Diplomarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Zukünftige Entwicklungen
1.1.1. Veränderungen bei der Zahl der zu Pflegenden
1.1.2. Veränderungen bei der Zahl der pflegenden Angehörigen
1.2. Die Situation pflegender/betreuender Angehöriger in Österreich
1.3. Die Sozialarbeit mit pflegenden/betreuenden Angehörigen
1.4. Die Fragestellung der Diplomarbeit
2. Pflegende und betreuende Angehörige
2.1. Definition und Daten zu pflegenden und betreuenden Angehörigen
2.2. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
2.3. Die Motive für die Übernahme der Pflege
2.3.1 Verpflichtungsgefühle
2.3.2. Finanzielle Motive
2.3.3. Wege in die Pflege
2.3.4 Das Verwandtschaftsverhältnis
2.4. Das Konzept der Betreuungsbedürftigkeit
2.5. Das Pflegegeld
3. Positive und negative Aspekte für pflegende Angehörige
3.1. Positive Aspekte der häuslichen Pflege für die Angehörigen
3.2. Negative Aspekte der häuslichen Pflege
3.2.1. Kategorisierung der Belastungsfaktoren
3.3. Belastungsfaktoren für pflegende/betreuende Angehörige
3.3.1. Physische Belastungen
3.3.2. Psychische Belastungen
3.3.3. Zeitliche Belastungen
3.3.4. Soziale Belastungen
3.3.5. Finanzielle Belastungen
3.3.6. Strukturelle Belastungen
3.3.6.1. Vereinbarkeit Pflege und Beruf
3.3.6.2 Belastungen durch die Wohnsituation
3.3.6.3. Belastungen aufgrund mangelnden Wissens
3.3.6.4. Belastungen durch die Krankheitssymptome der Pflegebedürftigen
3.3.6.5. Belastungen durch bürokratische Hürden
3.4. Folgen der Überlastung pflegender Angehöriger
4. Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
4.1. Information und Beratung
4.1.1. Telefonservices/Helplines
4.1.2. Informationsangebote im Internet
4.1.3. Information zu Hilfsmitteln
4.1.4. Information zu barrierefreiem Planen und Bauen
4.1.5. Die Pflegeanwaltschaft des Bundes
4.2. Angehörigen- und Selbsthilfegruppen
4.3. Soziale Dienste
4.3.1. Die Hauskrankenpflege
4.3.2. Ambulante Altenhilfe/Pflegehilfe
4.3.3. Die Heimhilfe
4.3.4. Der Besuchsdienst
4.3.5. Essen auf Rädern
4.4. Institutionelle Einrichtungen
4.4.1. Teilstationäre Betreuung
4.4.2. Ersatzpflege
4.5. Urlaubsangebote für pflegende Angehörige
4.6. Schulungen für pflegende Angehörige
4.7. Sozialversicherung für pflegende Angehörige
4.7.1. Krankenversicherung für pflegende Angehörige
4.7.2. Pensionsversicherung für pflegende Angehörige
4.7.3. Die Familienhospizkarenz
4.7.4. Die Pflegefreistellung
4.8. Materielle Unterstützung für pflegende Angehörige
4.8.1. Zuwendungen aus dem Unterstützungsfonds für Ersatzpflege
4.8.2. Finanzielle Unterstützung bei der Familienhospizkarenz
4.8.3. Auszahlung des Pflegegeldes an Angehörige
4.9 Hilfen beim Wiedereinstieg in den Beruf
4.10. Die Sachwalterschaft
5. Sozialarbeiterische Methoden in der Arbeit mit pflegenden Angehörigen
5.1. Einzelfallhilfe oder Case Work
5.2. Soziale Gruppenarbeit
5.3. Case-Management
5.4. Assessments/soziale Bedarfserfassungen
5.4.1. Das „Carers-Assessment“ in Großbritannien
5.4.2. Assessments für Angehörige im deutschsprachigen Raum
5.4.2.1 Eine Übersicht über existierende Angehörigen-Assessments
5.4.2.2. Kritik an den existierenden Angehörigen-Assessments
6. Empirischer Teil
6.1. Fragestellung der Untersuchung
6.1.1. Die Zielgruppe
6.2. Das ExpertInneninterview
6.3. Ergebnisse aus den ExpertInneninterviews
6.3.1. Die Zielsetzungen der Einrichtungen in Bezug auf die Angehörigen
6.3.2. Das Rollenverständnis der SozialarbeiterInnen in der Angehörigenarbeit
6.3.3. Die häufigsten Anliegen der Angehörigen an die Sozialarbeit
6.3.3.1. Die Überlastung der Angehörigen
6.3.3.2. Hilfe bei der Entscheidungsfindung
6.3.3.3. Die Organisation der Pflege
6.3.3.4. Emotionale Belastungen durch die Pflege und Betreuung
6.3.3.5. Rechtliche Informationen
6.3.4. Die Stärken der Sozialarbeit in der Arbeit mit pflegenden Angehörigen
6.3.4.1. Die ganzheitliche Sicht
6.3.4.2. Die Gesprächsführung
6.3.4.3. Die Vermittlungsfunktion bei Konflikten
6.3.4.4. Fachliches Wissen
6.3.5. Sozialarbeiterische Methoden und Techniken
6.3.5.1. Sozialarbeit mit Angehörigen auf der individuellen Ebene
6.3.5.2. Soziale Gruppenarbeit mit Angehörigen
6.3.5.3. Öffentlichkeitsarbeit
6.3.5.4. Techniken in der Arbeit mit Angehörigen
6.3.5.5. Das Beratungsgespräch mit Angehörigen
6.3.5.6. Der Aufbau von Angehörigenberatungen
6.4. Instrumente zur Bedarfserfassung/Sozialanamnese bei Angehörigen
6.4.1. Die Bedarfserfassung in Gruppen
6.4.2. Die individuelle Bedarfserfassung
6.4.2.1. Die Vorteile eines Instruments zur Bedarfserfassung
6.4.2.2. Passende Einsatzmöglichkeiten für dieses Instrument
6.4.2.3. Die Nachteile eines Instruments zur Bedarfserfassung
6.4.2.4. Ungeeignete Einsatzmöglichkeiten für dieses Instrument
6.5. Die praktische Ausgestaltung eines Instruments für Angehörige
6.5.1. Die Kategorien dieses Instruments
6.5.1.1. Kategorien für ein Instrument in der Gruppenarbeit mit Angehörigen
6.5.1.2. Kategorien für die individuelle KlientInnenarbeit mit Angehörigen
6.5.1.3. Mögliche Kategorien in einem Angehörigenkompass
7. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht den Mangel an spezialisierten Assessment-Instrumenten in der Sozialarbeit mit pflegenden und betreuenden Angehörigen im deutschsprachigen Raum und evaluiert durch Experteninterviews, inwieweit die Implementierung solcher Werkzeuge in der Praxis sinnvoll und umsetzbar ist.
3.3.1. Physische Belastungen
Nach Holuscha (1992:73ff) lassen sich körperliche Belastungen (zB Rückenschmerzen), die aufgrund der Pflegetätigkeit (zB durch das Heben und Umbetten) entstehen von psychosomatischen Beschwerden aufgrund von Erschöpfungszuständen unterscheiden.
Es kann vorkommen, dass eindeutig körperliche Beschwerden wie zB Rückenschmerzen seelische Ursachen haben und eine Überbeanspruchung signalisieren. Fast die Hälfte aller Hauptbetreuungspersonen geben an, dass sie sich körperlich stark überbelastet fühlen (vgl. Badelt 1997:148). Bei den physischen Beschwerden handelt es sich vor allem um Kreuzschmerzen und Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich sowie in den Gelenken. Etwas mehr als 2/3 der Pflegepersonen leiden unter körperlichen Beschwerden. Es gibt hier einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Pflegegeldstufe der betreuten Person und den körperlichen Beschwerden der pflegenden Angehörigen. Während nur 30 % der Betreuungspersonen von PflegegeldbezieherInnen der Stufen eins und zwei über Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich klagen, tun dies bereits rund 60 % jener, die eine Person in Pflegestufe sieben betreuen. Auch bei den Kreuzschmerzen lässt sich bei den pflegenden Angehörigen ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Anzahl der Personen mit Beschwerden und der Höhe der Pflegestufe der Pflegebedürftigen von 40 % auf 70 % feststellen (vgl. Pochobradsky et al 2005:42ff).
Der Gesundheitszustand von pflegenden Angehörigen kann sich auch dadurch verschlechtern, dass sie sich einer „Dauer-Stress-Situation“ befinden und dadurch weniger Zeit haben, auf ihre eigene Gesundheit zu achten. Gerade Pflegepersonen (oft Frauen), die selber schon betagt sind oder bereits vor der Pflege gesundheitlichen Beschwerden gelitten haben, werden durch die Übernahme der Pflege besonders belastet. Dadurch erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die pflegenden Angehörigen selbst zu Pflegefällen werden (vgl. Holuscha 1992:74).
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, in der die Beratung pflegender Angehöriger im österreichischen Sozialwesen meist nur eine unstrukturierte Zusatzleistung darstellt und entsprechende Instrumente fehlen.
2. Pflegende und betreuende Angehörige: Liefert Definitionen, Daten zur Demografie sowie Motive für die Übernahme informeller Pflege und beleuchtet die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung.
3. Positive und negative Aspekte für pflegende Angehörige: Analysiert die vielfältigen physischen, psychischen, sozialen und finanziellen Belastungsfaktoren, denen Angehörige ausgesetzt sind, sowie die Folgen dauerhafter Überlastung.
4. Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige: Gibt einen detaillierten Überblick über existierende Informations-, Beratungs- und Entlastungsangebote, wie etwa soziale Dienste oder materielle Förderungen.
5. Sozialarbeiterische Methoden in der Arbeit mit pflegenden Angehörigen: Erläutert klassische Methoden wie Einzelfallhilfe und Case-Management und vergleicht den Einsatz von Assessment-Instrumenten international.
6. Empirischer Teil: Präsentiert die Ergebnisse von Experteninterviews, die den Bedarf an strukturierten Instrumenten in der Praxis der Wiener Sozialarbeit untersuchen und Kategorien für einen "Angehörigenkompass" ableiten.
7. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen, betont den Mehrwert einer ganzheitlichen sozialarbeiterischen Herangehensweise und bestätigt das Potenzial strukturierter Erhebungsinstrumente.
Pflegende Angehörige, Sozialarbeit, Bedarfserfassung, Angehörigenkompass, Assessment, häusliche Pflege, Pflegegeld, Vereinbarkeit Beruf und Pflege, Belastungsfaktoren, Case Management, psychosoziale Belastung, Unterstützungsmöglichkeiten, ExpertInneninterviews, informelle Pflege, Entlastungsangebote.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von pflegenden und betreuenden Angehörigen in Österreich und der Rolle der Sozialarbeit bei der Unterstützung dieser Personengruppe.
Die Schwerpunkte liegen auf den Belastungsfaktoren der Angehörigen, dem österreichischen System der Unterstützungsmöglichkeiten und der Entwicklung von Methoden zur besseren Bedarfserfassung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Einführung eines spezialisierten sozialarbeiterischen Assessment-Instruments für pflegende Angehörige in der Praxis sinnvoll ist.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen empirischen Untersuchung, für die insgesamt zehn Experteninterviews mit diplomierten SozialarbeiterInnen in verschiedenen Wiener Einrichtungen geführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Pflegesituation und Belastungen sowie in eine Darstellung professioneller Unterstützungssysteme und sozialarbeiterischer Arbeitsweisen.
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem pflegende Angehörige, Sozialarbeit, Bedarfserfassung, Angehörigenkompass und Assessment.
Der Einsatz wird grundsätzlich positiv für eine strukturierte Beratung gesehen, jedoch besteht Skepsis hinsichtlich des zeitlichen Aufwands und der Gefahr einer zu schematischen Gesprächsführung.
Er schlägt sechs Hauptkategorien für die Beratung vor: Beziehungen und Netzwerke, Lebenssituation/Beruf, Wohnsituation/Mobilität, Ressourcen/Hobbys, materielle Situation/Sozialversicherung sowie Belastung/Gesundheitszustand.
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