Bachelorarbeit, 2022
56 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ein historischer Rücklick in die Ursachen des Bürgerkriegs
2.1 Der Kolonialismus und Imperialismus in Ceylon
2.2 Die Unabhängigkeit und Unstimmigkeiten zwischen den Nationen
3. Die zuspitzende Kriegslage und kulturell verwurzelten Ursachen
3.1 Die Tamilen und Singhalesen und ihre unterschiedlichen kulturellen und politischen Auffassungen
3.2 Die chronologische und systematische Unterdrückung der Tamilen- Pogrom Black July
3.3 Die Entstehung und Motive des Akteurs LTTE
4. Das Ende des Bürgerkriegs- eine kritische Perspektive
4.1 2009- ein gewaltsames Ende des Bürgerkriegs
4.2 Indien- ein kritischer Krisenmanager respektive Akteur
5. Auswirkungen des Bürgerkriegs
5.1 Postkoloniale Auswirkungen
5.2 Auswirkungen auf Verfassungsebene
5.3 Ende des Bürgerkriegs gleich Beginn des langfristigen Friedens?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen des Bürgerkriegs in Sri Lanka mit einem besonderen Fokus auf eine kritische Analyse der beteiligten Kriegsparteien und Akteure. Ziel ist es, das komplexe Ursache-Wirkungsprinzip des Konflikts aufzudecken, die Rolle externer Einflussfaktoren zu beleuchten und eine objektive wissenschaftliche Sichtweise auf die historischen sowie gegenwärtigen Spannungen zu bieten.
3.1 Die Tamilen und Singhalesen und ihre unterschiedlichen kulturellen und politischen Auffassungen
Sri Lanka wird vorrangig von zwei Bevölkerungsgruppen bewohnt, den Ceylon Tamilen und den Singhalesen. Beide Völker unterscheiden sich im Wesentlichen in ihrer Sprache, Kultur, Religion und ihren eigenen politischen Systemen und historischen Hintergründen (vgl. Rademacher 1996, S.1). Zu Beginn der Bürgerkriegszeiten setzt sich die Bevölkerung in Sri Lanka folgendermaßen zusammen: 1981 setzt sie sich aus 14,8 Millionen EinwohnerInnen, wobei die Singhalesische Bevölkerung drei Viertel der Bevölkerung ausmachten, die Ceylon Tamilen 1,9 Millionen und die Tamilen aus Indien mit ca. 900.000 Tausend Bewohnern (vgl. Povlock 2011, S.13). 2021 stiegt die Population auf ca. 23 Millionen an. Die Datenbank aus der Nachkriegszeit 2012 veranschaulicht, dass sich die singhalesische Bevölkerung mit 74,9 Prozent und die Tamilen mit 11,2 Prozent als Minderheit und Mehrheit langfristig identifizieren lassen (vgl. CIA the world factbook 2021).
„Mahavamsa“ und „Chulawansa“ sind zwei historische Bücher der Singhalesen, die sich mit der Siedlungsgeschichte und ihren unterschiedlichen Königreichen befassen. Diese Geschichtsbücher sind nicht nur wichtiger Bestandteil der singhalesischen Identitätsfrage, sie brandmarken auch die indisch respektive ceylonesische Geschichte. Das singhalesische Buch befasst sich mit den Handlungsabkommen zwischen den tamilischen und südindischen Königreichen und das Eindringen dieser südindischen Königreiche (vgl. Rademacher 1996, S.1f.). Kriege der beiden Königreiche sorgten für unterschiedliche Aufteilungen innerhalb der Insel und die finale Aufteilung basierte auf eine südliche Hälfte der Singhalesen und eine nordöstliche Provinz der Tamilen (vgl. Rademacher 1996, S.7). Das historische Buch „Mahabataram“ ist das historisch anerkannte und konkurrierende Geschichtsbuch der Tamilen. Die Insel war bereits vor dem Kolonialismus feudal geprägt und kulturell, religiös ging dies in das Kastenwesen über. So beschreibt Rademacher in seinem Buch, dass jede „Klasse“, hierunter wird die Kaste bezeichnet, ihre eigene Funktion besaßen und beruflich wurde die Gesellschaft hierarchisch eingeteilt (vgl. Rademacher 1996, S.2).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen des Bürgerkriegs in Sri Lanka und erläutert die methodische Herangehensweise einer kritischen Analyse der Kriegsakteure.
2 Ein historischer Rücklick in die Ursachen des Bürgerkriegs: Dieses Kapitel behandelt die Auswirkungen des Kolonialismus und Imperialismus auf Ceylon und zeigt auf, wie diese die Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen und Nationen förderten.
3. Die zuspitzende Kriegslage und kulturell verwurzelten Ursachen: Hier werden die tieferliegenden kulturellen Differenzen, die systematische Unterdrückung der Tamilen und die Entstehung der LTTE als Widerstandsbewegung analysiert.
4. Das Ende des Bürgerkriegs- eine kritische Perspektive: Das Kapitel beleuchtet das gewaltsame Ende des Konflikts im Jahr 2009 und hinterfragt kritisch die Rolle Indiens als einflussreicher Krisenmanager.
5. Auswirkungen des Bürgerkriegs: Dieser Abschnitt untersucht postkoloniale Nachwirkungen, die aktuelle Verfassungslage sowie die Frage nach dem langfristigen Frieden in der Nachkriegszeit.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass das offizielle Ende des Bürgerkriegs nicht gleichbedeutend mit einem stabilen Frieden ist, sondern weiterhin Ungerechtigkeiten bestehen.
Sri Lanka, Bürgerkrieg, LTTE, Kolonialismus, Tamilen, Singhalesen, Menschenrechte, Minderheitenrechte, Indien, politische Unterdrückung, Friedensprozess, Nachkriegszeit, Verfassung, Identitätskrise, Sicherheitslage
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Auswirkungen des langjährigen Bürgerkriegs in Sri Lanka unter einer kritischen Perspektive auf die beteiligten Kriegsparteien und politischen Akteure.
Zentral sind die ethnisch-kulturellen Spannungen zwischen Tamilen und Singhalesen, die durch koloniale Erblasten verschärft wurden und letztlich in einen bewaffneten Konflikt mündeten.
Das Ziel ist es, das Ursache-Wirkungsprinzip des Bürgerkriegs zu klären und aufzuzeigen, wie historische Entwicklungen die heutige soziale und politische Lage in Sri Lanka maßgeblich beeinflussen.
Die Arbeit verfolgt eine kritische und analytische Vorgehensweise, bei der wissenschaftliche Befunde herangezogen werden, um die Kriegsakteure und die Dynamik des Konflikts objektiv zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Kolonialgeschichte, eine Analyse der Unterdrückung der tamilischen Minderheit, die Rolle der LTTE, die kritische Betrachtung des Kriegsendes 2009 sowie die Rolle Indiens als Akteur.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bürgerkrieg, LTTE, Kolonialismus, Postkolonialismus, ethnische Spannungen, Menschenrechtsverletzungen und die Rolle Indiens.
Die Arbeit zeigt auf, dass viele der ethnischen Spannungen und die Privilegierung bestimmter Gruppen durch die britische Kolonialmacht und ihre administrativen Maßnahmen systematisch begründet wurden.
Die Arbeit analysiert Indien als kritischen Krisenmanager, der jedoch durch ein „Doppelspiel“ und eigene geopolitische Interessen in Südasien agierte, was die Neutralität Indiens als Friedensvermittler stark in Frage stellt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das offizielle Ende des Krieges nicht zu einem langfristigen Frieden geführt hat, da weiterhin Menschenrechtsverletzungen, Marginalisierung und eine fehlende Aufarbeitung der Kriegsverbrechen zu beklagen sind.
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