Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Medizinische, rechtliche und ethische Dimensionen des Vegetativen Status
2.1. Grundlegende medizinische und rechtliche Aspekte des Vegetativen Status
2.1.1 Der Vegetative Status aus medizinischer Sicht
2.1.2 Wegweisende Gerichtsurteile bezüglich Patienten im Vegetativen Status
2.1.3 Wesentliche medizinisch-rechtliche Ereignisse im Fall Terri Schiavo
2.2 Zentrale ethische Fragestellungen bei der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen von Patienten im Vegetativen Status
2.2.1 Prinzipienethische Überlegungen zur Problematik des Vegetativen Status
2.2.1.1 Die vier Prinzipien von Beauchamp und Childress
2.2.1.2 Paternalismus in der Medizinethik
2.2.1.3 Paternalismus im Fall des Vegetativen Status
2.2.2 Begriffliche Unterscheidungen in Bezug auf die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen
2.2.2.1 Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden
2.2.2.2 Die Unterscheidung zwischen Töten und Sterben-lassen
2.2.3 Ethische Beurteilung von Willensäußerungen
2.2.3.1 Anforderungen an die Genauigkeit von Willensäußerungen
2.2.3.2 Anforderungen an den Kontext von Willensäußerungen
2.2.3.3 Vor- und Nachteile strengerer gesetzlicher Anforderungen an Willensäußerungen
2.2.4 Überlegungen zur Lebensqualität bei Patienten im Vegetativen Status
2.2.4.1 Das disability paradox
2.2.4.2 Naturalistische und konstruktivistische Erklärungen von Krankheit
2.2.4.3 Die Haltung der katholischen Kirche zum Thema Lebensqualität
3. Fazit
Diese Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im sogenannten Vegetativen Status, wobei der Fall Terri Schiavo als zentrales Fallbeispiel dient. Dabei wird analysiert, ob die gegen die Einstellung solcher Maßnahmen vorgebrachten Argumente – wie paternalistische Erwägungen, begriffliche Unterscheidungen oder Überlegungen zur Lebensqualität – bei einer zweifelsfreien Diagnose des irreversiblen Zustands überzeugend sind.
2.2.1.1 Die vier Prinzipien von Beauchamp und Childress
Der Prinzipienethische Ansatz in der Medizinethik wurde maßgeblich von Tom Beauchamp und James Childress mit ihrem 1977 zum ersten Mal erschienenen Werk Principles of Biomedical Ethics geprägt. Darin entwickeln sie ausgehend von der sogenannten common morality, die wiederum auf den vortheoretischen moralischen Vorstellungen einer Gesellschaft beruht, die vier prima facie gleichberechtigten Prinzipien Respekt der Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun und Gerechtigkeit. Diese vier Prinzipien, die nach den Worten der Autoren normative Richtlinien darstellen und bestimmen, ob eine bestimmte Handlung richtig, falsch, erlaubt oder verpflichtend ist, müssen in der konkreten Anwendung weiter spezifiziert und im Konfliktfall gegeneinander abgewogen werden.
Inwieweit dieser von Beauchamp und Childress gewählte Ansatz in der Medizinethik sinnvoll ist und welche Schwachstellen und Kritikpunkte bestehen, soll in dieser Arbeit nicht diskutiert werden. Stattdessen sollen die Prinzipien, insbesondere das des Respekts für Autonomie und das des Wohltuns, auf Patienten im Vegetativen Status angewendet werden.
Autonomie definieren Beauchamp und Childress in diesem Zusammenhang wie folgt: „personal rule of the self that is free from both controlling interferences by others and from personal limitations that prevent meaningful choice.” In diesem Sinne ist eine Handlung autonom, wenn sie verstanden wird sowie intentional und ohne Zwang ausgeführt wird. Da die ersten beiden Bedingungen in unterschiedlichen Graden erfüllt sein können, sind Handlungen auch mehr oder weniger autonom. Diese Autonomie einer Person muss respektiert werden, wobei die Autoren Immanuel Kant und John Stuart Mill als Vordenker hierfür nennen. Dieser Respekt für die Autonomie eines Patienten zeigt sich dabei entweder in negativer Form, indem autonome Handlungen nicht durch externen Zwang beeinträchtigt werden, oder in positiver Form, indem autonome Handlungen anderer Personen aktiv ermöglicht und unterstützt werden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Fall Terri Schiavo ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das Ziel, die ethische Argumentation gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen zu untersuchen.
2. Medizinische, rechtliche und ethische Dimensionen des Vegetativen Status: Hier werden die medizinischen Grundlagen definiert, wegweisende Gerichtsurteile analysiert und die ethischen Argumente (Paternalismus, begriffliche Unterscheidungen, Willensäußerungen, Lebensqualität) im Detail diskutiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die vorgebrachten ethischen Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei eindeutiger Diagnose nicht überzeugend sind.
Vegetativer Status, Terri Schiavo, Paternalismus, Patientenverfügung, Willensäußerung, Medizinethik, Lebensqualität, disability paradox, Behandlungsabbruch, Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun, Sterben-lassen, künstliche Ernährung, Bioethik
Die Arbeit analysiert die ethische Zulässigkeit der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten, die sich zweifelsfrei im sogenannten Vegetativen Status befinden.
Die zentralen Felder sind die medizinischen Grundlagen des Vegetativen Status, die rechtliche Praxis in den USA (Fall Schiavo) sowie die ethische Diskussion um Autonomie, Paternalismus und Lebensqualität.
Das Ziel ist zu klären, ob die Argumente, die gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei irreversibel geschädigten Patienten vorgebracht werden, ethisch überzeugend sind.
Die Arbeit nutzt eine ethische Argumentationsanalyse sowie eine Aufarbeitung der relevanten medizinischen und rechtlichen Sachverhalte im Fall Terri Schiavo.
Der Hauptteil analysiert vier zentrale ethische Argumentationslinien, darunter prinzipienethische Aspekte, begriffliche Unterscheidungen, die Rolle von Willensäußerungen und Konzepte der Lebensqualität.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Vegetativer Status, Paternalismus, Patientenverfügung, Lebensqualität und das disability paradox.
Das "disability paradox" macht darauf aufmerksam, dass gesunde Beobachter die Lebensqualität behinderter Menschen oft falsch einschätzen, was bei Entscheidungen über den Lebenswert im Vegetativen Status zu fatalen Fehlurteilen führen kann.
Die Arbeit betont, dass schriftliche Verfügungen zwar mehr Reflexion fördern, eine zu strenge Reglementierung aber den Großteil der Bevölkerung, der keine Verfügung besitzt, in seiner Selbstbestimmung einschränkt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Einstellung der künstlichen Ernährung im Fall Terri Schiavo bei Erfüllung der medizinischen Bedingungen und unter Berücksichtigung ihres bekannten Willens gerechtfertigt war.
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