Bachelorarbeit, 2021
41 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Grundlagenteil
2.1 Stock Distribution
2.1.1 Stock Split
2.1.2 Stock Dividend
2.2 Markteffizienzhypothese
3 Stand der Forschung
3.1 Erklärungsansätze
3.1.1 Signalhypothesen
3.1.2 Preisniveauhypothesen
3.2 Empirische Untersuchungen zu Kurseffekten am deutschen Kapitalmarkt
3.2.1 Stock Splits in Deutschland
3.2.2 Stock Dividends in Deutschland
4 Methodik der Ereignisstudie
5 Empirische Untersuchung
5.1 Datenbeschaffung
5.2 Aufbau der empirischen Untersuchung
5.3 Analyse der verwendeten Daten
5.3.1 Stock Splits
5.3.2 Stock Dividends
6 Kursreaktionen
6.1 Forward Splits
6.2 Reverse Splits
6.3 Stock Dividends
7 Fazit und Ausblick
8 Anhang
8.1 Abnormale Renditen und Signifikanztests
8.2.1 Modifizierter Patell-Test nach Kolari/Pynnönen (2010)
8.2.2 Rank-Test nach Corrado (1989)
8.2.3 Generalized Rank-Test nach Kolari/Pynnönen (2010)
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Ankündigungs- und Durchführungseffekte von Stock Splits und Stock Dividends am deutschen Kapitalmarkt empirisch zu analysieren und die gewonnenen Ergebnisse mit bisherigen wissenschaftlichen Studien zu vergleichen, um deren Validität und Übertragbarkeit zu prüfen.
3.1.1 Signalhypothesen
Die Signalhypothesen basieren auf den Annahmen, dass eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen Management und Investoren vorliegt und dass das Management Anreize hat, im Interesse der Eigenkapitalgeber zu handeln. Ausgehend davon kündigt das über das Unternehmen besserinformierte Management Stock Distributions an, um ein Signal über ihm vorliegende Informationen zum Unternehmenserfolg an die Anleger weiterzugeben. Damit die Informationsübermittlung glaubhaft ist, müssen sogenannte Signalingkosten für ungerechtfertigte Imitation anfallen. Diese Kosten müssen in solcher Höhe entstehen, dass es sich zum einen für „schlechte“ Unternehmen nicht lohnt, gleiche Signale wie „gute“ Unternehmen zu senden, und zum anderen „gute“ Unternehmen nicht davon abhält, Signale zu vermitteln. Signalingkosten können z.B. durch direkte Kosten wie Transaktionskosten oder durch indirekte Kosten wie dem Reputationsverlust des Managements anfallen.
Fama/Fisher/Jensen/Roll (1969) beobachten, dass in Folge von Stock Splits, genauer gesagt Forward Splits, und Stock Dividends ein Großteil der durchführenden Unternehmen die Ausschüttungssummen erhöhen, sodass sie daraus den Ansatz ableiten, dass Stock Splits und Stock Dividends als Signal genutzt werden, um die Erwartung einer Erhöhung der Ausschüttungssumme auszulösen. Die positiven Kurseffekte werden also nicht durch die Ankündigung einer Stock Distribution an sich ausgelöst, sondern durch die mit ihr verbundenen Gewinn- und Dividendenerhöhungserwartungen. Bleibt die Dividende pro Aktie nach der Ausgabe der neuen Aktien konstant oder wird sie um einen geringeren Faktor als den Splitfaktor gekürzt, erhöht sich ceteris paribus nach einem Stock Split oder einer Stock Dividend die ausgezahlte Summe an die Aktionäre des Unternehmens.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, Kurseffekte von Stock Distributions am deutschen Kapitalmarkt empirisch zu untersuchen.
2 Theoretischer Grundlagenteil: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Stock Split und Stock Dividend sowie die Markteffizienzhypothese als theoretischen Rahmen.
3 Stand der Forschung: Hier werden relevante Theorien wie Signal- und Preisniveauhypothesen sowie bestehende empirische Studien zum deutschen Kapitalmarkt dargestellt.
4 Methodik der Ereignisstudie: Dieses Kapitel führt in die methodischen Grundlagen von Ereignisstudien ein, einschließlich der Berechnung abnormaler Renditen und der Anwendung statistischer Testverfahren.
5 Empirische Untersuchung: Hier wird der Aufbau der eigenen Untersuchung beschrieben, inklusive Datenbeschaffung, Stichprobenselektion und Analyse der Daten.
6 Kursreaktionen: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der empirischen Analyse für Forward Splits, Reverse Splits und Stock Dividends präsentiert und interpretiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche Themen zukünftiger Forschungsarbeiten.
8 Anhang: Der Anhang enthält detaillierte Tabellen zu den Ergebnissen sowie die mathematischen Herleitungen der verwendeten statistischen Testverfahren.
9 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche in der Arbeit verwendete Fachliteratur und Quellen auf.
Stock Distribution, Stock Split, Stock Dividend, Ereignisstudie, Kapitalmarkt, abnormale Rendite, Markteffizienz, Signaling-Hypothese, Preisniveauhypothese, Forward Split, Reverse Split, deutsche Aktiengesellschaften, Kapitalmarktreaktionen, empirische Forschung, Finanzanalyse
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von sogenannten Stock Distributions, namentlich Stock Splits und Stock Dividends, auf die Aktienkurse am deutschen Kapitalmarkt.
Im Zentrum stehen die Ankündigungs- und Durchführungseffekte, die mittels theoretischer Erklärungsansätze wie Signaling- und Preisniveauhypothesen beleuchtet werden.
Ziel ist es, empirisch festzustellen, ob und in welcher Weise Stock Splits und Stock Dividends in Deutschland zu signifikanten Kursreaktionen führen und wie diese im Vergleich zu existierenden Studien einzustufen sind.
Die Untersuchung basiert auf der methodischen Grundlage der Ereignisstudie, wobei zur statistischen Absicherung unter anderem der modifizierte Patell-Test und der Rank-Test nach Corrado angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den aktuellen Stand der Forschung, die methodische Vorgehensweise, die empirische Datenanalyse sowie die detaillierte Auswertung der Kursreaktionen.
Zentrale Begriffe sind Stock Distribution, abnormale Rendite, Markteffizienz sowie spezifische Hypothesen wie die Signalhypothese und die Neglected-Firm-Hypothese.
Die Ergebnisse zeigen, dass Reverse Splits am deutschen Kapitalmarkt mit deutlich negativen abnormalen Renditen einhergehen, die in ihrem Ausmaß die Reaktionen auf andere Stock-Distributions-Formen übertreffen.
Sie dient als theoretischer Ausgangspunkt, um zu hinterfragen, warum buchungstechnische Maßnahmen ohne Kapitalzufluss überhaupt Kursreaktionen auslösen können, und bildet die Basis für die Prüfung informationseffizienter Märkte.
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