Bachelorarbeit, 2004
34 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Umfrageforschung
2.1 Die Telefonumfrage als moderne sozialwissenschaftliche Erhebungsmethode
2.2 Telefonieren – eine spezielle Kommunikationsform
2.3 Vor- und Nachteile der telefonischen Befragung im Gegensatz zur face to face Befragung
3. Auswahlverfahren
3.1 Stichprobenziehung
3.2 RDD und RDL Verfahren
3.3 Random – Route Verfahren / ADM Design
4. Ausfälle
4.1 Nicht Erreichbarkeit
4.2 Das Problem der Verweigerung
5. Fehlerquellen im Interview
5.1 Erwünschtheitseffekte
5.2 Recency Effekte
5.3 Meinungslosigkeit
6. Möglichkeiten und Probleme durch den Einsatz von Computern
7. Zukunftsperspektiven telefonischer Umfragen
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Methode der telefonischen Befragung auseinander und vergleicht diese mit der klassischen face-to-face Erhebung. Ziel ist es, die spezifischen methodischen Möglichkeiten sowie die entstehenden Probleme, insbesondere bei der Stichprobenziehung und Datenerhebung, fundiert darzustellen.
5.1 Erwünschtheitseffekte
Die soziale Erwünschtheit ist generell eine Fehlerquelle bei jeder Befragungsmethode der Sozialwissenschaften. In welchem Ausmass das Problem auf die telefonische Befragung angewendet werden kann, wird im folgenden Kapitel ausführlich dargestellt.
Die soziale Erwünschtheit kann als ein eindeutiges Befragungsmerkmal bezeichnet werden. Das heisst, dass alle sozialen Aktivitäten und Eigenschaften Bewertungen unterzogen werden. Diese Bewertungen variieren individuell je nach Schicht, sozialer Klassenzugehörigkeit, Geschlecht, Bildung und weiteren unzähligen Merkmalen. Die soziale Erwünschtheit wird also immer subjektiv von den Versuchspersonen empfunden. Es handelt sich bei diesem Phänomen nicht um die Erwünschtheit, die tatsächlich durch den Forscher von der Versuchsperson als Antwort erwünscht wird, sondern um eine von der Versuchsperson geglaubten Erwünschtheit bezüglich ihrer Person.
Die Befragten antworten aber immer so, dass sie das bestmögliche Bild der Gesellschaft widerspiegeln. Umso anonymer die Interviewersituation ist, desto unverzerrter sind die Antworten im Hinblick auf die soziale Erwünschtheit. Bei persönlichen Interviews möchte der Befragte dem Interviewer am ehesten gefallen. (vgl. Esser 1974 : 120)
Bei Telefonumfragen spielt sie anscheinend eine weniger große Rolle, als bei der persönlichen Befragung. Die Interviewermerkmale, wie Kleidung, Auftreten, Alter, können über das Telefon schwieriger erkannt werden und verzerren also weniger. (vgl. Petermann, 2001/2002 : 438)
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die methodische Auseinandersetzung mit der telefonischen Befragung und begründet deren zunehmende Bedeutung trotz bestehender Herausforderungen gegenüber face-to-face Verfahren.
2. Umfrageforschung: Es werden Grundlagen sozialwissenschaftlicher Interviewmethoden erläutert und die spezifische Kommunikationsform des Telefonierens im Vergleich zum persönlichen Kontakt gegenübergestellt.
3. Auswahlverfahren: Das Kapitel behandelt die Herausforderungen der Repräsentativität und stellt verschiedene Stichprobenverfahren wie RDD und das ADM Design vor.
4. Ausfälle: Hier werden die Gründe für hohe Ausfallquoten, wie Nichterreichbarkeit und Verweigerung, sowie Strategien zu deren Reduktion diskutiert.
5. Fehlerquellen im Interview: Es erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Verzerrungseffekte, die bei telefonischen Befragungen auftreten können.
6. Möglichkeiten und Probleme durch den Einsatz von Computern: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz von CATI-Systemen zur Optimierung des Interviewablaufs und zur Vermeidung von Fehlern.
7. Zukunftsperspektiven telefonischer Umfragen: Es wird der zukünftige Stellenwert der Telefonumfrage im Kontext technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen bewertet.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion, dass die Eignung der Telefonmethode stark vom jeweiligen Forschungsziel abhängt und keine pauschale Überlegenheit existiert.
Telefonische Befragung, Umfrageforschung, face-to-face, Stichprobenziehung, Sozialforschung, Erwünschtheitseffekte, CATI, Nicht-Erreichbarkeit, Methodik, Datenqualität, Verweigerungsquote, Auswahlverfahren, empirische Sozialforschung, Recency-Effekt, Repräsentativität
Die Arbeit untersucht kritisch die telefonische Befragung als sozialwissenschaftliche Erhebungsmethode und stellt sie den klassischen face-to-face Interviews gegenüber.
Zentrale Aspekte sind Auswahlverfahren, die Problematik von Ausfällen (Nichterreichbarkeit und Verweigerung), Fehlerquellen wie soziale Erwünschtheit sowie der Einsatz computergestützter Interviewsysteme.
Das Ziel besteht darin, die methodischen Vor- und Nachteile beider Befragungsarten aufzuzeigen, um eine fundierte Entscheidungshilfe für Forscher zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse etablierter deutsch- und englischsprachiger Fachpublikationen aus der empirischen Sozialforschung und Methodenforschung.
Der Hauptteil analysiert detailliert Stichprobenverfahren, die Problematik von Ausfällen sowie spezifische Verzerrungsrisiken und technische Unterstützungsmöglichkeiten wie CATI.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Telefonumfrage, Stichprobenfehler, Sozialforschung, Datenqualität und methodischer Vergleich geprägt.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Antwortverhalten durch Zeitdruck oder längere Antwortpausen beeinflusst werden kann, was Auswirkungen auf die Qualität der erhobenen Daten hat.
Das ADM Design dient als Antwort auf die Probleme bei der Ziehung von Zufallsstichproben, um Verzerrungen durch unvollständige Melderegister bei face-to-face Befragungen zu minimieren.
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