Bachelorarbeit, 2022
39 Seiten, Note: 1,0
1. Untersuchungsgegenstand
2. Definitionen
2.1 Der Versuch einer Definition: Freiheit
2.2 Der Versuch einer Definition: Sicherheit
3. Theorien in Bezug auf Sicherheit und Freiheit
3.1 Thomas Hobbes
3.2 Immanuel Kant
3.3 Jeremy Bentham
3.4 Vergleich der Theorien von Hobbes, Kant und Bentham
4. Der erste Lockdown
5. Das Dilemma des Kontaktverbotes
5.1 Sichtweise des Thomas Hobbes
5.2 Sichtweise des Jeremy Bentham
5.3 Sichtweise des Immanuel Kant
6. Empfehlung des Ethikrates
7. Lösungsansatz: Freiheit und Sicherheit vereinen
8. Möglichkeiten, der Coronakrise moralisch gerecht zu werden
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit während der Coronapandemie. Ziel ist es, unter Einbeziehung der ethischen Theorien von Thomas Hobbes, Immanuel Kant und Jeremy Bentham zu analysieren, ob der Staat Sicherheit und Freiheit vereinen kann oder ob sich diese Werte gegenseitig ausschließen.
3.1 Thomas Hobbes
Der im Jahr 1588 geborene englische Philosoph Thomas Hobbes beschäftigte sich mit einer negativen Auffassung von Freiheit. Er philosophierte über einen fiktiven Naturzustand, in dem die Menschen ohne staatliche Instanz leben, und zog den Schluss, dass der Mensch in seiner vollkommenen Freiheit nicht gesellschaftswürdig sei. Aus diesem Kontext stammt einer seiner berühmtesten Kommentare: „Außerhalb von Staatswesen herrscht immer ein Krieg eines Jeden gegen Jeden.“ Nach Hobbes Auffassung ist der Mensch in erster Linie an der Sicherung seiner eigenen Bedürfnisse interessiert und handelt demnach egoistisch und selbstbestimmt.
Ohne eine leitende Figur genießt der Mensch in seiner Fiktion eine unbegrenzte Freiheit, die er wie folgt definiert:
„Freiheit bedeutet (eigentlich) das Fehlen von Widerstand (mit Widerstand meine ich äußere Hindernisse der Bewegung) und läßt sich nicht weniger auf unvernünftige und unbelebte Dinge als auf vernunftbegabte Geschöpfe anwenden.“
Er unterscheidet in diesem Kontext Freiheit von fehlender Fähigkeit. So nennt er als Beispiel, dass ein Kranker, der ans Bett gefesselt ist, nicht von fehlender Freiheit sprechen könne. Ihm fehle die Fähigkeit der Bewegung, die er selbst oder andere in diesem Moment nicht beeinflussen können. So definiert Hobbes einen freien Menschen als jemanden, der „nicht daran gehindert wird, Dinge nach seinem Willen zu tun, zu denen er aufgrund seiner Kraft und seines Verstandes fähig ist“. Mit dieser Definition schließt Hobbes eine vollkommene Freiheit schlichtweg aus und erkennt die äußeren, übernatürlichen Grenzen, denen der Mensch in bestimmten Situationen unterliegt.
1. Untersuchungsgegenstand: Einführung in die Thematik der Coronakrise als moralische Herausforderung für den Staat, die das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit aufwirft.
2. Definitionen: Erläuterung der komplexen Begriffe Freiheit und Sicherheit unter Berücksichtigung verschiedener philosophischer und rechtlicher Perspektiven.
3. Theorien in Bezug auf Sicherheit und Freiheit: Darstellung und Vergleich der ethischen Positionen von Thomas Hobbes, Immanuel Kant und Jeremy Bentham zum Verhältnis von Freiheit und staatlicher Sicherheit.
4. Der erste Lockdown: Analyse der Maßnahmen des ersten Lockdowns als Praxisbeispiel zur Bewältigung der Pandemie und deren Folgen für die Bevölkerung.
5. Das Dilemma des Kontaktverbotes: Untersuchung des Kontaktverbotes anhand der drei zuvor behandelten ethischen Theorien.
6. Empfehlung des Ethikrates: Betrachtung der Stellungnahmen des Deutschen Ethikrates und deren Bezugnahme zu philosophischen Denkmodellen.
7. Lösungsansatz: Freiheit und Sicherheit vereinen: Diskussion über Möglichkeiten, das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit auch in Krisenzeiten zu moderieren.
8. Möglichkeiten, der Coronakrise moralisch gerecht zu werden: Entwurf eines Konzepts, das Disziplin, Solidarität und zeitliche Begrenzung zur Krisenbewältigung kombiniert.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Anwendbarkeit der ethischen Analysen auf zukünftige Dilemmata.
Freiheit, Sicherheit, Coronapandemie, Thomas Hobbes, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, Ethikrat, Lockdown, Utilitarismus, Pflichtethik, Gesellschaftsvertrag, Solidarität, Krisenbewältigung, Menschenwürde, Kontaktbeschränkungen.
Die Arbeit analysiert das ethische Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit während der Coronapandemie unter Rückgriff auf klassische philosophische Theorien.
Zu den zentralen Themen gehören Freiheit, Sicherheit, Utilitarismus, Pflichtethik, staatliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und das Solidaritätsprinzip.
Die Arbeit untersucht, ob der Staat in der Lage ist, Sicherheit und Freiheit zu vereinen, oder ob sich diese Werte im Krisenkontext ausschließen.
Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die theoretische Ansätze von Hobbes, Kant und Bentham auf das aktuelle Praxisbeispiel der Coronapandemie anwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Freiheit und Sicherheit, stellt die Theorien von Hobbes, Kant und Bentham gegenüber und untersucht deren Anwendung auf das Kontaktverbot und die Empfehlungen des Ethikrates.
Freiheit, Sicherheit, Pandemieethik, Kant, Hobbes, Bentham, Staatsgewalt, Grundrechte.
Hobbes rechtfertigt Freiheitseinschränkungen zugunsten der staatlichen Sicherheit, während Kant das Handeln des Staates an den kategorischen Imperativ und die Eigenverantwortung des vernunftbegabten Menschen bindet.
Der Utilitarismus dient als Maßstab zur Bewertung der Maßnahmen anhand des größtmöglichen Glücks für die größtmögliche Zahl, was in der Arbeit kritisch hinterfragt wird.
Der Ethikrat fungiert als moralische Instanz, die Freiheitseinschränkungen rechtfertigt, sich aber gegen eine Hierarchisierung von Sicherheit vor Freiheit ausspricht.
Der Ansatz basiert auf dem Multidimensionalen Denken und ergänzt das Spannungsfeld um die Dimension der Disziplin, welche durch Solidarität und zeitliche Begrenzung der Maßnahmen legitimiert wird.
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