Magisterarbeit, 2006
70 Seiten, Note: 1,0 (Hervorragend)
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
Teil A: Das deutsche Erdgasnetz
1. Struktur
2. Funktion
3. Eigentum und Betrieb
3. 1 Gesamtnetzdienstleistung
3. 2 Netzverbund
3. 2. 1 Rechtliche Betrachtung des Netzverbunds
4. Zusammenfassung
Teil B: Netzzugang in der Gaswirtschaft
1. Das Problem der monopolischen Stellung der Gasversorgungsunternehmen
1. 1 Natürliches Monopol
1. 1. 1 Natürliches Monopol am vorgelagerten Markt (Durchleitungsmarkt)
1. 1. 2 Natürliches Monopol am nachgelagerten Markt
1. 1. 3 Monopol in den verschiedenen Netzstufen
2. Alternativen für die Einführung von Wettbewerb zum Gasmarkt
Exkurs: "Essential Facility Doktrin"
2. 1 Parallelleitungsbau
2. 1. 1 Umwelttechnische Bewertung
2. 1. 2 Wirtschaftliche Bewertung
2. 1. 3 Rechtliche Bewertung
3. Netzzugang
3. 1 Konzeptuelle Entwicklungen des Netzzugangs in der Europäischen Union
3. 2. Rezeption des Netzzugangskonzepts in Deutschland
3. 3 Ein neuer Begriff des Netzzugangs
Teil C: Die Vorgaben der Richtlinie 2003/55/EG
1. Einführung
2. Die Beschleunigungsrichtlinie – Instrumente zur Liberalisierung des Gasmarkts
2. 1 Neuregulierung des Netzzugangs
2. 1. 1 Die Akteure des Zugangs
2. 1. 2 Die Organisation des Netzzugangs
2. 1. 2. 1 Methodenregulierung im vorab
2. 1. 2. 2 Die Einzelentgeltregulierung
2. 2. Die Regulierungsbehörde - Gewährleistung einer gut funktionierenden Zugangsorganisation
2. 2. 1 Die Aufsicht der Regulierungsbehörde über den Netzbetrieb
2. 2. 2 Entscheidungsmöglichkeit der Regulierungsbehörde aufgrund von Beschwerden durch Netznutzer
2. 3 Die Entflechtung (Unbundling) als wichtiges Instrument zur Durchsetzung des Netzzugangs
2. 3. 1 Die gesellschaftsrechtliche Entflechtung
2. 3. 2 Entflechtung hinsichtlich der Organisation
2. 3. 3 Entflechtung der Rechnungslegung
3. Zugangsmodell
Teil D: Die Umsetzung der Beschleunigungsrichtlinie in das deutsche Recht
1. Die Verbändevereinbarungen (VV)
2. Die Energierechtsreform von 2005 hinsichtlich der Umsetzung der Beschleunigungsrichtlinie
3. Die Vorschriften des neuen EnWG bezüglich des Netzzugangs
3. 1 Entflechtung
3. 2 Netzzugang
3. 2. 1 Anspruchsgrundlage
3. 2. 2 Ausgestaltung des Netzzugangs
3. 2. 3 Gasnetzzugangverordnung (GasNZV)
3. 3 Netzentgelte
3. 4 Regulierungsbehörde
4. Das EnWG 2005 und die Gasverordnungen als rechtlicher Rahmen für ein bestimmtes Netzzugangsmodell
Teil E: Das Entry-Exit Modell
1. Tatbestandsmerkmale des Entry-Exit Modells
1. 1. Nur zwei Verträge
1. 1. 1 Inhalt der Verträge
1. 2 Handel von Kapazitäten
1. 3 Entgelt - Entfernungsunabhängigkeit
2. Diskussionspunkte in Bezug auf das Entry-Exit Modell
2. 1 Marktgebiete/ Regelzonen
2. 2 Virtuelle Handelspunkte
2. 3 Lieferantenwechsel
2. 4 Einzelbuchung von Kapazitäten (Optionsmodell)
3. Die Abweichung des Entry-Exit Modells nach dem Vorschlag der Bundesnetzagentur mit dem Entry-Exit Modell des EnWG 2005
4. Übereinstimmung des Entry-Exit Modells nach dem Vorschlag der Bundesnetzagentur mit der Beschleunigungsrichtlinie
5. Das Entry-Exit Modell gemäß der aktuellen Vorschlags der Bundesnetzagentur auf dem Prüfstand des europäischen Primärrechts
5. 1 Das Entry-Exit Modell als deutsche Maßnahme zur Erfüllung europarechtlicher Verpflichtungen
5. 2 Das vorgeschlagene Entry-Exit Modell und das Ziel der Gemeinschaft nach Art. 4 und 98 EG-Vertrag
5. 3 Die Applikation des Art. 10 Abs. 2 EG-Vertrag
Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das in Deutschland diskutierte Entry-Exit-Modell geeignet ist, den Wettbewerb am Gasmarkt zu fördern. Dabei analysiert sie die strukturellen Gegebenheiten des deutschen Gasnetzes, die rechtlichen Rahmenbedingungen durch die EU-Beschleunigungsrichtlinie sowie deren Umsetzung in deutsches Recht durch das EnWG 2005, um eine fundierte Bewertung der aktuellen Regulierungsansätze vorzunehmen.
1. Struktur
Nachdem seit Ende der 60er Jahre die Erdgasgewinnung in Deutschland fast vollständig durch den Erdgasimport ersetzt wurde, entwickelte sich eine dreistufige Struktur des Erdgasnetzes: Produktions- bzw. Importstufe, Ferntransport und Verteilung. Diese Netzstufen bestimmen auch die Struktur des Gasmarktes, weshalb man hier auch von sogenannten Marktstufen spricht. So findet man auf jeder Netzstufe einen separaten Markt mit jeweils eigenen Anbietern, Nachfragern und Produkten.
Eine Besonderheit des deutschen Gasnetzes ist, dass die hohe Anzahl der auf dem Gasmarkt agierenden Unternehmen (750) zu einer komplexen Netzstruktur führt. Dabei konzentriert sich die überwiegende Mehrheit der Gasversorgungsunternehmen (GVU) auf der lokalen Ebene der Verteilungsstufe, also der Ebene des Ortsgasnetzes. Auf der Ebene des Imports sind nur etwa 20 Unternehmen tätig, mit der Erdgasproduktion hingegen befassen sich sogar nur 10 Unternehmen. Die Seite der Abnehmer, die als Endverbraucher an das Gasnetz angeschlossen sind, wird von privaten Haushalten, Industrie- und Gewerbebetrieben gebildet.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Erdgases als Energieträger ein und erläutert die Notwendigkeit, monopolistische Strukturen in der Gaswirtschaft durch Instrumente wie den Netzzugang aufzubrechen.
Teil A: Das deutsche Erdgasnetz: Dieses Kapitel beschreibt die dreistufige Struktur (Produktion/Import, Ferntransport, Verteilung) und die technischen sowie betrieblichen Aspekte des deutschen Gasnetzes.
Teil B: Netzzugang in der Gaswirtschaft: Hier wird die Problematik der monopolischen Stellung der Gasversorgungsunternehmen und die Bedeutung des Netzzugangs als strategisches Instrument zur Förderung des Wettbewerbs untersucht.
Teil C: Die Vorgaben der Richtlinie 2003/55/EG: Dieses Kapitel analysiert die Ziele der Beschleunigungsrichtlinie der EU, insbesondere die Instrumente zur Liberalisierung des Gasmarktes wie Netzzugang und Entflechtung.
Teil D: Die Umsetzung der Beschleunigungsrichtlinie in das deutsche Recht: Dieses Kapitel betrachtet die historische Entwicklung der Verbändevereinbarungen und die Energierechtsreform von 2005 im Kontext der neuen EnWG-Vorschriften.
Teil E: Das Entry-Exit Modell: Der letzte Teil stellt das Entry-Exit-Modell detailliert vor, diskutiert kritische Punkte wie Marktgebiete und Optionsmodelle und prüft die Vereinbarkeit mit dem europäischen Primärrecht.
Erdgas, Gaswirtschaft, Netzzugang, Entry-Exit-Modell, Beschleunigungsrichtlinie, Liberalisierung, Gasnetz, Monopol, Wettbewerb, Entflechtung, Unbundling, Bundesnetzagentur, Energierecht, EnWG, Gastransport
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten zur Schaffung eines wettbewerbsfähigen deutschen Gasmarktes durch die Einführung des sogenannten Entry-Exit-Modells für den Netzzugang.
Die zentralen Themen sind die Regulierung des Netzzugangs, die rechtlichen Vorgaben der EU, die Struktur des deutschen Erdgasnetzes sowie die Entflechtung von Netzbetrieb und Gasverkauf.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob das in Deutschland diskutierte Entry-Exit-Modell dazu geeignet ist, den Wettbewerb im Gasmarkt tatsächlich zu fördern und den europarechtlichen Anforderungen zu entsprechen.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die die Auslegung nationaler Gesetze (EnWG) und europäischer Richtlinien sowie deren praktische Umsetzung durch Regulierungsbehörden untersucht.
Der Hauptteil behandelt die Struktur des deutschen Netzes, das Problem der monopolischen Stellung der Versorger, die EU-Vorgaben zur Liberalisierung und deren Umsetzung in deutsches Recht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Netzzugang, Entry-Exit-Modell, Beschleunigungsrichtlinie, Unbundling, Wettbewerb, Gasmarkt und Regulierungsbehörde.
Der Parallelleitungsbau erwies sich wegen des enorm hohen Kapitalbedarfs, der Umweltbelastungen und der Ineffizienz im Vergleich zur gemeinsamen Nutzung vorhandener Infrastruktur als wenig praktikabel.
Die Bundesnetzagentur übernimmt als Regulierungsbehörde die Überwachung und Gestaltung des Netzzugangs, um Missbrauch zu verhindern und diskriminierungsfreie Bedingungen sicherzustellen.
Diese Doktrin dient als wettbewerbsrechtliche Begründung dafür, dass Inhaber wesentlicher Infrastruktur (hier das Gasnetz) verpflichtet sind, Wettbewerbern den Zugang zu diesen Einrichtungen zu gewähren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

