Bachelorarbeit, 2018
49 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Familien mit Migrationshintergrund
2.1 Grundlagen: Migration und Familie
2.2 Die Bedeutung der Familie für MigrantInnnen
2.3 Milieus von Familien mit Migrationshintergrund
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe
3.1 Die Kinder- und Jugendhilfe
3.2 Die Sozialpädagogische Familienhilfe
3.3 Zugänge der Familien mit Migrationshintergrund
4. Interkulturelle Öffnung der Sozialpädagogik
4.1 Zum Konzept der Interkulturalität
4.2 Die Idee einer Interkulturellen Öffnung
5. Herausforderungen und Chancen der SPFH durch eine Interkulturelle Öffnung in Bezug auf Familien mit Migrationshintergrund
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das ausdifferenzierte Handlungsfeld der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) und analysiert, welchen Beitrag eine interkulturelle Öffnung (IÖ) zur Verbesserung der Unterstützung für Familien mit Migrationshintergrund leisten kann, wobei Chancen und strukturelle Herausforderungen im Fokus stehen.
2.1 Grundlagen: Migration und Familie
Aus dem Lateinischen stammend (migratio) bedeutet Migration „so viel wie ‚Wanderung‘“ (Meier-Braun 2013: 16). Aus soziologischer Sicht wird Migration als „die Bewegung von Individuen oder Gruppen im geographischen oder sozialen Raum“ (Wagner 2014: 1151) verstanden. Dabei sei eine Rückkehr in das Herkunftsgebiet weder sicher noch planbar (vgl. ebd.). Oltmer (2013) definiert Migration als „auf einen längerfristigen Aufenthalt angelegte räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes von Individuen, Familien, Gruppen oder […] Bevölkerungen“ (ebd.: 31) und greift damit die Dimensionen der Richtung und der Dauer auf (vgl. ebd.).
Zusätzlich zu diesen Dimensionen seien „Ursachen und Zwecke“ (Hamburger 2015: 211) der Migration differenzierter zu betrachten: Die Beweggründe reichen von Freiwilligkeit (z.B. Studium oder Beruf) bis zum Zwang (Krieg, Hungersnot etc.) (vgl. ebd./Oltmer 2013: 32). Arbeitsmigration könne zwischen den beiden Extremen „Zwang und Genuss“ (Hamburger 2015: 211) positioniert werden (vgl. ebd.). Während die Unabhängige Kommission Zuwanderung (2001) unter dem Begriff der Zuwanderung alle, so auch die zeitlich begrenzten Arten von Migration und unter Einwanderung die dauerhafte Ansiedlung fasst (vgl. ebd.: 2), sei dieser „feine Unterschied“ (Meier-Braun 2011: 36) in keine andere Sprache der Welt zu übersetzen (vgl. ebd.).
Überdies sei Migration keine neue Erscheinung. Sie zeichne sich an der langen Tradition Deutschlands als Ein- und Auswanderungsland ab (vgl. Wagner 2014: 1152). Nichtsdestotrotz sei die Anerkennung der Realität als Einwanderungsland spärlich. So werde der Begriff der Zuwanderung dem der Einwanderung vorgezogen, um die zeitliche Begrenztheit der Migration zu akzentuieren (vgl. Meier-Braun 2011: 36).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende wissenschaftliche Interesse an Familien und definiert die Ausgangslage sowie Relevanz der Sozialpädagogik im Kontext von Migrationshintergründen.
2. Familien mit Migrationshintergrund: Dieses Kapitel klärt die Begriffe Migration und Familie, skizziert den Stellenwert der Familie für MigrantInnen und differenziert die heterogene Gruppe anhand spezifischer Migrationsmilieus.
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Sozialen Arbeit und der Kinder- und Jugendhilfe sowie die speziellen Arbeitsansätze und Methoden der SPFH dargelegt.
4. Interkulturelle Öffnung der Sozialpädagogik: Dieses Kapitel erörtert das Konzept der Interkulturalität und die historische sowie praktische Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung von Organisationen.
5. Herausforderungen und Chancen der SPFH durch eine Interkulturelle Öffnung in Bezug auf Familien mit Migrationshintergrund: Die Analyse der Herausforderungen und Chancen für die SPFH zeigt auf, wie ein interkultureller Blick die Beziehungsqualität und den Abbau von Zugangsbarrieren fördern kann.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit, Bedarfe und Wirkungen von Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe zukünftig intensiver zu erforschen.
Sozialpädagogische Familienhilfe, Migration, Migrationshintergrund, Interkulturelle Öffnung, Kinder- und Jugendhilfe, Familienleitbilder, Migrationsmilieus, Zugangsbarrieren, Hilfe zur Erziehung, Sozialisation, Interkulturelle Kompetenz, Hilfe zur Selbsthilfe, Systemischer Ansatz, Soziale Arbeit, Integrationsdefizite
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) und untersucht, wie durch eine interkulturelle Öffnung die Unterstützung für Familien mit Migrationshintergrund verbessert werden kann.
Zentrale Felder sind die Bedeutung familiärer Strukturen im Migrationskontext, die Analyse von Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten sowie Konzepte der interkulturellen Öffnung und Kompetenz.
Die zentrale Fragestellung lautet, was das ausdifferenzierte Handlungsfeld der SPFH durch eine interkulturelle Öffnung für Familien mit Migrationshintergrund leisten kann und welche Chancen sowie Herausforderungen dabei entstehen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Forschungsdaten sowie Modellen (z.B. Migranten-Milieus), um die Fragestellung theoretisch und analytisch zu beantworten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Familie und Migration, die Vorstellung der SPFH als Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe sowie die detaillierte Diskussion der interkulturellen Öffnung und ihrer Auswirkungen auf die Praxis.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sozialpädagogische Familienhilfe, Interkulturelle Öffnung, Migrationshintergrund, Zugangsbarrieren, Hilfe zur Erziehung und Ressourcenorientierung.
Die Typologie zeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund keine homogene Gruppe bilden; für die sozialpädagogische Praxis bedeutet dies, dass Fachkräfte von Defizitorientierungen absehen und sich an den individuellen Lebenswelten orientieren müssen.
Der Begriff warnt davor, dass Einrichtungen zwar eine interkulturelle Öffnung in ihren Leitbildern proklamieren, diese in der Praxis jedoch nicht konsequent umsetzen, sondern lediglich nutzen, um bei der Mittelakquise vorteilhafter dazustehen.
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