichsam in dynamischer Weise von Kultur formal und thematisch strukturiert.
Das Hilfssystem LASS unterstützt die Sprachentwicklung in den mindestens vier folgenden Punkten (Bruner 1987):
1. Erwachsene betonen in der Interaktion intuitiv immer die Merkmale, die das Kind auch schon wahrnehmen kann. So weisen sie das Kind meist auf die kategorialen Unterschiede hin, für die das Kind programmiert ist, sie zu bemerken.
2. In vertrauten Formaten ermuntert der Erwachsene das Kind dazu, „einfache Gesten und stimmliche Äußerungen durch komplexere lexikalische und satzähnliche Äußerungen zu ersetzen“ (ebd., 34) Der Erwachsene nimmt das Kind als vollwertigen Gesprächspartner wahr, interpretiert also auch Intentionen in das Handeln des Kindes, welches somit eine Reaktion auf sein Handeln erwarten kann.
3. Spielerische Formate bestehen meist aus verabredeten Ereignissen, die mit Hilfe von Sprachen geschaffen wurden und sprachlich wieder herbeigeführt werden können. Solche „Nehmen-wir-an“-Situationen (ebd., 35) sind reich an Sprachlern- und Sprachverwendungsmöglichkeiten.
1 Einleitung: Die Einleitung diskutiert die gesellschaftliche Debatte um die Betreuungssituation von Kleinkindern und führt in die Fragestellung ein, wie emotionale Verhältnisse die Sprachentwicklung beeinflussen.
2 Die Bindungstheorie: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Bindungstheorie nach John Bowlby sowie zentrale Konzepte wie das Bindungssystem, Feinfühligkeit, interne Arbeitsmodelle und kulturelle Aspekte.
3 Spracherwerb: Hier werden verschiedene Theorien des Spracherwerbs vorgestellt, wobei der Fokus auf dem interaktionistischen Ansatz von Bruner und der Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion liegt.
4 Zusammenhänge: Das Kapitel untersucht die Wechselwirkungen zwischen Bindung, Sprache und Emotion und fragt, ob unsichere Bindung eine Ursache für Sprachentwicklungsstörungen sein kann.
5 Exkurs: Autismus, Sprache und Bindung: Der Exkurs betrachtet die spezifische Situation bei Kindern mit frühkindlichem Autismus hinsichtlich ihrer kommunikativen Merkmale und Bindungsfähigkeit.
Bindungstheorie, Spracherwerb, Mutter-Kind-Interaktion, Feinfühligkeit, Sprachentwicklungsstörung, Kommunikation, Intersubjektivität, Autismus, Bruner, Spracherwerbsmodelle, Bindungsqualität, vorsprachliche Kommunikation, intuitive elterliche Didaktik, Sprachrhythmus, Bindungsrepräsentation.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Zusammenhänge zwischen der Bindungstheorie nach Bowlby und der sprachlichen bzw. kommunikativen Entwicklung von Kindern.
Sie behandelt die Grundlagen der Bindungstheorie, verschiedene Modelle des Spracherwerbs, die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion sowie die Auswirkungen von Bindungserfahrungen auf kommunikative Kompetenzen.
Die zentrale Frage ist, inwieweit die Bindungstheorie als Erklärungsmodell für Kommunikations- und Sprachstörungen dienen kann und wo die Möglichkeiten und Grenzen dieses Modells liegen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller entwicklungspsychologischer Forschungsergebnisse und Theorien zur Mutter-Kind-Interaktion.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Einflüsse von Bindung auf die Sprachentwicklung, inklusive Faktoren wie Emotionen, elterlicher Didaktik und der speziellen Situation bei Sprachentwicklungsstörungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bindung, Spracherwerb, Feinfühligkeit, Intersubjektivität, Spracherwerbsmodelle und die Rolle der Interaktion.
Sie beschreibt die unbewussten Strategien von Eltern, ihre Sprache und ihr Verhalten (wie Mimik, Tempo und Redundanz) an das Niveau des Kindes anzupassen, um den Spracherwerb aktiv zu fördern.
Die Arbeit zeigt, dass Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung die soziale Interaktion und Intersubjektivität erschwert, was die Sprachentwicklung verzögert und den Aufbau einer sicheren Bindung komplexer gestaltet, wenngleich eine Bindung grundsätzlich möglich bleibt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

