Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Historia Augusta – Problematiken
3. Das literarische Porträt
4. Die Interdependenz der literarischen Porträts des Verus und des Marcus
4.1. Struktur der vita marci
4.2. Struktur der vita veri
4.3. Die Rolle des einen in der vita des anderen
4.3.1 Lucius Verus in der vita marci
4.3.2 Marcus in der vita veri
4.4. Die Wertung der Themenbereiche in den viten
4.4.1 Abstammung, Adoption und die Vorherbestimmung zur Herrschaft
4.4.2 Kindheit, Jugend und Ausbildung
4.4.3 Verhältnis zum Volk
4.4.4 Feldherrenrolle, das Militär und Sieghaftigkeit
4.4.5 Politik, Beziehung zu Senat und Höflingen
4.4.6 Tod und Vergöttlichung
4.4.7 Unmittelbare Darstellung
5. Intention und Wirkung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Interdependenz der literarischen Porträts von Lucius Verus und Marcus Aurelius in der Historia Augusta, um aufzuzeigen, wie durch eine gezielte strukturelle und inhaltliche Darstellung ein Dualismus zwischen dem tugendhaften Marcus und dem lasterhaften Lucius konstruiert wird. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Polarisierung zur Überhöhung von Marcus Aurelius beiträgt und welche Absichten sowie Wirkungen mit dieser literarischen Gestaltung verbunden sind.
Unmittelbare Darstellung
„Verus war von stattlicher Gestalt, hatte einen heiteren Gesichtsausdruck, trug einen Bart, den er fast nach Barbarenart lang wachsen ließ; er war schlank, und seine bis zu den Augenbrauen in Falten gelegte Stirn verlieh ihm etwas Ehrfurchtgebietenes. (7) Man sagt ihm nach er habe sein Blondhaar mit solcher Sorgfalt gepflegt, daß er sein Haar mit Goldstaub puderte, um den blonden Glanz seiner Locken zu steigern“
Diese Beschreibung scheint Verus‘ bisherigen Charakter zu unterstreichen, indem der Autor eine stereotype Darstellungsweise wählt. Der Goldstaub im Haar ergänzt seine luxoria, etwas, was ihm besonders seit seinem Syrienaufenthalt anlastet. Zudem erinnert sein langer Bart nicht an das Antlitz bekannter Philosophen, sondern erweckt die Erscheinung eines Barbaren und lässt in der Folge seinen exzessiven Lebensstil in Erinnerung treten oder vollendet die Darstellung hinsichtlich seines „einfachen Gemüts“, wie das eines stereotypischen Barbaren. Die „stattliche Gestalt“ und das ihn umgebene „Ehrfurchtgebietende“ provozieren hingegen einen Eindruck, welcher eine imperative Erscheinung erweckt und dem bisherigen Charakterbild zugutekommt.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung literarischer Zeugnisse für die Wahrnehmung der Doppelherrschaft von Lucius Verus und Marcus Aurelius und begründet die Relevanz der Untersuchung der Historia Augusta als Quelle.
2. Die Historia Augusta – Problematiken: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur Historia Augusta, insbesondere hinsichtlich der schwierigen Fragen nach Autorenschaft und Entstehungszeit, und definiert den Umgang mit diesen Problematiken für die Arbeit.
3. Das literarische Porträt: Es erfolgt eine theoretische Definition und Interpretation des Begriffs „literarisches Porträt“ als assoziatives Konzept, um eine Basis für die anschließende Analyse der Biografien zu schaffen.
4. Die Interdependenz der literarischen Porträts des Verus und des Marcus: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die strukturellen Aufbauten, wechselseitigen Einflüsse und die wertende Darstellung beider Kaiser in verschiedenen Themenbereichen wie Kindheit, Militär und Politik.
5. Intention und Wirkung: Die Analyse der Intention hinter den literarischen Porträts führt zu der Erkenntnis, dass der Autor eine hochstilisierte Darstellung von Marcus Aurelius anstrebt, wobei die Gefahr einer daraus resultierenden Unglaubwürdigkeit beim Leser erörtert wird.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen: Die Historia Augusta nutzt Lucius Verus als kontrastierenden Gegenpol, um Marcus Aurelius als herausragenden Herrscher zu inszenieren, was zu einer deutlichen Interdependenz der beiden Porträts führt.
Historia Augusta, Marcus Aurelius, Lucius Verus, Doppelherrschaft, Literaturanalyse, literarisches Porträt, Kaiserbiografie, Herrscherdarstellung, Iulius Capitolinius, Wirkungsgeschichte, princeps bonus, Antike, Herrscherideologie, römische Kaiser, Charakterisierung
Die Bachelorarbeit analysiert die literarischen Porträts von Marcus Aurelius und Lucius Verus in der Historia Augusta und untersucht, wie diese durch gegenseitige Bezugnahme einander beeinflussen.
Neben der Struktur der Biografien werden spezifische Aspekte wie Abstammung, Ausbildung, das Verhältnis zum Volk, militärische Leistungen sowie die Beziehung zu Senat und Höflingen im Hinblick auf ihre wertende Darstellung beleuchtet.
Das Ziel ist es, die Darstellungsabsicht des Autors offenzulegen, der durch die bewusste Gegenüberstellung der beiden Kaiser Marcus Aurelius als idealen Herrscher (princeps bonus) hervorheben möchte.
Die Autor wendet eine strukturelle und inhaltliche Analyse an, die insbesondere die wechselseitige Wirkung der beiden Biografien (vita marci und vita veri) untersucht und vergleichend auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Strukturanalyse der Biografien, die Untersuchung der wechselseitigen Rollenverteilung sowie die Analyse der Wertung in konkreten Themenbereichen, wobei der Fokus auf dem entstehenden Dualismus liegt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Historia Augusta, Interdependenz, literarisches Porträt, princeps bonus, Herrscherideologie und die spezifische "Verschaltung" der beiden Biografien.
Durch die Struktur, die Lucius Verus zunehmend als „einfaches Gemüt“ oder gar als moralisches Negativbeispiel darstellt, wird er systematisch als Gegenpol zu Marcus Aurelius aufgebaut und als „kleiner Kaiser“ diskreditiert.
Die Darstellung nutzt rhetorische Kontraste, indem sie Marcus in den meisten kritischen Situationen durch Handlungen wie Fürsorge, militärische Planung oder Senatstreue in einem durchweg positiven Licht präsentiert, das den Leser überzeugen soll.
Die Interpolation (Kapitel 15-19) erzeugt einen Bruch im Verlauf der Biografie, der durch die Einführung negativer Aspekte eine Korrektur oder Ergänzung des ansonsten idealisierten Bildes von Marcus Aurelius ermöglicht.
Die gehäufte Erwähnung von Gerüchten, wie etwa zur Blutschande, dient als „Tiefpunkt“ und verstärkt den bereits etablierten negativen Trend der Charakterzeichnung von Lucius Verus signifikant.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

