Examensarbeit, 2015
204 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Mimesis – Philosophische Ansätze und Lernen am Modell nach Bandura
2.1.1 Mimesis – Philosophische Ansätze
2.1.2 Lernen am Modell nach Albert Bandura
2.2 Was ist ein Vorbild?
2.2.1 Der Begriff „Sport“
2.2.2 Der Begriff „Vorbild“
2.2.3 Vorbilder, Helden und Idole – Eine Unterscheidung
2.3 Wer nimmt die Rolle des Vorbilds ein?
2.3.1 Eltern als Vorbilder
2.3.2 Freunde als Vorbilder
2.3.3 Gleichaltrige als Vorbilder
2.4 Inwiefern nominiert die gesellschaftliche Stellung die Sportler/innen zum Vorbild?
2.4.1 Tugendhaftigkeit und Ziele setzen
2.4.2 Moralisches Bewusstsein
2.4.3 Fairness und Gerechtigkeit
2.4.4 Scheitern
2.4.5 Erfolg
2.5 Beispiele: Die Sportler Manuel Neuer und Regina Halmich als Vorbilder
2.5.1 Respekt
2.5.2 Ehrgeiz und (Leistungs-)Motivation
2.5.3 Perfektionismus
2.6 Ein Zwischenfazit: Kritik an Sportlichen Vorbildern
3 Praktischer Teil
3.1 Meine Intention
3.2 Die Fünf Finger Methode im Paradigma „Philosophieren mit Kindern“
3.3 Die Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“
3.3.1 Ein tabellarischer Unterrichtsentwurf zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“
3.3.2 Unterrichtsmaterialien zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“
3.3.3 Auswertung zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“
3.3.4 Vergleich der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“ mit den Klassenstudien 2 und 3 zum „Lebensbezogenen Vorbild“
4 Gesamtfazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen von Vorbildern im Allgemeinen und spezialisiert sich dabei auf „Sportliche Vorbilder“. Das primäre Ziel ist es, ein Grundverständnis für den Begriff Vorbild zu schaffen und zu analysieren, welche Relevanz diese für die heutige Generation, insbesondere für Kinder und Jugendliche, bei der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit haben.
Mimesis – Eine Einführung
Wenn der Philosoph Aristoteles in seiner Poetik davon spricht, dass die „Nachahmenden […] handelnde Menschen nach[ahmen]“, bezieht er sich auf die „Mimesis“, die häufig mit „Nachahmung“ übersetzt wird. Auch der Philosoph Prof. Dr. Gunter Gebauer und der Erziehungswissenschaftler und Professor für Anthropologie und Erziehung Christoph Wulf haben sich intensiv mit der Mimesis nach Aristoteles auseinandergesetzt. Das Verhalten der Menschen, das sie in und gegenüber ihrer Welt zeigen, wird laut den beiden Autoren als „Mimesis“ bezeichnet. Die Menschen nehmen die Welt aktiv wahr und reagieren auf die äußeren Einflüsse, die auf sie wirken, mit konstruktiven Handlungen. Die Mimesis setzt ein, wenn die Welt ohne feste Merkmale und Eigenschaften vorgefunden wird. Sie übt lediglich Reize auf das aktiv handelnde Subjekt aus. Durch die von der Welt ausgesandten Wirkungen führen beim Menschen zu individuell gestalteten Formungen und Erfahrungen, die sich durch die Taten der Subjekte herauskristallisieren. Die Welt wird in der Mimesis als vorgeformt und vom Subjekt unabhängig existent festgelegt, die erst durch das oben beschriebene Handeln der Subjekte eine definite Gestalt annimmt.
Dadurch wird die Welt zur Welt des Subjekts, wobei das Subjekt die Welt gleichzeitig mit allen anderen Individuen teilt, die auch darin leben. Wenn Menschen die Welt zu ihrer Welt machen, vollzieht sich dies nicht durch theoretisches Denken, sondern aisthetisch, wodurch sie die materiellen Bestandteile der Welt sowie die Gegenwart der Anderen wahrnehmen. Mimetisch erzeugte Welten implizieren Gemeinsamkeiten, wodurch die Mimesis die Imitation von etwas Gegebenen sowie dessen Formung ist, jedoch unter der Prämisse, dass „es für das Subjekt noch keine festgelegte Gestalt besitzt.“
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit ab, definiert das Thema „Vorbilder“ und „Sportliche Vorbilder“ und nennt die zentralen Forschungsfragen.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert philosophische Ansätze der Mimesis und die Lerntheorie nach Albert Bandura, um den Nachahmungsprozess als Basis für die Vorbildfunktion zu verdeutlichen.
3 Praktischer Teil: Hier werden drei durchgeführte Klassenstudien vorgestellt, die sich mit „Sportlichen“ und „Lebensbezogenen“ Vorbildern im Rahmen des didaktischen Paradigmas „Philosophieren mit Kindern“ beschäftigen.
4 Gesamtfazit: Das Fazit führt die theoretischen Überlegungen mit den Erkenntnissen aus dem Praxisteil zusammen und unterstreicht die Bedeutung von Sportlern als (positive oder negative) Vorbilder.
Vorbilder, Sportliche Vorbilder, Mimesis, Lernen am Modell, Albert Bandura, Persönlichkeitsentwicklung, Philosophie, Sozialisation, Moral, Tugend, Fairness, Zielsetzung, Perfektionismus, Kinderuniversität, Philosophieren mit Kindern
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Vorbilder“ und analysiert deren Funktion und Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung, mit einer spezifischen Vertiefung auf den Sportbereich.
Zentrale Felder sind philosophische Lerntheorien, die Begriffsdefinition von Vorbildern im Vergleich zu Helden und Idolen sowie die Rolle von Sportlern als Vorbilder für Kinder und Jugendliche.
Es soll ein Grundverständnis für den Begriff des Vorbilds erarbeitet und aufgezeigt werden, wie Sportler durch ihre öffentliche Präsenz als Orientierungspunkte dienen.
Die Arbeit verknüpft eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten, empirischen Untersuchung in Form von Klassenstudien nach der Methode des „Philosophierens mit Kindern“.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zur Mimesis und zum Modelllernen sowie einen Praxisteil, der drei Studien mit Kindern und Jugendlichen zu ihren Vorbildern und deren Merkmalen auswertet.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Vorbilder, Mimesis, Sozialisation, Moral, Tugendhaftigkeit und „Philosophieren mit Kindern“ beschreiben.
Vorbilder werden als veränderbare, nicht perfekte Wegweiser auf einem individuellen Lebenspfad definiert, während Idole von Medien als perfekte, statische und unerreichbare Projektionsflächen inszeniert werden.
Da Kinder und Jugendliche besonders stark von Vorbildern in ihrer Entwicklung beeinflusst werden, dient die Untersuchung dazu, ihre eigene Urteilsfähigkeit gegenüber Vorbildern, insbesondere im Sport, zu fördern.
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