Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Der Weltfußballverband FIFA
2.1 Historisches
2.2 Verbandsorgane
2.2.1 Der Kongress
2.2.2 Der FIFA-Rat
3 Korruption – ein „Dunkelphänomen“
3.1 Begriffsdefinition
3.1.1 Strafrechtliche Definition
3.1.2 Korruption im Sport
3.2 Wahrnehmung von Korruption
3.2.1 Formen von Korruption
3.2.2 Arten von Korruption
3.3 Faktoren und Gründe für Korruption
3.3.1 Prinzipal-Agent Theorie
3.3.2 Rent-Seeking Theorie
3.4 Korruption in der FIFA
3.4.1 Überblick und Varianten
3.4.2 Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften
4 Anti-Korruption
4.1 Good Governance
4.1.1 Transparenz
4.1.2 Integrität und Compliance
4.2 Kontrollierte Zufallsauswahl
4.3 Anti-Korruption in der FIFA
4.3.1 Reformen der FIFA
4.3.2 Ethik-Kommission
4.4 Lösungsvorschläge
4.4.1 Wahl des FIFA-Präsidenten
4.4.2 Amtszeitbeschränkung und Zwischenwahlen
4.4.3 Ausrichtung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Korruptionsanfälligkeit großer Sportverbände am Beispiel der FIFA. Ziel der Arbeit ist es, die strukturellen Ursachen und Beweggründe für korruptes Verhalten innerhalb des Verbandes zu analysieren und auf Basis ökonomischer Theorien konkrete, institutionelle Lösungsvorschläge zu erarbeiten, um Korruption nachhaltig zu mindern oder zu verhindern.
3.3.1 Prinzipal-Agent Theorie
Wie eben beschrieben, stellt die Prinzipal-Agent Theorie einen möglichen Ansatz dar, Korruption bzw. den Akt aus ökonomischer Sicht zu erklären. Mithilfe dieser Theorie lassen sich Abhängigkeiten wie auch die Risiken im institutionellen Austausch analysieren. Damit können korrupte Strukturen dekuvriert und gegebenenfalls auch manipuliert werden (Neubauer, 2018, S. 54-55).
Grundannahme der Prinzipal-Agent-Theorie ist, dass die Interessen von Prinzipal und Agent divergieren und dass eine Informationsasymmetrie zum Vorteil des Agenten besteht (Groenendijk, 1997, S. 208), was die neue Institutionenökonomie als Opportunismus der Akteure bezeichnet. Der Auftraggeber (Prinzipal) weiß nicht sicher, ob der Beauftragte (Agent) wirklich sein Bestes geben wird, wenn er mit bestimmten Aufgaben betraut wird. In der Regel verfügt der Prinzipal ebenso wenig über ausreichende Informationen bezüglich der Fähigkeiten potenzieller Agenten, um denjenigen zu finden, der am besten geeignet ist, die Aufgabe zu erledigen (Braun & Guston, 2003, S. 304).
Hat sich der Prinzipal für einen Agenten entschieden, so geht mit der Auftragserteilung auch die Erteilung eines gewissen diskretionären Handlungsspielraumes einher (Müller M. , 2016, S. 115). Beauftragte Akteure haben daher die Möglichkeit, eigennützig zu sein und zu versuchen, deren persönliches Wohlergehen zu maximieren. Diese Maximierung kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass der Agent sein Selbstinteresse mit List zum Beispiel lügen, stehlen oder betrügen, verfolgt (Braun & Guston, 2003, S. 303).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Korruptionsproblematik der FIFA vor dem Hintergrund aktueller Skandale und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach notwendigen institutionellen Regeln zur Korruptionsbekämpfung.
2 Der Weltfußballverband FIFA: Dieses Kapitel stellt die Struktur, die Geschichte und die wesentlichen Organe des Verbandes wie den Kongress und den FIFA-Rat vor.
3 Korruption – ein „Dunkelphänomen“: Hier werden theoretische Definitionen von Korruption sowie deren Erscheinungsformen und ökonomische Ursachen (Prinzipal-Agent- und Rent-Seeking-Theorie) im FIFA-Kontext analysiert.
4 Anti-Korruption: Das Kapitel diskutiert Gegenmaßnahmen, insbesondere Good Governance, Transparenz, Compliance sowie spezifische Reformvorschläge wie die kontrollierte Zufallsauswahl.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine tiefgreifende strukturelle Reform der FIFA, gestützt durch transparente Verfahren und integre Führungspersonen, für eine korruptionsfreie Zukunft unerlässlich ist.
FIFA, Korruption, Korruptionsprävention, Sportverband, Prinzipal-Agent-Theorie, Rent-Seeking, Good Governance, Transparenz, Compliance, FIFA-Kongress, WM-Vergabe, Integrität, Zufallsauswahl, Reformprozess, Sportmanagement.
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Korruptionsprobleme des Weltfußballverbandes FIFA und sucht nach wissenschaftlich fundierten Wegen, diese Strukturen durch institutionelle Änderungen aufzubrechen.
Zentral sind die Analyse von Korruptionsursachen in privaten Organisationen, die Funktionsweise von Kontrollmechanismen in Sportverbänden und die Anwendung ökonomischer Theorien zur Identifikation von Machtmissbrauch.
Die zentrale Frage lautet, welche institutionellen Regeln und Reformen erforderlich sind, um Korruptionsskandale innerhalb der FIFA effektiv zu mindern oder zukünftig zu verhindern.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literaturanalyse, die ökonomische Modelle wie die Prinzipal-Agent-Theorie und die Rent-Seeking-Theorie nutzt, um Korruptionsszenarien zu dekonstruieren und Reformansätze zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Korruptionsbegriffs, eine Analyse der FIFA-Strukturen, die Anwendung ökonomischer Modelle auf bekannte Fälle sowie die Vorstellung und kritische Diskussion von Anti-Korruptionsmethoden.
Wichtige Begriffe sind FIFA, Korruption, Prinzipal-Agent-Theorie, Rent-Seeking, Good Governance, Compliance und kontrollierte Zufallsauswahl.
Die Theorie erklärt die Informationsasymmetrie zwischen dem Verband (Prinzipal) und seinen Funktionären (Agenten), welche den Spielraum für eigennütziges und korruptes Handeln erst ermöglicht.
Durch die Auswahl per Los wird die Entstehung von Macht-Hybris verhindert und das Risiko minimiert, dass Posten durch Klüngel, Nepotismus oder direkte Bestechung vergeben werden.
Obwohl als Kontrollinstanz konzipiert, wird die Unabhängigkeit der Kommission kritisch hinterfragt, da ihre Führung direkt von der FIFA-Spitze beeinflusst werden kann.
Neben einer Lotterie für die Endauswahl wird ein Pool an qualifizierten Nationen vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass nur Länder mit hohen Standards und nach einer mehrjährigen Wartezeit als Gastgeber fungieren können.
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