Doktorarbeit / Dissertation, 2007
224 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DER CMOS-TECHNOLOGIE
2.1 DER MOS-TRANSISTOR
2.1.1 Das Feldeffektprinzip
2.1.2 Halbleiter
2.1.3 Aufbau und Funktionsweise
2.1.4 Kapazitäten
2.2 EFFEKTE IN NANOMETER-TECHNOLOGIEN
2.2.1 Short channel effects (SCE)
2.2.2 Drain induced barrier lowering (DIBL) und punchthrough effect
2.2.3 Tunneling effect
2.2.4 Velocity saturation
2.3 CMOS-GATTER
2.3.1 Aufbau
2.3.2 Verzögerungszeiten
2.3.3 Dimensionierung von CMOS-Gattern
2.4 LEISTUNGSVERBRAUCH IN CMOS-SCHALTUNGEN
2.4.1 Leistungsverbrauch durch Umladevorgänge
2.4.2 Leistungsverbrauch durch Kurzschlussströme
2.4.3 Leistungsverbrauch durch Leckströme
3 ANSÄTZE ZUR REDUZIERUNG DES LECKSTROMS IN NANOMETER-TECHNOLOGIEN
3.1 DIE ABSTRAKTIONSEBENEN
3.2 ANSÄTZE AUF DER TECHNOLOGIEEBENE
3.2.1 Retrograde well
3.2.2 Halo-Implantate
3.2.3 Offset spacer
3.3 SLEEP TRANSISTORS (MTCMOS)
3.4 INPUT VECTOR CONTROL (IVC)
3.5 DUAL VTH CMOS (DVTCMOS)
3.6 DUAL TOX CMOS (DTOCMOS)
3.7 STACK FORCING
3.8 DYNAMISCHE SCHWELLSPANNUNG (VTCMOS)
3.9 MODIFIKATION DER BETRIEBSSPANNUNG
3.10 VERGLEICH DER ANSÄTZE
4 „MIXED-VTH/TOX“-STRUKTUREN
4.1 ANSÄTZE AUF GATTEREBENE UND AUF TRANSISTOREBENE
4.2 SCHALTUNGEN MIT UNTERSCHIEDLICHEN GATTERTYPEN
4.3 DER „MIXED GATES“-ANSATZ
5 MODIFIZIERUNG DER TECHNOLOGIEPARAMETER
5.1 VORBETRACHTUNGEN UND TESTUMGEBUNG
5.2 SIMULATIONSERGEBNISSE
5.3 AUSWAHL DER TECHNOLOGIEPARAMETER
6 GENERIERUNG EINER NEUEN GATTERBIBLIOTHEK
6.1 VORBETRACHTUNGEN
6.2 PARALLELSCHALTUNG MIT GEMISCHTEN TRANSISTOREN
6.3 GEMISCHTE TRANSISTORSTACKS
6.3.1 Verzögerungszeit beim Mehrsignalwechsel
6.3.2 Verzögerungszeit beim Einzelsignalwechsel
6.3.3 Vergleich der Signalwechseltypen
6.3.4 Leckstrom
6.3.5 Generierung gemischter Transistorstacks
6.4 „MIXED GATES“-DESIGNREGELN
6.4.1 Wechselwirkungen zwischen PMOS- und NMOS-Pfaden
6.4.2 Spezielle Pfade
6.4.3 Referenzzeiten
6.5 BEISPIELBIBLIOTHEK
6.5.1 Designflow
6.5.2 Ergebnisse
6.5.3 Kurzschlussstrom
6.5.4 Störabstand
7 ZUWEISUNGSALGORITHMEN
7.1 VORBETRACHTUNGEN
7.2 TESTUMGEBUNG
7.3 DETERMINISTISCHE ALGORITHMEN
7.3.1 Sukzessive Zuweisungsalgorithmen (SZA)
7.3.2 Prioritätenbasierte Zuweisungsalgorithmen (PZA)
7.3.3 Ein neuer Algorithmus
7.3.4 Ergebnisse und Vergleich
7.4 EVOLUTIONÄRE ALGORITHMEN
7.4.1 Grundlagen
7.4.2 Anpassungen an den „Mixed Gates“-Ansatz
7.4.3 Verbesserungen
7.4.4 Ergebnisse
7.5 RESULTATE DES „MIXED GATES“-ANSATZES
8 KONTINUIERLICHE TECHNOLOGIE-PARAMETER
8.1 ALGORITHMEN ZUR KONTINUIERLICHEN PARAMETERVERGABE
8.2 CLUSTERGENERIERUNG
8.3 ERGEBNISSE
9 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Analyse eines innovativen Verfahrens zur signifikanten Reduzierung von Leckströmen in modernen Nanometer-Technologien, wobei die Performance der integrierten Schaltungen konstant gehalten werden soll. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch eine Kombination von transistor- und gatterbasierten Optimierungstechniken – dem sogenannten „Mixed Gates“-Ansatz – Leckstromverluste minimiert werden können, ohne die Rechenleistung oder den dynamischen Leistungsverbrauch negativ zu beeinflussen.
4.3 Der „Mixed Gates“-Ansatz
Aus den Betrachtungen zu den DxCMOS-Ansätzen im vorherigen Abschnitt folgt, dass bei diesen Techniken noch Potenzial für eine weitere Leckstromreduzierung vorhanden ist. Basierend auf diesen Überlegungen wird im Folgenden ein neuer Ansatz vorgestellt.
Ein Merkmal der DxCMOS-Ansätze auf Gatterebene ist, dass innerhalb der Gatter alle Transistoren vom gleichen Typ bezüglich der Schwellspannung Vth und der Gate-Oxiddicke Tox sind. Dadurch wird bei diesen Techniken die Anzahl der Gattertypen durch die Anzahl der Transistortypen, welche von der Technologie zur Verfügung gestellt werden, begrenzt. Hierbei gilt jedoch, je mehr Transistortypen verwendet werden, desto größer sind die Produktionskosten der Schaltungen [Vee00, Wes05]. Daher werden in fast allen Techniken nur maximal zwei verschiedene Transistortypen genutzt. Um die daraus resultierende Begrenzung auf zwei Typen für jedes logische Gatter zu umgehen, ist eine Grundidee des neuen Ansatzes, gemischte Gatter zu verwenden. Das bedeutet, innerhalb der Gatter können auch unterschiedliche Transistortypen verwendet werden. Daraus folgt direkt eine weitere Grundidee des neuen Ansatzes, welche besagt, dass auch ein dritter Gattertyp benutzt werden kann. Dies erlaubt eine differenzierte Zuweisung der Gattertypen innerhalb der Schaltungen und damit eine effektivere Reduzierung des Leckstroms.
Eine zusätzliche Begrenzung der DxCMOS-Ansätze ist die Festlegung auf nur einen einzigen zu modifizierenden Technologieparameter. Das bedeutet, es werden Technologien benutzt, in denen sich die Transistoren entweder in der Schwellspannung Vth oder in der Dicke Tox der Gate-Oxidschicht unterscheiden. Somit kann entweder der subthreshold leakage oder der gate leakage reduziert werden. Da jedoch beide Leckstromkomponenten jeweils etwa 50 % des gesamten Leckstroms verursachen [Itrs06], sollten sie gleichzeitig reduziert werden. Daraus folgt die dritte Grundidee des neuen Ansatzes, welche besagt, dass sich die Transistortypen sowohl in dem Parameter Vth als auch dem Parameter Tox unterscheiden.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung beschreibt die stetige Zunahme des Energieverbrauchs in modernen integrierten Schaltkreisen aufgrund der Miniaturisierung und führt das Ziel der Arbeit ein, den Leckstrom durch einen neuartigen „Mixed Gates“-Ansatz zu minimieren.
2 GRUNDLAGEN DER CMOS-TECHNOLOGIE: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von MOS-Transistoren, die physikalischen Effekte in Nanometer-Technologien sowie die Quellen des Leistungsverbrauchs, die eine wichtige Basis für die nachfolgende Arbeit bilden.
3 ANSÄTZE ZUR REDUZIERUNG DES LECKSTROMS IN NANOMETER-TECHNOLOGIEN: Hier werden bestehende Techniken zur Leckstromminimierung auf verschiedenen Abstraktionsebenen vorgestellt und kritisch bewertet, um eine fundierte Grundlage für den eigenen Ansatz zu schaffen.
4 „MIXED-VTH/TOX“-STRUKTUREN: Dieser Abschnitt führt das Kernstück der Arbeit ein: den „Mixed Gates“-Ansatz, der die Vorteile verschiedener Ansätze kombiniert, um durch gemischte Transistortypen innerhalb eines Gatters den Leckstrom effizienter zu reduzieren.
5 MODIFIZIERUNG DER TECHNOLOGIEPARAMETER: Dieses Kapitel untersucht, wie durch gezielte Variation der Technologieparameter die Eigenschaften der Transistoren optimiert werden können, um ein bestmögliches Verhältnis von Leckstrom und Verzögerungszeit zu erreichen.
6 GENERIERUNG EINER NEUEN GATTERBIBLIOTHEK: Es wird der Prozess der Entwicklung einer spezialisierten „Mixed Gates“-Bibliothek beschrieben, inklusive der Definition von Designregeln und eines systematischen Workflows zur Implementierung.
7 ZUWEISUNGSALGORITHMEN: Dieses Kapitel analysiert verschiedene deterministische und evolutionäre Algorithmen, um die Gattertypen optimal innerhalb einer Schaltung zuzuweisen, wobei ein neuer, besonders effizienter Algorithmus eingeführt wird.
8 KONTINUIERLICHE TECHNOLOGIE-PARAMETER: Abschließend werden theoretische Grenzen der Leckstromreduzierung betrachtet, wenn kontinuierliche Parameteränderungen für Transistoren zugelassen würden, und der Einsatz von Clustering-Techniken untersucht.
9 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der wichtigsten Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf potenzielle weiterführende Forschungsgebiete, wie die Einbeziehung neuer Materialien oder statistischer Analyseansätze.
Leckstrom, Nanometer-Technologien, Mixed Gates, CMOS, Gatterbibliothek, Schwellspannung, Gate-Oxiddicke, subthreshold leakage, gate oxide leakage, Zuweisungsalgorithmus, Schaltungsoptimierung, Leistungsverbrauch, Transistorstacks, Optimierung, Chipdesign.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung und Reduzierung von Leckströmen in modernen integrierten Schaltungen, die mit Nanometer-Strukturgrößen gefertigt werden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Erhaltung der Performance gelegt.
Zentral sind die Analyse von Leckstrom-Komponenten, der Entwurf neuer Gatter-Architekturen („Mixed Gates“), die Modifikation von Technologieparametern sowie die Entwicklung effizienter Zuweisungsalgorithmen zur Schaltungsoptimierung.
Das Hauptziel ist die Entwicklung des „Mixed Gates“-Ansatzes. Dieser soll eine effektive Leckstromreduzierung sowohl im aktiven als auch im passiven Zustand einer Schaltung ermöglichen, ohne die Schaltgeschwindigkeit (Performance) negativ zu beeinflussen.
Es kommen umfangreiche Simulationen zum Einsatz (unter anderem mit HSpice und BPTM-Modellen), die methodische Charakterisierung von Gatter-Bibliotheken sowie die Entwicklung und Implementierung deterministischer und evolutionärer Zuweisungsalgorithmen.
Im Hauptteil werden zunächst die physikalischen Grundlagen erläutert, dann bestehende Ansätze bewertet, der eigene „Mixed Gates“-Ansatz detailliert hergeleitet, die Modifikation von Technologieparametern diskutiert und abschließend eine komplette Gatterbibliothek sowie die zugehörigen Algorithmen generiert.
Die wichtigsten Begriffe sind „Mixed Gates“, subthreshold leakage, gate oxide leakage, DVTCMOS, DTOCMOS, Schwellspannung, sowie verschiedene Zuweisungsalgorithmen (SZA, PZA, evolutionäre Algorithmen).
Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Ansätzen, die nur eine Art von Modifikation (entweder Schwellspannung oder Oxiddicke) erlauben, kombiniert der „Mixed Gates“-Ansatz beides innerhalb eines Gatters und erlaubt die Verwendung gemischter Transistortypen, was eine feinere Optimierung ermöglicht.
Da moderne Schaltungen aus tausenden Elementen bestehen, ist eine effiziente, automatisierte Optimierung nur möglich, wenn eine Bibliothek existiert, die auf Basis klarer Designregeln unterschiedliche Gatter-Varianten bereitstellt, die in Bezug auf Leckstrom und Performance optimiert wurden.
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