Bachelorarbeit, 2020
69 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Beratung
2.1 Beratung Allgemein
2.2 Beratungsformen
2.3 Beratung in der Sozialen Arbeit
2.3.1 Sozialprofessionelle Beratungskompetenzen
2.3.2 Psychosoziale Beratung
2.3.3 Psychodynamische Beratung
2.3.4 Systemisch-konstruktivistische Beratung
2.4 Abgrenzung zur Psychotherapie
3. Zuhören
3.1 Philosophische Erkenntnisse
3.1.1 Philosophen der Antike
3.1.2 Philosophen der neueren Zeit
3.1.3 Philosophen der Gegenwart
3.2 Hören, Zuhören, Kommunikation im Beratungskontext
3.2.1 Funktion des Hörens
3.2.2 Ziele des guten Zuhörens
3.2.3 Konzepte für gutes Zuhören
3.2.4 Kommunikationsmodelle
3.2.5 Handlungskompetenzen für gutes Zuhören
4. Professionelle Haltung in der psychosozialen Beratung
4.1 7 Leitgedanken für gutes Zuhören
4.2 „Einlassendes Zuhören“
4.3 Eine Zuhörkultur beleben
5. Schlussbetrachtung
6. Anhang
Die Arbeit untersucht das Potenzial von gutem Zuhören als eine „vergessene Kunst“ in der psychosozialen Beratung. Das primäre Ziel ist es, die Wirkungsweise und Bedeutung des bewussten Zuhörens wissenschaftlich aufzuarbeiten, notwendige Beratungskompetenzen zu definieren und den neuen Begriff des „Einlassenden Zuhörens“ als Zusammenfassung professioneller Haltung einzuführen.
3.1.3 Philosophen der Gegenwart
Der Philosoph Dr. Gerd Achenbach hat den besonderen Begriff „Eingelassenheit“ geschaffen. Dieses Wort steht für die Haltung zum guten Zuhören, es verbinden sich darin „Einlassen“ und „Gelassenheit“.
„Gelassenheit“ bezieht sich auf die hohe Tugend der Stoa und erinnert den Hörenden daran, den anderen „zu lassen“, ihm die Zeit zum Reden zu geben, die er braucht. Gelassenheit meint auch, für die Zeit des Zuhörens von den eigenen Wünschen und Gedanken Abstand zu nehmen. „Zuhören heißt nämlich: ‚beim Anderen‘ und zugleich ‚bei der Sache‘ zu sein, und zwar bei der, die eben jetzt ‚die Sache‘ des anderen ist.“ (Achenbach, 2020: 1) „Einlassen“ bedeutet wir lassen den anderen in uns hinein, wenn wir ihm zuhören. Es bedeutet auch, dass wir uns auf den anderen einlassen. (vgl. ebd.: 14) „Eingelassenheit“ bedeutet dann, den anderen erwartungsvoll und bewusst willkommen zu heißen und ihm zuzuhören. Beim Zuhören von sich selbst absehen zu können entwickelt sich aus dem Interesse für das, was andere bewegt. Indem man es: „für mindestens so interessant hält wie die eigenen, eingeübten Muster und Vorurteile. Man könnte fast sagen: Die Haltung, die erforderlich ist, ist eine Lust am Erkennen.“ (Lamsfuß, 2019: 12)
Gutknecht und Achenbach formulieren anschauliche Bezüge zum Verhältnis Sehen / Hören: „Wer beobachtet, erzeugt Abstand, wer hinhört, lässt sich ein und lässt den Redenden bei sich ein. Er vermittelt ganz anders als der Beschauende das Dazugehören. Wer sieht, hat Abstand, wer hört, gehört dazu.“ (Achenbach / Gutknecht, 2020: 1) Das Sehen scheint über den Bezug an das Räumliche zeitlos, wieder geöffnete Augen sehen das Gleiche. Das Hören ist aber gebunden an die Zeit, für nicht Gehörtes bleibt nur der Nachhall. Damit braucht richtiges Hören viel mehr Zeit. „Hören bedeutet eine andere Qualität, die diesen Zeitaufwand des Lebendigen rechtfertigt: man tritt heraus aus der Vordergründigkeit bloßer Ansicht. Nur durch die Zeit offenbart sich Innerlichkeit. Subjektivität wird niemals ansichtig ohne Geschichten.“ (ebd.: 1)
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung von gutem Zuhören durch die Beobachtung, dass professionelle Bindungen in der psychosozialen Arbeit entscheidend von der Qualität der Kommunikation und der Haltung des Beraters abhängen.
2. Beratung: Dieses Kapitel definiert professionelle Beratung in der Sozialen Arbeit, grenzt sie von der Psychotherapie ab und erläutert verschiedene Beratungsformen und methodische Ansätze.
3. Zuhören: Hier wird die historische und philosophische Entwicklung des Zuhörens beleuchtet sowie dessen physiologische und psychologische Funktion im Beratungskontext inklusive wichtiger Kommunikationsmodelle dargelegt.
4. Professionelle Haltung in der psychosozialen Beratung: Dieses Kapitel führt 7 Leitgedanken für gutes Zuhören ein und entwickelt den Begriff „Einlassendes Zuhören“ als professionelle Grundhaltung für Sozialarbeiter.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kultivierung des bewussten Zuhörens eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche psychosoziale Beratung darstellt und die Resilienz sowie die Lebenszufriedenheit der Klienten fördern kann.
Zuhören, psychosoziale Beratung, Einlassendes Zuhören, Soziale Arbeit, Beratungskompetenz, professionelle Haltung, Kommunikation, Gesprächsführung, Gelassenheit, Eingelassenheit, Bindungsarbeit, Wertschätzung, Empathie, Aktives Zuhören, Beratungskontext
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von gutem Zuhören als essenzielle Ressource und Potenzial für die psychosoziale Beratung und Begleitung in der Sozialen Arbeit.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Beratung, die Philosophie des Zuhörens, kommunikationspsychologische Modelle sowie die Entwicklung einer professionellen Haltung für Berater.
Ziel ist es, den Mehrwert des Zuhörens aufzuzeigen und ein Modell (7 Leitgedanken) sowie einen Fachbegriff („Einlassendes Zuhören“) zu entwickeln, um Beratern eine handlungsorientierte Orientierung zu bieten.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Verknüpfung von Erkenntnissen aus Philosophie, Psychologie und Sozialer Arbeit basiert.
Der Hauptteil deckt das Spektrum von der Definition der psychosozialen Beratung über eine detaillierte Auseinandersetzung mit Zuhör-Konzepten bis hin zu konkreten Handlungskompetenzen ab.
Wichtige Begriffe sind insbesondere psychosoziale Beratung, Einlassendes Zuhören, Handlungskompetenz, professionelle Haltung und Empathie.
Es handelt sich um eine von Gerd Achenbach geprägte Haltung, die „Einlassen“ und „Gelassenheit“ verbindet, um im Beratungsprozess eine echte Präsenz und Offenheit gegenüber dem Klienten zu ermöglichen.
„Einlassendes Zuhören“ ist ein von der Autorin entwickelter neuer Begriff, der bestehende Konzepte (wie das aktive Zuhören) zusammenführt und durch weiterführende geisteswissenschaftliche Aspekte zu einer ganzheitlichen Haltung erweitert.
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