Masterarbeit, 2021
78 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Das Bond-Universum: der Kanon und die Kontinuität
2. Orte und Räume in der Moderne und Gegenwart
2.1 Von Nicht-Orten und Transit-Orten
2.2 Von Transit-Räumen und Heterotopien
2.3 Von Naturorten und Orten des Tourismus
2.4 Von Orten nach Besitzverhältnissen
3. Beobachtungen zu den Orten und Räumen
3.1 Die Orte und Räume der Gegenspieler
3.2 Die Orte und Räume der Protagonisten und ihrer Verbündeten in Relation zu denen der Gegenspieler
3.3 Transit-Orte & -Räume sowie Naturorte
3.4 Kulturorte/-räume & touristische Orte
3.5 Hotels, Kasinos & Spielorte
4. Die örtliche Strukturierung der James-Bond-Reihe
4.1 Die radiale Darstellung der Bond-Filme nach Tendenzen
5. Das Raum-Ortsdiagramm am Beispiel von Dr.No
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Kontinuität innerhalb der James-Bond-Filmreihe, indem sie den Fokus von der sich stetig wandelnden Figur des Spions auf die wiederkehrenden Orts- und Raumstrukturen verlagert. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, ob durch die Verwendung typischer Schauplätze wie Kasinos, Sehenswürdigkeiten oder Transit-Orte eine zeitunabhängige Beständigkeit konstituiert wird, welche die Reihe über Jahrzehnte hinweg miteinander verbindet.
3.1 Die Orte und Räume der Gegenspieler
Die Orte der Gegenspieler, auch die der Handlanger, sind heterogener Struktur und können in mannigfaltiger Art auftauchen. So können sie ein Versteck in einem Vulkan sein, wie in You Only Live Twice (vgl. YOLT 1967, TC: 00:59:22), eine Station im Meer, wie in The Spy Who Loved Me (vgl. TSWLM 1977, TC: 01:02:07), oder auch eine Sehenswürdigkeit, die jedoch nicht als solche in Erscheinung tritt, wie das chinesische Anwesen in The Man With The Golden Gun (vgl. Tesche 2008, 77). In den meisten Fällen verbinden sie Wohn- und Arbeitsbereiche und befinden sich abgeschieden sowie umgeben von einem Naturort. Das Musterbeispiel ist hier Blofelds Vulkanversteck, das sich in einem – in der Fiktion des Filmes – realen und inaktiven Vulkan befindet (vgl. YOLT 1967, TC: 00:59:22). Dr. Nos Privatinsel oder Hugo Drax‘ Weltraumstation sind weitere Beispiele, die diese Charakteristiken aufweisen: Dr. Nos Basis liegt in einem Urwald bzw. Sumpfgebiet einer Privatinsel (vgl. DRNO 1962, TC: 00:59:24), während Drax‘ Weltraumstation sich – verständlicherweise – im Weltraum befindet (vgl. MOON 1979, TC: 01:32:30). In den meisten Fällen erfüllen diese Orte einen bestimmten Zweck, wie etwa dem Kreieren einer menschlichen ‚Superrasse‘ in Moonraker (vgl. 1979, TC: 01:42:00) oder dem Abfangen von Raketen in You Only Live Twice (vgl. YOLT 1967, TC: 00:57:00). Es gibt allerdings Orte, die ‚zweckentfremdet‘ wirken, wie z.B. das verlassene Kloster in For Your Eyes Only (vgl. FYEO 1981, TC: 01:40:50), die verlassene Insel aus Skyfall (vgl. SKF 2012, TC: 01:06:25) oder die Satellitenanlage in GoldenEye (vgl. GDE 1995, TC: 01:40:15). Es sind Orte, die anstatt zielgerichtet gebaut, gekapert werden, aber sich ebenfalls abgeschieden in einer Naturgegend befinden.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Figuren- und Kontinuitätsproblematik innerhalb der Bond-Reihe sowie Herleitung der Entscheidung, stattdessen Orte und Räume als Beständigkeitsfaktor zu untersuchen.
1. Das Bond-Universum: der Kanon und die Kontinuität: Definition des zu untersuchenden Kanons offizieller EON-Produktionen und Einordnung der Bedeutung von Romanvorlagen, Videospielen und der "Code-Namen-Theorie" für die Kontinuitätsfrage.
2. Orte und Räume in der Moderne und Gegenwart: Theoretische Auseinandersetzung mit Raumkonzepten, insbesondere der Moderne, unter Einbeziehung von Theorien zu Nicht-Orten, Transit-Räumen und Heterotopien.
3. Beobachtungen zu den Orten und Räumen: Konkrete Analyse wiederkehrender Muster und Strukturen der Schauplätze, unterteilt nach den Orten der Gegenspieler, der Protagonisten, touristischen Räumen und Transit-Orten.
4. Die örtliche Strukturierung der James-Bond-Reihe: Visuelle Aufarbeitung der Szenenabfolgen in einem Diagramm zur Identifikation von Tendenzen und strukturellen Archetypen innerhalb der Filmreihe.
5. Das Raum-Ortsdiagramm am Beispiel von Dr.No: Detaillierte Fallstudie zur Anwendung der theoretischen Orts- und Raumkategorien auf den ersten offiziellen Film der Reihe als "Code-Begründer".
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse sowie Möglichkeiten zur weiterführenden Forschung.
James Bond, Filmreihe, Ortskontinuität, Raumtheorie, Transit-Orte, Heterotopien, Filmanalyse, Schauplätze, EON Productions, mediale Kontinuität, Tourist Gaze, Raum-Ortsdiagramm, Kulturraum, Strukturkanon, Spionagefilm.
Die Arbeit untersucht die filmische Reihe von James Bond nicht primär durch die Brille der wechselnden Schauspieler oder literarischen Vorlagen, sondern analysiert die Beständigkeit der Reihe durch die Analyse ihrer wiederkehrenden Orts- und Raumstrukturen.
Die zentralen Themen sind die Anwendung von raumtheoretischen Ansätzen der Moderne (z.B. Marc Augé, Michel Foucault) auf filmische Schauplätze, die Kategorisierung von Filmorten in Transit-, Kultur- oder antagonistische Räume sowie die Untersuchung struktureller Muster in der Abfolge dieser Orte.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass trotz der stetigen Neubesetzung der Hauptfigur und der Anpassung an zeitgenössische Kontexte eine "zeitlose" Kontinuität in der filmischen Darstellung der Welt besteht, die sich über die Orte und Räume manifestiert.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz aus der Filmanalyse und der Raumtheorie. Zentral ist dabei die methodische Erstellung von Diagrammen, die die Ortsabfolgen der Bond-Filme visualisieren, um strukturelle "Tendenzen" und "Archetypen" der Erzählung identifizieren zu können.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Raum- und Ortstheorien), eine empirische Beobachtung der Schauplätze (Gegenspieler-Verstecke vs. Mi6-Basen) und eine strukturanalytische Untersuchung mittels eigens entwickelter Diagramme, die die narrative Bedeutung von Orten über die gesamte Reihe hinweg aufzeigen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ortskontinuität, Transit-Orte, Heterotopien, Filmanalyse, Strukturkanon und den "Tourist Gaze".
Dr. No fungiert als Fallbeispiel und "Code-Begründer". Der Autor nutzt ihn, um das entwickelte System der Raum- und Ortskategorien exemplarisch zu validieren und aufzuzeigen, wie räumliche Strukturen als Grundlage für die gesamte Reihe etabliert wurden.
Das Diagramm dient als zentrales methodisches Werkzeug, um die Komplexität der Schauplätze in einem übersichtlichen, gestapelten Balkendiagramm darzustellen. Es ermöglicht, die prozentuale Gewichtung verschiedener Raumtypen (z.B. Transit- vs. Gegenspielerort) über die Laufzeit eines Films sichtbar zu machen.
Der Autor betrachtet die gängigen Fan-Theorien (wie die Code-Namen-Theorie) als wenig plausibel. Stattdessen argumentiert er, dass die Beständigkeit der Reihe nicht durch die Figur Bond selbst, sondern durch das wiederkehrende Zusammenspiel von Räumen, Requisiten und Ortsstrukturen (den "Teilcodes") gewährleistet wird.
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