Masterarbeit, 2008
140 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung: Konfessionalisierung und Kunst
2. Das Epitaph für Moritz von Donop
2.1. Epitaphe: von der Antike bis zur Renaissance
2.2. Das Donop-Epitaph
2.3. Aspekte der Gedenksteinsetzung
2.4. Eine Merkwürdigkeit in der Nicolai-Kirche
2.5. Die Eigentümlichkeiten des Epitaphs
3. „Gesetz und Gnade“
3.1. Lucas Cranach d.Ä. , Luther und die „Gesetz und Gnade“ Bilder
3.2. Vorbilder Cranachs
3.3. Die Vorbilder des Epitaphs
3.4. Analogien und Brüche, Bezugspunkte und Abgrenzung
4. Die Familie von Donop
4.1. Aus dem Leben Moritz von Donops und seiner Familie
4.2. Der Achtzigjährige Krieg
4.3. Die letzten Zeugnisse
5. Reformation und Konfessionalisierung
5.1. Konfessionsbildungen und die Confessiones
5.2. Die Reformation in der Grafschaft Lippe
5.3. Die Reformation in der Grafschaft Ravensberg und Herford
6. Fazit: Ein Epitaph und viele Intentionen
Diese Arbeit untersucht das 1587 gestiftete Epitaph für Moritz von Donop in der St. Nicolai-Kirche zu Lemgo. Das Hauptziel ist es, die Intention der Stifter sowie die Bedeutung dieses Werkes innerhalb des Prozesses der lutherischen Konfessionalisierung in Lippe und Lemgo zu analysieren, wobei insbesondere die Verwendung des cranachschen Motivs „Gesetz und Gnade“ im Vordergrund steht.
2.1. Epitaphe: von der Antike bis zur Renaissance
Ein Epitaph bezeichnet eine Art des Totengedächtnisses. Es verbindet die Erinnerung an den Verstorbenen mit einem religiösen oder allegorischen Bilderwerk. Es muss nicht zwangsläufig die Grabstätte kennzeichnen, befindet sich meist aber in dessen Nähe.30
Grabschriften verdanken ihre Existenz dem Verlangen nach Dauer, Überwindung der Zeit und dem Wunsch nach Ewigkeit und in gewisser Weise der Unsterblichkeit. Sie gehören zu den Literaturgattungen, denen der gewöhnliche Mensch kaum aus dem Weg gehen konnte und so zahlreich gelesen wurden.31 Epigramme sollen Zeugnisse von den Tugenden, der Gelehrsamkeit und den Verdiensten des Verstorbenen sein, nach dem die Lebenden ihr Leben und Verhalten ausrichten sollten. Sie preisen die außerordentlichen Taten des Verstorbenen, denen es nachzueifern gelte. Der Betrachter des Epitaphs erlebt den Verstorbenen aus der Nähe und wird für ihn lebendig und zum Vorbild.32 Die Grabschriften sollen dem Betrachter die Angst vor dem Tod nehmen und ihm helfen, den Weg ins (christliche) Paradies zu finden. Der Gedanke an die Auferstehung verheiße bereits Seelenfrieden.33
Die Gedenktafeln mit ihren Inschriften dienten der Verewigung des Gedenkens und der Erinnerung an den Toten. Die Orientierung erfolgte dabei während des Humanismus der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert an antiken Vorbildern. Das Adjektiv „beliebt“ war auf römischen Grabsteinen ein häufig verwendetes Wort.34 Entlang der Straßen außerhalb der Städte war auf ihnen die Aufforderung „siste, viator“ weit verbreitet. Selbst Fremde wurden aufgefordert, die Schriften zu lesen und über das Geschriebene nachzudenken. Die Epigramme sprachen zu Ehren des Verstorbenen. In christlicher Zeit stellten sie zusätzlich eine Ermahnung dar, über den Glauben, Auferstehung, Erlösung und die Gnade Christi nachzudenken.35
1. Einleitung: Konfessionalisierung und Kunst: Einführung in die Thematik der Konfessionalisierungsforschung sowie die Relevanz des Donop-Epitaphs als historische Quelle.
2. Das Epitaph für Moritz von Donop: Detaillierte Beschreibung des Epitaphs, seiner Entstehung, künstlerischen Gestaltung sowie der Memorialkultur dieser Zeit.
3. „Gesetz und Gnade“: Analyse des Bildthemas „Gesetz und Gnade“ bei Lucas Cranach d.Ä. und dessen Vorbildfunktion für das Donop-Epitaph.
4. Die Familie von Donop: Darstellung der Biografie von Moritz von Donop, seiner militärischen Laufbahn im Achtzigjährigen Krieg und der Bedeutung seiner Familie.
5. Reformation und Konfessionalisierung: Untersuchung des Konfessionalisierungsprozesses in Lippe, Ravensberg und Herford im Vergleich.
6. Fazit: Ein Epitaph und viele Intentionen: Zusammenführung der Ergebnisse, um die zentrale Bedeutung des Epitaphs als lutherisches Bekenntnisbild zu verdeutlichen.
Donop-Epitaph, Konfessionalisierung, Luthertum, Gesetz und Gnade, St. Nicolai-Kirche, Lemgo, Memorialkultur, Reformation, Moritz von Donop, Rechtfertigungslehre, Ikonographie, Glaubensbekenntnis, Achtzigjähriger Krieg, christliche Kunst, Sozialdisziplinierung.
Die Arbeit untersucht das 1587 gestiftete Epitaph für Moritz von Donop in der St. Nicolai-Kirche in Lemgo und dessen Funktion als Ausdruck lutherischer Konfessionalisierung.
Zentral sind die Themenbereiche der frühneuzeitlichen Konfessionalisierungsgeschichte, die kunsthistorische Analyse des Epitaphs, die Bedeutung des lutherischen Lehrbildes sowie die Biografie des Verstorbenen Moritz von Donop.
Die Arbeit fragt nach der Motivation der Stifter und der Bedeutung des Epitaphs für den Prozess der lutherischen Konfessionalisierung in Lippe und Lemgo, insbesondere unter Berücksichtigung des gewählten „Gesetz und Gnade“-Motivs.
Die Autorin folgt einem kulturgeschichtlichen Ansatz, der Kunstwerke als Quellen begreift und diese in ihren sozio-politischen und religiösen Kontext einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Epitaphs, die Analyse der „Gesetz und Gnade“-Allegorie, die biografische Einordnung von Moritz von Donop und einen regionalgeschichtlichen Vergleich der Konfessionalisierungsprozesse in der Region.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Epitaph, Konfessionalisierung, Gesetz und Gnade, Reformation, Luthertum, Bild als Quelle und Lemgo charakterisieren.
Die Bedeutung des Papageis ist nicht abschließend geklärt; er wird in der Forschung als Mariensymbol, Symbol der Klugheit oder als bloßes dekoratives Element diskutiert, wobei ein Bezug zu lutherischen Vorstellungen wahrscheinlich ist.
Es diente als Bekenntnisbild zur lutherischen Rechtfertigungslehre und half dabei, sich nach innen und außen konfessionell zu verorten sowie eine identitätsstiftende Funktion im Kontext der Bedrohung durch äußere Einflüsse zu erfüllen.
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