Bachelorarbeit, 2021
30 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Urteilskraft und Geschmack
1.1. Kritik als Kompass
1.2. Urteilskraft und Subsumtion
1.3. Schematismus und Zweckmäßigkeit
1.4. Teleologische und ästhetische Reflexion
1.5. Urteilskraft und Lust
1.6. Zweckmäßigkeit ohne Zweck
1.7. Interesselosigkeit und subjektive Allgemeinheit
1.8. Schöne Natur und schöne Kunst
1.9. Übergang zum Irrtum
2. Irrtum im Geschmack
2.1. Dialektik und Schein
2.2. Schein im Geschmack
2.3. Zwei Arten von Irrtum
2.4. Das trockene Wohlgefallen und der nicht-differenzierende Irrtum
2.5. Die Autonomie des Geschmacks und der normative Irrtum
2.6. Freiheit im Geschmack
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Konzept des Geschmacksurteils bei Immanuel Kant, um zu klären, inwiefern innerhalb einer als subjektiv angenommenen Ästhetik die Möglichkeit eines Irrtums besteht. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Kant die Gültigkeitsansprüche ästhetischer Urteile definiert, ohne dabei die Freiheit des Geschmacks zu untergraben.
1.1. Kritik als Kompass
Bevor Philosophie als „System der Vernunfterkenntnis durch Begriffe“ ernsthaft begonnen werden kann, ist nach Kant die reine Vernunft in ihren Möglichkeiten und Grenzen zu bestimmen. Vernunft allgemein bedeutet für ihn unser Vermögen, sinnlich und verstandesmäßig geformte Wahrnehmung unter höhere Prinzipien zu ordnen, also das Schließen von einzelnen begrifflichen Erkenntnissen auf Allgemeineres. Diese menschliche Fähigkeit ermöglicht gleichzeitig die erkenntnistheoretische Arbeit, bei Kant speziell das Ergründen der Prinzipien a priori, also der vor aller Erfahrung wirkenden Geistesstrukturen als Voraussetzung für Erkenntnis überhaupt. Sein dabei entstehendes Begriffssystem begründet die sogenannte Transzendental-Philosophie, in deren Rahmen er unsere Fähigkeit zu synthetischen Urteilen a priori untersucht: eine „Erkenntnisart“, die uns begrifflich voneinander unabhängige Vorstellungen verknüpfen lässt, ohne dass etwa vorherige Erfahrung diese Verbindung rechtfertigte. Eine grundlegende synthetische Leistung also, die wir quasi unwillkürlich ausführen, und ohne die es weder reine Mathematik, noch reine Naturwissenschaft, strenggenommen gar keine höhere Erkenntnis gäbe.
Nun bleibt die Arbeit der Vernunft aber nicht bei Mathematik und Naturerfahrung stehen: Sie weist nämlich das metaphysische Bestreben auf, ihre Begriffe auch über die sinnlich gestützte Erfahrung hinaus auszuweiten. Jenseits des Empirischen liegt Kant zufolge ein unvermeidliches Fragen nach „Gott, Freiheit und Unsterblichkeit“, welches dem Menschen keinesfalls abgesprochen werden kann und soll. Vielmehr soll eine genaue Analyse der Vernunfterkenntnis lehren, die verschiedenen Gebiete ihres Wirkens bewusst voneinander zu unterscheiden und den „falschen Schein“, der in ihrem „hyperphysischen Gebrauch“ begründet liegt, zu erkennen und zu benennen. Damit erhält die in Misskredit gefallene Metaphysik erstmals einen kritischen „Gerichtshof“, der „gerechte Ansprüche“ sichern, „grundlose Anmaßungen“ hingegen bremsen oder verhindern soll. Dieser Gerichtshof ist also die für jede weitere Philosophie fundamentale Kritik der reinen Vernunft. Weiter in Bildern gesprochen leisten also bei Kant sowohl die analytische Vermessung des festen Landes „der Wahrheit“, als auch die standhafte Begegnung mit dem „stürmischen Ozeane, dem eigentlichen Sitze des Scheins“ eine unvermeidliche Fortbildung im Umgang menschlicher Erkenntnis durch ihre ureigenen Werkzeuge bei der Entdeckung und Kartographie des Erfahrbaren.
Einleitung: Einführung in die Problematik des Geschmacksurteils bei Kant und die Frage nach der Irrtumsmöglichkeit bei ästhetischen Urteilen.
1. Urteilskraft und Geschmack: Darstellung der transzendentalen Bedeutung der Urteilskraft, ihres Prinzips der Zweckmäßigkeit und ihrer Rolle bei der ästhetischen Reflexion.
2. Irrtum im Geschmack: Untersuchung der Formen des Irrtums im ästhetischen Bereich sowie Analyse der Unterscheidung zwischen nicht-differenzierenden und normativen Irrtumsarten.
Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Geschmacksurteil, Ästhetik, Irrtum im Geschmack, subjektive Allgemeinheit, formale Zweckmäßigkeit, Interesselosigkeit, Transzendentalphilosophie, Urteilskraft, Reflexionsurteil, Vernunft, Schein, Wahrheit, Autonomie des Geschmacks.
Die Arbeit befasst sich mit Kants Kritik der Urteilskraft und geht der Frage nach, wie trotz der subjektiven Natur des Geschmacksurteils Irrtümer innerhalb ästhetischer Beurteilungen philosophisch begründet werden können.
Die zentralen Themen sind die Rolle der Urteilskraft, das Verhältnis zwischen Einbildungskraft und Verstand bei ästhetischen Urteilen, der Begriff der Zweckmäßigkeit sowie die Abgrenzung von Schönheit, Angenehmem und dem Guten.
Die Hauptfrage lautet, ob und wie bei Kant ein Subjekt im Geschmacksurteil irren kann, ohne dass die beanspruchte Allgemeingültigkeit das ästhetische Urteilen in ein objektiv-begriffliches System zwingt.
Es handelt sich um eine philosophische Analyse auf Basis von Kants Hauptwerken, insbesondere der Kritik der Urteilskraft und der Kritik der reinen Vernunft, unter Einbeziehung der transzendentalen Dialektik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der transzendentalen Voraussetzungen der Urteilskraft und eine detaillierte Analyse der Irrtumsmöglichkeiten im ästhetischen Urteil, unterteilt in den nicht-differenzierenden und den normativen Irrtum.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschmacksurteil, subjektive Allgemeinheit, formale Zweckmäßigkeit, Interesselosigkeit und Transzendentalphilosophie charakterisiert.
Das Geschmacksurteil ist interesselos und erhebt einen Anspruch auf subjektive Allgemeinheit, während das Genussurteil an privatem Interesse und dem Erhalt eines angenehmen Zustands hängt.
Es dient als Idealtyp für ein reines Geschmacksurteil, das frei von Neigungen und Interessen ist und somit erst die notwendige Voraussetzung für die subjektive Allgemeinheit erfüllt.
Der transzendentale Schein verleitet das Subjekt dazu, verstandesmäßige Kategorien unberechtigt auf Bereiche auszudehnen, für die sie nicht gelten, was im Kontext der Ästhetik zu einer irrtümlichen Objektivierung des Geschmacks führt.
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