Bachelorarbeit, 2021
88 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Theoretischer Rahmen
1. Soziale Arbeit in der Arbeitsmarktintegration
2. Die verborgenen Mechanismen der Macht nach Bourdieu
2.1. Kapital
2.1.1. Ökonomisches Kapital
2.1.2. Kulturelles Kapital
2.1.3. Soziales Kapital
2.2. Habitus
2.2.1 Reproduktion
2.2.2. Habitustransformationen
3. Zwischenfazit
III. Empirischer Teil
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Sampling
4.2. Leitfadeninterview
4.3. Auswertung – inhaltlich-strukturierende Qualitative Inhaltsanalyse
4.4. Gütekriterien
5. Ergebnisse
IV. Deutung / Diskussion der Ergebnisse
V. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für Erwerbslosigkeit sowie die Hürden und Gelingensbedingungen für einen Bildungsaufstieg von Teilnehmenden des Dortmunder Förderzentrums. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich die familiäre Sozialisation und die Ausstattung mit verschiedenen Kapitalsorten im Sinne der Habitustheorie von Pierre Bourdieu auf die berufliche Entwicklung der Betroffenen auswirken.
Definition Habitus:
Wie kann es sein, dass trotz ständiger historischer Veränderungen soziale Strukturen sehr träge oder gar nicht verändert werden? Wie ist es möglich, dass Menschen zwar die Strukturen und ihr eigenes Verhalten verändern könnten, sie aber immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück fallen? Die Antwort auf diese Fragen könnte der Habitus liefern. Wie in obiger Abbildung zu erkennen ist, erklärt Bourdieu ihn im Sozialen Sinn als „System dauerhafter und übertragbarer Dispositionen“, welche als „Erzeugungs- und Ordnungsgrundlage für Praktiken und Vorstellungen“ dienen (Bourdieu 1978, S. 98). Und als mögliche Erklärung für das unbewusste Wirken des Habitus, wird ihm unterstellt nach dem Prinzip der „Spontanität ohne Wissen und Bewußtsein“ (Bourdieu 1978, S. 105) zu funktionieren und fügt noch hinzu:
„Als einverleibte, zur Natur gewordene und damit als solche vergessene Geschichte ist der Habitus wirkende Präsenz der gesamten Vergangenheit, die ihn erzeugt hat“ (Bourdieu 1978, S. 105).
Kern des Habitusbegriffs ist die Tendenz, auf immer wieder ähnliche Art und Weise zu handeln und ist somit mit der Funktion einer psychosomatischen Erinnerung zu vergleichen. In ihm sind frühere Handlungsweisen gespeichert, die in ähnlichen Situationen abgerufen werden. Das heißt, der Habitus ist eine Neigung, so zu handeln, wie man es, meist in der Ursprungsfamilie, gelernt hat. Beim Lernen orientiert sich der Mensch nicht an Modellen, sondern an Handlungen anderer Menschen (vgl. Bourdieu 1979, S.189). Allerdings umfasst der Habitusbegriff mehr als ausschließlich das Handeln und bezieht Wahrnehmung, Denken, Handeln und Urteilen das Unbewusste, die Psyche und den durch Sozialisationsprozessen geprägten Körper mit ein (vgl. Rehbein 2016, S. 87).
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung zur Erwerbslosigkeit im Kontext des Förderzentrums und legt die zentralen Thesen sowie die methodische Vorgehensweise dar.
II. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe Bourdieus wie Kapital, Habitus und soziales Feld sowie die Bedeutung der Familie als Reproduktionsinstanz für Bildungsungleichheit.
1. Soziale Arbeit in der Arbeitsmarktintegration: Hier wird der rechtliche und soziale Rahmen der Arbeitsmarktintegration sowie der Übergang zum aktivierenden Sozialstaat beleuchtet.
2. Die verborgenen Mechanismen der Macht nach Bourdieu: Das Kapitel führt in die machttheoretischen Konzepte Bourdieus ein, die für das Verständnis sozialer Ungleichheit grundlegend sind.
2.1. Kapital: Hier werden die verschiedenen Arten des Kapitals nach Bourdieu und deren Bedeutung für die Positionierung im sozialen Raum definiert.
2.1.1. Ökonomisches Kapital: Dieses Unterkapitel beschreibt materielles Eigentum als Ressource und dessen Einfluss auf den sozialen Status.
2.1.2. Kulturelles Kapital: Hier wird das Bildungskapital in seinen drei Zustandsformen sowie dessen Rolle bei der Distinktion von sozialen Klassen analysiert.
2.1.3. Soziales Kapital: Dieser Abschnitt behandelt die Bedeutung von Netzwerken und Beziehungsarbeit für den beruflichen Erfolg.
2.2. Habitus: Das Konzept des Habitus als System von Dispositionen wird hier als zentrales Bindeglied zwischen objektiven Strukturen und individuellem Handeln eingeführt.
2.2.1. Reproduktion: Dieses Kapitel erörtert, wie soziale Herkunft durch unbewusste Handlungsmuster das Verbleiben in der Erwerbslosigkeit verstetigen kann.
2.2.2. Habitustransformationen: Hier werden die Möglichkeiten und Prozesse einer Veränderung des Habitus sowie die Rolle von Krisen als Impulsgeber untersucht.
3. Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und leitet zum empirischen Teil über.
III. Empirischer Teil: Der Teil erläutert die qualitative Ausrichtung der Forschungsarbeit und die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse.
4. Methodisches Vorgehen: Hier werden das Sampling, die Durchführung der Interviews und die methodischen Prinzipien der Analyse dargelegt.
4.1. Sampling: Dieser Abschnitt erklärt die Auswahl der Interviewpartner nach kontrastreichen Kriterien, um die Bandbreite der Biographien abzubilden.
4.2. Leitfadeninterview: Das Kapitel beschreibt die Gestaltung und den Ablauf der leitfadengestützten Interviews als Instrument der Sozialforschung.
4.3. Auswertung – inhaltlich-strukturierende Qualitative Inhaltsanalyse: Hier wird das angewandte Auswertungsverfahren nach Mayring und Schreier detailliert beschrieben.
4.4. Gütekriterien: Das Kapitel thematisiert die Qualitätssicherung und Transparenz des Forschungsprozesses.
5. Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die zentralen Erkenntnisse aus den Interviews, verknüpft mit den theoretischen Kategorien.
IV. Deutung / Diskussion der Ergebnisse: Hier erfolgt die detaillierte Diskussion der einzelnen Fallbeispiele im Kontext der theoretischen Konzepte.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung für die Soziale Arbeit und identifiziert Ansätze für die Praxis.
Bourdieu, Habitus, Soziale Arbeit, Arbeitsmarktintegration, Kapital, Bildungsaufstieg, Sozialisation, Erwerbslosigkeit, Habitus-Transformation, soziale Ungleichheit, qualitative Sozialforschung, Leistungsbezug, Prekarisierung, Ressourcen, Lebenslauf.
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Hindernisse für den Verbleib in der Erwerbslosigkeit oder den Gelingen eines Bildungsaufstiegs bei jungen Menschen aus prekären Milieus.
Die zentralen Themen sind die Anwendung der Habitustheorie von Pierre Bourdieu, die Bedeutung von Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) und der Einfluss der primären Sozialisation.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem individuellen Habitus und den institutionellen Anforderungen der Arbeitswelt zu verstehen und Handlungsansätze für die Soziale Arbeit zu entwickeln.
Die Autorin führt eine qualitative Sozialforschung mit leitfadengestützten Interviews durch, die mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Kapital und Habitus sowie einen empirischen Teil, in dem die Lebensgeschichten von vier Teilnehmenden analysiert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bourdieu, Habitus, Soziale Arbeit, Arbeitsmarktintegration, Bildungsaufstieg und soziale Ungleichheit.
Das Dokument betont, dass bei fehlenden kulturellen und sozialen Ressourcen in der Herkunftsfamilie eine soziale Patenschaft durch externe Bezugspersonen als Katalysator für einen erfolgreichen Bildungsaufstieg wirken kann.
Parentifizierung beschreibt eine psychische Belastung, bei der Kinder die Rollen ihrer psychisch erkrankten Eltern übernehmen müssen, was die eigene Entwicklung und berufliche Integration hemmen kann.
Im Gegensatz zu quantitativen Studien, die auf statistische Repräsentativität zielen, fokussiert diese Arbeit auf die Tiefe der Einzelfallanalyse und die Rekonstruktion subjektiver Sinnstrukturen.
Die Nordstadt dient als räumlicher Kontext für soziale Benachteiligung, da sie durch hohe Erwerbslosigkeit und ein Defizit an ökonomischem sowie kulturellem Kapital der Bewohner charakterisiert ist.
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