Bachelorarbeit, 2021
51 Seiten
1. Einleitung
2. Männlichkeit
2.1 Ein Definitionsversuch
2.2 Männlichkeit nach Connell
2.2.1 Hegemonie
2.2.2 Komplizenschaft
2.2.3 Unterordnung
2.2.4 Marginalisierung
2.2.5 Zwischenfazit
3. Der filmische Western
3.1 Grundzüge zur Entstehung und Veränderung
3.2 Der Code des Westens
3.3 Der Westernheld
3.4 Männlichkeit und Heldentum
4. Filmanalyse zum Männerbild
4.1 Methodisches Vorgehen
4.1.1 Die soziologische Film und Fernsehanalyse – Makroebene
4.1.2 Figurenanalyse nach Jens Eder
4.2 Männlichkeiten im klassischen Westernfilm: Stagecoach
4.3 Männlichkeiten im modernen Westernfilm: News of the World
4.4 Vergleichsanalyse anhand ausgewählter Motive
4.4.1 Psychische Merkmale
4.4.2 Physische Merkmale
4.4.3 Beziehungen der Figuren: Mann/Mann und Mann/Frau
4.4.4 Kampf und Wettbewerb
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Männerbildes im Westernfilm über einen Zeitraum von 80 Jahren, indem sie klassische und moderne Repräsentationen des Genres gegenüberstellt und mithilfe soziologischer Konzepte analysiert.
3.1 Grundzüge zur Entstehung und Veränderung
Die Anfänge des Westerngenres finden sich in der Literatur. Lee Clark Mitchell sieht die literarischen Western daher als Vorreiter der Filmwestern an (vgl. Mitchell 1996: S. 161). Die Bücher von James Cooper zwischen 1827 und 1841 galten als die großen Romane der Vereinigten Staaten, die sich erstmals mit der amerikanischen Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts befassten. Somit formten diese sowie weitere literarische Werke gemeinsam mit der Malerei, der Musik oder den Wild-West-Shows von Buffalo Bill die Grundlage für die ersten Filme (vgl. Brunow 2013: S. 41). André Bazin merkte in den 1950ern dazu an: „Der Western ist das einzige Genre, dessen Anfänge mit denen des Kinos überhaupt fast identisch sind“ (Bazin 1975: S. 111). Nachdem Annie Oakleys Schießkunst zu den ersten Kurzfilmen zählt, die sich mit dem Leben im Western beschäftigten, ist die Geburt des Genres mit der Publikation des Films The Great Train Robbery im Jahr 1903 zu datieren. Edwin S. Porter schuf mit diesem Werk den ersten kreativ-dramatischen Film, der die grundlegenden Handlungsstränge für Variationen und Nachahmungen des Genres vorgab. Überfälle, Verfolgungsjagden und Shoot-outs bestimmten fortan den Inhalt der Westernfilme (vgl. Seeßlen 2011: S. 19f.), welche die Filmindustrie von Amerika boomen ließen. Es entstanden zahlreiche Filmgesellschaften, die zum Großteil von Western-Produktionen mit nur geringen Investitionen lebten. Somit überragte die Anzahl an inszenierten Verbrechen bald die der tatsächlich stattgefundenen und darüber hinaus die Menge an Western der gesamten 30er-Jahre (vgl. Hanisch 1986: S. 24f.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel des Männerbildes im Western und erläutert die methodische Herangehensweise anhand soziologischer Männlichkeitstheorien.
2. Männlichkeit: Dieses Kapitel definiert Männlichkeit als soziales Konstrukt und führt das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell ein, um Machtstrukturen innerhalb der Geschlechterrollen zu erklären.
3. Der filmische Western: Es wird ein Überblick über die Genese des Westerns, den spezifischen Code des Westens und das Idealbild des Helden gegeben, wobei der Fokus auf dem Wandel der Erzählstrukturen liegt.
4. Filmanalyse zum Männerbild: Der analytische Hauptteil kombiniert soziologische Filmanalyse und Figurenanalyse nach Jens Eder, um die Entwicklung der Männlichkeitsdarstellung anhand von Stagecoach und News of the World zu vergleichen.
5. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und zeigt, wie sich die Darstellung des Helden von einer körperbetonten, hegemonialen Figur hin zu einer differenzierteren, emotional zugänglicheren Rolle gewandelt hat.
Westernfilm, Männlichkeit, Raewyn Connell, Filmheld, Stagecoach, News of the World, Filmanalyse, Geschlechterrolle, Heldentum, Code des Westens, Revisionismus, Soziologie, Männlichkeitsforschung, Identitätsbildung, Hollywood
Die Arbeit analysiert, wie sich das Konstrukt der Männlichkeit in amerikanischen Westernfilmen über einen Zeitraum von 80 Jahren verändert hat.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Männlichkeitsforschung nach Raewyn Connell, die Genre-Geschichte des Westerns und die vergleichende Analyse spezifischer Filmbeispiele.
Ziel ist es, den Wandel vom klassischen Westernhelden, der durch körperliche Überlegenheit und strikte Codes definiert ist, hin zum modernen, psychologisch komplexeren Helden zu belegen.
Die Autorin kombiniert die soziologische Film- und Fernsehanalyse mit der Figurenanalyse nach Jens Eder für eine tiefgehende Untersuchung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zu Männlichkeit und Western-Genre sowie einen umfangreichen analytischen Teil, der Stagecoach (1939) und News of the World (2020) vergleicht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Westernfilm, Männlichkeit, hegemoniale Männlichkeit, Filmheld und Revisionismus charakterisieren.
Stagecoach gilt als Klassiker des Genres, der als ideale Projektionsfläche für traditionelle Männlichkeitsentwürfe und soziale Hierarchien der damaligen Zeit dient.
Johanna fungiert als Katalysator für die Entwicklung des Helden Kidd, dessen Vaterrolle und emotionale Offenheit den Wandel zum modernen Männerbild verdeutlichen.
Während im klassischen Western das Duell zur Bestätigung der eigenen Ehre und Männlichkeit dient, nutzt der moderne Held Gewalt nur zur Verteidigung und zeigt stattdessen mentale Stärke.
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