Diplomarbeit, 2008
98 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Eigenschaften von Least Developed Countries
2.1 Definition
2.2 Exportstruktur
2.3 Wirtschaft
3. Rohstoffpreise
3.1 Aktuelle Entwicklungen
3.2 Auswirkungen des aktuellen Rohstoffbooms auf die LDCs
3.3 Die Terms of Trade von Entwicklungsländern
3.4 Die Prebisch-Singer Hypothese
3.5 Resource Curse
3.5.1 Dutch Disease
3.5.2 Regierung
3.5.3 Konflikte
3.5.4 Hohe Verschuldung
3.5.5 Ungleichheit
3.5.6 Volatilität
3.5.6.1 Schocks
3.5.6.2 Unsicherheit
3.6 Rohstoffpreisstabilisierung
3.6.1 Stabilisierungsfonds
3.6.2 Internationale Rohstoffabkommen
3.6.3 Buffer Stocks
3.6.4 Market Related Instruments
4. Empirische Analyse
4.1 Daten
4.2 Preisindex
4.3 Vektorautoregression
4.3.1 Ausreißer
4.3.2 Augmented Dickey-Fuller Test
4.3.3 Informationskriterien
4.3.4 Jarque-Bera Test
4.3.5 LM Johansen Test
4.3.6 VAR Stabilität
4.3.7 Granger Kausalitätstest
4.3.8 Impulse Response Analyse
4.4 Schätzung der jeweiligen VAR(p) Modelle
4.4.1 Variablen der Schätzungen
4.4.2 Bestimmung der Lag Länge
4.4.3 Afghanistan
4.4.4 Guinea-Bissau
4.4.5 Mali
4.4.6 Ruanda
4.4.7 Salomonen
4.4.8 Tansania
4.5 Zusammenfassung der Regressionsergebnisse
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Volatilität von Rohstoffpreisen und der makroökonomischen Entwicklung in ausgewählten am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs), um zu verstehen, wie sich globale Preisbewegungen auf das nationale Wirtschaftswachstum und die Haushaltsausgaben auswirken.
3.5.1 Dutch Disease
In der Literatur existiert die These, dass Ressourcenabhängigkeit zu einem langsameren Wirtschaftswachstum führt. Sachs und Warner zeigen, dass diejenigen Länder, die einen höheren Anteil an Brennstoffen, Mineralien und Agrarprodukten gemessen an ihren Exporten im Jahr 1970 hatten, tendenziell langsameres ökonomisches Wachstum in der Periode 1970-1990 erfuhren. Diese These wird auch Resource Curse genannt. Man unterscheidet zwischen 6 Kausalitäten, die zu einem Resource Curse führen können. Diese sind Dutch Disease, Regierung, Konflikte, hohe Verschuldung, Ungleichheit und Volatilität. Im Folgenden werden die möglichen Wirkungskanäle näher betrachtet.
Der Name Dutch Disease stammt von der Erfahrung der Niederlande, die in den 60er Jahren Gasvorkommen entdeckten und es in der Folge zu einer Aufwertung der Währung kam. Relevant ist diese Thematik für diese Arbeit, da einige der LDCs über Rohstoffreichtum wie Ölvorkommen, Diamanten, Gold, Aluminium und andere Bodenschätze verfügen.
Das klassische Dutch Disease Modell von Corden und Neary soll an dieser Stelle veranschaulicht werden. In diesem existieren drei Sektoren: 1. der boomende Ressourcen Sektor B, 2. der schrumpfende Sektor L der handelbaren Güter und 3. der Sektor N der nicht handelbaren Güter. Die Preise der Güter, die in den Sektoren B und L erstellt werden, sind Weltmarktpreise. Die Arbeit ist zwischen den Sektoren mobil und damit der Lohn identisch. Alle Faktorpreise sind flexibel und die Faktoren international immobil. Die einzelnen Sektoren erwirtschaften unabhängige Gewinne. Es kommt zum Boom im Sektor B, der durch einen technischen Fortschritt, eine Entdeckung neuer Ressourcen oder durch eine Verbesserung der TOT in diesem Sektor verursacht werden kann.
Bei positiver Einkommenselastizität der Nachfrage nach nicht handelbaren Gütern wird ein Teil der zusätzlich entstehenden Faktoreinkommen für eben diese ausgegeben (Spending Effect). Da die Nachfrage nach nicht handelbaren Gütern nur im Inland, die ebenfalls gestiegene Nachfrage nach handelbaren Gütern aber auch mit Importen befriedigt werden kann, muss der Preis der nicht handelbaren Güter nun gegenüber den Preisen der handelbaren Güter steigen. Das entspricht einer realen Aufwertung der heimischen Währung. Dieser Vorgang verschiebt Ressourcen aus B und L in den Sektor N, die Güternachfrage hingegen in die entgegengesetzte Richtung.
1. Einführung: Darstellung der Rohstoffpreisvolatilität, der Relevanz für LDCs und der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2. Eigenschaften von Least Developed Countries: Definition der LDCs basierend auf UNCTAD-Kriterien sowie Analyse von deren Wirtschafts- und Exportstruktur.
3. Rohstoffpreise: Theoretische Abhandlung über Preisentwicklungen, die Prebisch-Singer-Hypothese, den Resource Curse und Möglichkeiten der Preisstabilisierung.
4. Empirische Analyse: Durchführung einer ökonometrischen Untersuchung mittels VAR-Modellen zur Bestimmung der Auswirkungen von Rohstoffpreisveränderungen auf makroökonomische Variablen in ausgewählten LDCs.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, welche die Heterogenität der Auswirkungen auf die untersuchten Länder hervorhebt und den geringen direkten Zusammenhang bestätigt.
Least Developed Countries, Rohstoffpreise, Terms of Trade, Prebisch-Singer-Hypothese, Resource Curse, Dutch Disease, Vektorautoregression, VAR-Modelle, Rohstoffpreisvolatilität, Wirtschaftswachstum, Granger-Kausalität, Stabilisierungsfonds, Makroökonomik, Entwicklungsländer, Exportstruktur
Die Diplomarbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen von Rohstoffpreisveränderungen auf die Gruppe der Least Developed Countries (LDCs) unter besonderer Berücksichtigung makroökonomischer Stabilität.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Exportstruktur von LDCs, theoretische Konzepte wie den "Resource Curse" und "Dutch Disease" sowie die empirische Überprüfung dieser Effekte mittels Zeitreihenanalysen.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob und wie signifikant Veränderungen der Rohstoffpreise das Wirtschaftswachstum sowie die Konsum- und Staatsausgaben in ausgewählten Ländern wie Afghanistan, Mali oder Tansania beeinflussen.
Die Autor verwendet ökonometrische Methoden, primär die Vektorautoregression (VAR), sowie Granger-Kausalitätstests und Impulse-Response-Analysen basierend auf historischen Wirtschaftsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Rohstoffmärkten und eine darauf folgende empirische Analyse, in der die Daten für verschiedene LDCs aufbereitet und regressionsanalytisch ausgewertet werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rohstoffpreise, LDCs, Vektorautoregression, Resource Curse und Preisvolatilität beschreiben.
Die VAR-Methode wurde gewählt, da sie Interdependenzen zwischen mehreren Variablen berücksichtigt, ohne zwischen exogenen und endogenen Variablen im Vorfeld unterscheiden zu müssen, was bei komplexen ökonomischen Systemen hilfreich ist.
Der Autor stellt fest, dass es keinen generellen, einheitlichen Zusammenhang zwischen Rohstoffpreisen und makroökonomischen Größen gibt; die Effekte sind je nach Land sehr unterschiedlich und oft weniger stark ausgeprägt als erwartet.
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