Diplomarbeit, 1998
105 Seiten, Note: Sehr Gut
0. Einleitung
Die Abschriften mit Faksimile der Spalten
Fragment 1.
Fragment 2.
Abb.: 10 r (Ansicht der ganzen Seite)
Faksimile der Blätter
Abb. 1.: Erstes Blatt
Abb. 2.: Zweites Blatt
1. Beschreibung der Hs.
1. 1. Äußere Form, Schreibstoff, Schrift
1. 2. Aufbewahrungsort, Provenienz
1.2.1. Kleiner Exkurs über die Geschichte des St. Pöltener Franziskanerklosters
1. 3. Details zu Graphie, Schreiber und sprachlicher Einordnung
1. 4. Inhalt
1. 5. Exkurs: Die Bedeutung der Christherre-Chronik und ihre Vorlagen
2. Zur Sprache
2. 1. Zur Durchführung der Diphthongierung
2. 2. Eine kleine ‚Reimgrammatik‘
2. 3. Auftretende Kürzel, Suspensionen und Schreibweisen
2. 4. Zu den mundartlichen Besonderheiten
2. 5. Ergebnisse von Vergleichen mit anderen Handschriften.
2. 5. 1. Übereinstimmungen undAbweichungen in der Sprache
2. 5. 2. Übereinstimmungen und Abweichungen in Wortschatz, Stil und Text
2. 5. 3. Zusammenfassung
2. 6. Anhang: Wortliste und Tabelle zum Dialekt
2. 7. Zur Überlieferung: Verzeichnis der Vergleichshandschriften
3. Die Genesis-Darstellung in der „Christherre-Chronik“ und in anderen Bibeldichtungen des Mittelalters im Vergleich
4. Die Untersuchungsergebnisse zu den Grazer Fragmenten im Überblick
5. Anhang: Teilabdruck von Codex 2768 (Wien,Nat.-Bibl.) im Faksimile
6. Bibliographie
6. 1. Kataloge, Lexika,Wörterbücher, Grammatiken
6. 2. Verwendete Sekundärliteratur
7. Abkürzungsverzeichnis
8. Inhaltsangabe
Ziel dieser Arbeit ist die philologische Erst-Edition der zwei in Graz aufgefundenen Fragmente der „Christherre-Chronik“. Die Forschungsarbeit untersucht die Handschrift, ihre Einordnung in die Überlieferungstradition der Chronik sowie deren sprachliche und dialektale Besonderheiten, um das Verständnis für die Genesis-Darstellung innerhalb dieses literarischen Werks im Kontext mittelalterlicher Bibeldichtung zu vertiefen.
[10ra] Vnd ez da mit erlæuhtet ist
zu minnerz schuef do gotis list·
D[ie s]chinen sol der naht
div zwai liht hat gestaht
An dem himel an ir zil·
vnd bei den lihten sterne vil
Di dez nahtes ouch gebent schin
do sach got div geschefte sin
Daz si guet waz sazestunt
tet sich der morgen chunt
Vnd der abent do wart gach
dem vierden tage der schin danach
Der tach gelichet sich her abe
dem tage do got von deme grabe
Erstunt mensch vnd got
vnd durch der gothait gebot·
Von der læiden helle pine
erlost got di sine
Di vor manigen iaren
in dem tode waren·
Vnd hetet da trostez niht
daz merer vnd daz minner lieht
Div got di erde erlovhten hiez
vnd in durch daz di chraft liez
Daz si belouhten mit ir chraft
di werld vnd alle ir geschaft
Mit dem schine den si tunt
ist bezaichent daz got erstunt
Gewærer mensch rehter got
als ez wolt sin gebot
Nach dem tod den er lait
vnd daz er nach der menschait
Vnd in der gothait disen zwain
leuten ouf der erd erschain
Den sinen di dez waren wert
vnd sin mit dinsten haten gert
Daz in daz hail solte geschehen
daz si musten vnd solden sehen·
Mit vleischleichen ougen
hie ist sunder lougen
Div vierde soul der weishait
vf geriht vnd ouf gelait
Daz hous daz di weishait
0. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das methodische Verfahren der Edition und die Auffindungsgeschichte der Fragmente.
1. Beschreibung der Hs.: Dieser Abschnitt widmet sich der physischen Beschaffenheit der Pergament-Doppelblätter sowie deren Provenienz aus dem St. Pöltener Franziskanerkloster.
2. Zur Sprache: Die sprachliche Analyse untersucht die Diphthongierung, reimgrammatische Merkmale und mundartliche Besonderheiten der Fragmente im Vergleich mit anderen Handschriften.
3. Die Genesis-Darstellung in der „Christherre-Chronik“ und in anderen Bibeldichtungen des Mittelalters im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Genesis-Darstellung der Chronik in den größeren Zusammenhang mittelalterlicher Bibeldichtung und Zahlensymbolik.
4. Die Untersuchungsergebnisse zu den Grazer Fragmenten im Überblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Datierung, Herkunft und die textliche Bedeutung der Fragmente.
5. Anhang: Teilabdruck von Codex 2768 (Wien,Nat.-Bibl.) im Faksimile: Der Anhang bietet ergänzendes Material zum Vergleich mit anderen Überlieferungen.
6. Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Kataloge, Lexika und Sekundärliteratur.
7. Abkürzungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Abkürzungen.
8. Inhaltsangabe: Eine zusammenfassende Inhaltsangabe des Werks.
Christherre-Chronik, Grazer Fragmente, Erst-Edition, Bibeldichtung, Mittelalter, Genesis, Schöpfung, Handschriftenanalyse, Philologie, Weltchronik, Alemannisch, Bairisch, Codex, Exegese, Zahlensymbolik
Es handelt sich um eine Erst-Edition von zwei Grazer Fragmenten der mittelalterlichen „Christherre-Chronik“ inklusive einer ausführlichen wissenschaftlichen Analyse.
Die Themenfelder umfassen die Beschreibung der Pergament-Handschrift, eine linguistische dialektologische Analyse sowie die Erforschung der Genesis-Darstellung innerhalb des Werks.
Das primäre Ziel ist es, die Fragmente textlich zu erschließen, ihre sprachliche Einordnung vorzunehmen und sie durch Vergleiche mit anderen Codices besser zu verstehen.
Die Arbeit nutzt die Methode der Transponierungssynopse, um Faksimile, deskriptive Abschrift und diplomatischen Lesetext synoptisch gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Handschrift, eine umfassende Untersuchung der Sprache und Dialekte sowie eine literaturgeschichtliche Einordnung der Genesis-Darstellung.
Besonders prägend sind Begriffe wie „Christherre-Chronik“, „Fragmente“, „Genesis-Darstellung“, „Mittelalter“ und „Dialektanalyse“.
Die Blätter stammen ursprünglich aus dem Franziskanerkloster St. Pölten und gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in Zuge einer Zentralisierung von Beständen nach Graz.
Wegen des enormen Umfangs und der sehr komplexen, variablen Überlieferungsgeschichte in über 100 Handschriften existiert bisher keine kritische Gesamtedition.
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