Examensarbeit, 2007
63 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Einbettung der Erziehung von Simone de Beauvoir in die Epoche
3. Die Eltern - Françoise und Georges de Beauvoir
4. Chronologischer Verlauf der Mutter-Tochter-Beziehung
4.1. Die frühe Kindheit (1908-1913)
4.2. Die ersten Schuljahre der Simone de Beauvoir und der erste Weltkrieg (1913-1919)
4.3. Die Zeit der Adoleszenz (1919-1925)
4.3.1. Starke Veränderungen in der Phase der Pubertät
4.3.2 Verhaltensveränderung von Françoise - der Mutter
4.3.3. Beziehungsumschwung zum Vater
4.3.4. Rückkehr der Unabhängigkeit
4.3.5 Der Verlust des Glaubens an Gott
4.3.6. Entdeckung der intellektuellen Fähigkeiten
4.4. Simone als junge Frau (1925-1928)
4.5. Simone als Erwachsene (1928-1963)
4.5.1 Die Mutter wird Witwe
5. Die letzten dreißig Tage vor dem Tode der Mutter (Oktober-November 1963)
5.1. Nachsicht und der Identifikation
5.2. Die Symbiose Mutter-Tochter in den fortgeschrittenen Jahren
5.3. Sterbephase der Mutter
5.4. Die Trauer von Simone
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit analysiert die komplexe Entwicklung der Mutter-Tochter-Beziehung im Leben von Simone de Beauvoir anhand ihrer autobiographischen Werke „Mémoires d'une jeune fille rangée“ und „Une mort très douce“. Dabei wird untersucht, wie familiäre Prägung, soziale Normen der Pariser Bourgeoisie und die Suche nach individueller Emanzipation das Spannungsfeld zwischen Rebellion und lebenslanger Bindung formten.
4.1. Die frühe Kindheit (1908-1913)
Nach etwa einem Jahr Ehe kommt Simone zur Welt. Georges ist bei Simones Geburt dreißig und Françoise einundzwanzig Jahre alt. Die jungen Eltern sind sehr stolz, verliebt und glücklich miteinander. « Leur entente sautait aux yeux: il caressait les bras de maman, la cajolait, lui disait de tendres fadeurs. » Zwei Jahre nach der Geburt Simones, am 9.6.1910, kommt ihre Schwester Henriette Hélène Bertrand de Beauvoir zur Welt. Sie wird „Poupette“ genannt, weil sie einer Puppe gleicht. Mit ihrer Weinerlichkeit nimmt sie die Mutter sehr in Anspruch. In ihrer frühen Kindheit lebt Simone in einer liebevollen und abhängigen Symbiose mit ihrer Mutter, die sie „petite maman chérie“ nennt. Die Mutter ist die erste und wichtigste Bezugsperson in den frühen Jahren des kleinen Mädchens, da sie gleichen Geschlechts sind und Simone sich somit mit ihr identifiziert. « Ma mère, plus lointaine et plus capricieuse, m´inspirait des sentiments amoureux. […] J´avais besoin de son sourire. »
Solch liebevolle Beschreibung wie bei Simone findet man entsprechend bei den seinerzeitigen Ideen der präödipalen Phase bei Sigmund Freud, dem bekannten Psychoanalytiker. Freud unterscheidet zwei Phasen in der Sexualentwicklung des Kindes: Die präödipale- und die ödipale Phase. Die präödipale Phase wird dadurch gekennzeichnet, dass Mädchen wie auch Jungen bisexuell veranlagt und autoerotisch sind. Die Sexualität wird mit der Nahrungsaufnahme über die Brust der Mutter gleichgesetzt. Das bedeutet, dass die Mutter in dieser Phase das dominante Liebesobjekt ist. Das präödipale Stadium wird auch die „Phase der ausschließlichen Mutterbindung“ genannt. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass Freud während des letzten Jahrhunderts von anderen Psychoanalytikern widerlegt wurde, seine Analysen jedoch grundlegend sind.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt Simone de Beauvoir als einflussreiche Intellektuelle vor und skizziert den Fokus der Untersuchung auf die Beziehung zu ihrer Mutter anhand der beiden gewählten autobiographischen Werke.
2. Einbettung der Erziehung von Simone de Beauvoir in die Epoche: Es wird der gesellschaftliche Kontext der französischen Bourgeoisie Anfang des 20. Jahrhunderts erläutert, der durch patriarchale Strukturen und strikte Rollenbilder geprägt war.
3. Die Eltern - Françoise und Georges de Beauvoir: Hier werden die Charaktere und Hintergründe der Eltern beschrieben, um das Verständnis für ihre späteren Erziehungsmethoden und die Familiendynamik zu schärfen.
4. Chronologischer Verlauf der Mutter-Tochter-Beziehung: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Phasen von der frühen Kindheit über die Pubertät bis hin zum Erwachsenenalter, inklusive der Konflikte um Religion, Körperlichkeit und Unabhängigkeit.
5. Die letzten dreißig Tage vor dem Tode der Mutter (Oktober-November 1963): Der Fokus liegt auf der Sterbephase der Mutter, die zu einer unerwarteten Reflexion und einer neuen emotionalen Nähe zwischen Tochter und Mutter führt.
6. Schluss: Zusammenfassende Reflektion über das Scheitern einer offenen Verständigung und die Erkenntnis, dass die Mutter-Tochter-Beziehung trotz räumlicher Distanz eine lebenslange, ambivalente Bindung blieb.
Simone de Beauvoir, Mutter-Tochter-Beziehung, Autobiographie, Bourgeoisie, Emanzipation, Psychoanalyse, Pubertät, Loslösung, Symbiose, Frauenrolle, Erziehung, Tod, Sterbeprozess, Identitätsfindung, Patriarchat.
Die Arbeit untersucht die komplexe und oft spannungsreiche Beziehung zwischen Simone de Beauvoir und ihrer Mutter Françoise, eingebettet in das soziale Milieu der Pariser Bourgeoisie des frühen 20. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind die frühkindliche Bindung (Symbiose), die konfliktreiche Loslösung in der Pubertät, der Einfluss der bürgerlichen Erziehung auf die Frauenrolle sowie die späte Reflexion über den Sterbeprozess der Mutter.
Das Ziel ist eine chronologische Analyse der Entwicklung dieser Mutter-Tochter-Beziehung, um die Ursachen für die Entfremdung und die spätere, durch den Tod ausgelöste, Wiederannäherung verständlich zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse der autobiographischen Werke Simone de Beauvoirs, ergänzt durch psychoanalytische Ansätze, insbesondere zur Mutter-Tochter-Problematik.
Der Hauptteil gliedert die Beziehung in konkrete Lebensphasen: Kindheit, Adoleszenz (Pubertät), Studium und die Zeit als junge Frau, bis hin zu den letzten Wochen vor dem Tod der Mutter.
Wichtige Begriffe sind Emanzipation, Identitätskrise, Bourgeoisie, Mutterbild, Symbiose und die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit.
Der Unfall und die darauf folgende Pflege im Krankenhaus führen zu einem Wegfall der sozialen Masken. Die physische Schwäche der Mutter bricht alte Schutzmechanismen auf und ermöglicht eine ungewohnte Zärtlichkeit und den Abbau von Distanz.
Die Beziehung war durch eine tiefe Ambivalenz geprägt; die lebenslange gegenseitige Abhängigkeit und die Unfähigkeit, persönliche Konflikte offen zu kommunizieren, verhinderten eine endgültige Versöhnung vor dem plötzlichen Tod der Mutter.
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