Magisterarbeit, 2002
75 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
1. Vorwort
2. Vorgehensweise
3. Literaturlage
II. Hauptteil
1. Identität und Rollendefinition
1.1. Identität - eine Begriffsklärung
1.2. Identität und Rollenverständnis
1.2.1. Die Rolle der Frau in der DDR
1.2.2. Die Rolle des Schriftstellers in der DDR
1.2.3. Schriftstellerinnen der DDR – die wahren Feministinnen?
2. Die Frau und die Schriftstellerin Brigitte Reimann
2.1. Brigitte Reimann - ein kurzes und intensives Leben
2.2. Literatur als zweites Leben von Brigitte Reimann
3. Der Roman „Franziska Linkerhand“
3.1. Entstehungsgeschichte
3.2. Zusammenfassung
3.3. Erzählstil
4. Sehnsucht nach Identität in „Franziska Linkerhand“
4.1. Franziska Linkerhand - Brigitte Reimanns Spiegelbild?
4.1.1. Beziehung zur Arbeit
4.1.2. Erlebte Weiblichkeit und Liebesideal
4.1.3. Leben im Sozialismus
4.2. Lebenswelten
4.2.1. Die bürgerliche Familie
4.2.2. Neustadt und Hoyerswerda
4.2.3. Flucht aus Neustadt und Rückkehr
4.3. Begegnungen
4.3.1. Die Männer
4.3.1.1. Ben
4.3.1.2. Wilhelm
4.3.1.3. Professor Reger
4.3.1.4. Schafheutlin
4.3.1.5. Wolfgang Exß
4.3.2. Die Frauen
4.3.2.1. Gertrud
4.3.2.2. Sigrid, Frau Hellwig und Frau Schafheutlin
4.3.2.3. Franziskas Mutter und Großmutter
III. Resümee
1. Der unvollendete Roman – Identitätssuche ohne Erfolg?
Diese Magisterarbeit untersucht die Verbindung zwischen dem Leben der DDR-Autorin Brigitte Reimann und ihrem Roman „Franziska Linkerhand“, um zu klären, inwieweit die Autorin ihre eigene Identitätssuche auf die Romanheldin projiziert. Dabei wird die Rolle der Literatur als Medium der Selbstfindung analysiert.
4.1.1 Beziehung zur Arbeit
Franziska ist Architektin aus Überzeugung. Der Beruf ist für sie die Basis, auf der sie ihr Leben aufbaut. Selbst in persönlichen Krisen äußert sie nie Zweifel daran.
„In ihrer Arbeit aber existierte sie ungeteilt, sie wußte nichts mehr von einem angstvollen, bedrohten Ich, das sich manchmal von ihr abspaltete, das auf Abende, Alleinsein, eine gewisse Melodie lauerte [...] Selbst in der Baracke am Straßenrand, wo sie unzufrieden war, verschimmelte, wie sie sagte, behielt sie ihr Selbstvertrauen: sie war tätig, das verknüpfte sie mit den anderen. Sie, die errötete, schwitzte, verzweifelte vor der Ungnade einer schlechtgelaunten Verkäuferin, stritt zäh mit Schafheutlin, mit dem Stadtbaudirektor, mit ihren älteren Kollegen[...]“
Arbeit wird für Franziska also zur existenziellen Grundlage, eine lebenslange Verpflichtung, die sie sich selbst auferlegt hat und mit der sie Dinge von Dauer schaffen will, ohne als Nebenfigur „neben dem Namenszug“ eines anderen zu erscheinen.
Brigitte Reimanns leidenschaftliche bis schmerzhafte Beziehung zu ihrem Schriftstellerberuf habe ich bereits beleuchtet. Trotzdem soll im Vergleich mit Franziska noch einmal verdeutlicht werden, wie sehr diese Leidenschaft das Leben der Autorin untermauert hat. So schreibt sie am 3. Juni 1969: „Ich möchte schreiben, nur so kann ich existieren.“
I. Einleitung: Klärung der Zielsetzung der Arbeit, Einordnung des Romans „Franziska Linkerhand“ in den Kontext der DDR-Literatur und methodisches Vorgehen.
II. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung von Identitätsfragen, Rollenbildern der Frau und der Rolle des Schriftstellers in der DDR sowie Analyse von Brigitte Reimanns Leben und dem Roman unter Berücksichtigung von Lebenswelten und Begegnungen.
III. Resümee: Reflexion über das Scheitern oder Gelingen der Identitätssuche der Autorin und ihrer Protagonistin im Kontext des unvollendeten Romans.
Brigitte Reimann, Franziska Linkerhand, Identitätsfindung, DDR-Literatur, Frauenbild, Bitterfelder Weg, Rollenverständnis, Autobiographisches Schreiben, Soziale Identität, DDR-Alltag, Emanzipation, Literaturwissenschaft, Neue Subjektivität.
Die Arbeit analysiert, wie Brigitte Reimann ihren Roman „Franziska Linkerhand“ als Medium nutzt, um ihre eigene Identitätssuche und die Auseinandersetzung mit sich selbst zu verarbeiten.
Die Arbeit fokussiert auf Identität, gesellschaftliche Rollenbilder in der DDR, das Leben als Schriftstellerin und die Wechselwirkung zwischen persönlicher Biographie und literarischer Fiktion.
Es soll untersucht werden, inwieweit die Autorin Wünsche, Ängste und Erfahrungen auf ihre Romanheldin Franziska projiziert und wie sich ihr Leben im Roman widerspiegelt.
Die Arbeit nutzt soziologische Begriffe zur Identitätsdefinition und führt einen vergleichenden biografischen Ansatz durch, indem Tagebucheinträge und Briefe der Autorin dem Romaninhalt gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil beleuchtet die Begriffe Identität und Rollendefinition, untersucht die Biografie von Brigitte Reimann und analysiert den Roman anhand zentraler Motive wie Arbeit, Weiblichkeit, Lebenswelten und persönlicher Begegnungen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Identitätsfindung, Frauenbild in der DDR, der „Bitterfelder Weg“ sowie die Symbiose von Realität und Literatur.
Schafheutlin fungiert als Spiegel der gesellschaftlichen Realität, der Franziska dazu zwingt, ihren idealistischen Blick auf den Sozialismus zu hinterfragen und sich weiterzuentwickeln.
Die Autorin konnte das letzte Kapitel aufgrund ihres fortschreitenden Krebsleidens vor ihrem Tod nicht mehr vollenden, was den Prozess der Identitätssuche auf eine Metaebene hebt.
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