Masterarbeit, 2021
64 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Stand der empirischen Forschung und Erkenntnisinteresse
3 Theoretische Vorannahmen
3.1 Rassismus
3.2 Weißsein als Privileg
3.3 Reproduktion rassifizierter Hierarchien im Kontext der Theorie Bourdieus
4 Diversitätsmanagement der öffentlichen Verwaltung
4.1 Interkulturelle Öffnung als Bestandteil des Diversitätsmanagements
4.2 Gründe für die Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung
4.3 Strategien und Maßnahmen
4.4 Leerstellen
5 Methode und Datengrundlage
5.1 Grounded Theory
5.2 Datenerhebung und Interviews
6 Ergebnisse
6.1 Rassismus
6.2 Fehlende Unterstützungssysteme
6.3 Unzureichendes Diversitätsmanagement
6.4 Ineffizientes Personalmanagement
7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung. Es wird erforscht, inwiefern struktureller Rassismus und institutionelle Hürden diesen Aufstiegsprozess behindern und wie bestehende Diversitätskonzepte in der Verwaltung wirken.
3.1 Rassismus
Bis zum 21. Jahrhundert war der Rassismusbegriff in Deutschland im gesellschaftlichem Diskurs tabu. Nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 herrschte der Glaube, der Schock über den faschistischen Rassenwahn säße so tief, dass darüber nicht mehr gesprochen werden müsse (Tißberger, 2020). Heute wird der Rassismusbegriff in der alltagssprachlichen Verwendung als ein Problem am Rande der Gesellschaft gesehen und auf Neonazis und eine irrationale Ideologie reduziert (Bonilla-Silva, 1997). Dabei ist der Begriff nicht nur eine Frage der Einstellung oder Verhaltensweisen, sondern meint nach sozialwissenschaftlicher Definition ein gesellschaftliches Verhältnis, von dem eine Vielzahl Beteiligter strukturell profitiert und bei der faktische Diskriminierung und Benachteiligung gerechtfertigt wird (Rommelspacher, 2002).
Die Entstehung „rassischer“ Kategorien ist in der Zeit des Kolonialismus und der Sklaverei zu suchen. Die zu der Zeit gezogenen Linien von Kategorien sind der Ursprung dafür, dass auch heute noch Menschen sich selbst und andere als Mitglieder von Gruppen identifizieren und sich voneinander abgrenzen (Scherschel, 2006). Zunächst einmal wird immer eine Seite der Unterscheidung gegenüber der anderen bevorzugt, wie beispielsweise zwischen „oben“ und „unten“, „aktiv“ und „passiv“ oder „Mann“ und „Frau“, was somit unabhängig vom Kontext zu einer Asymmetrie führt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund in der öffentlichen Verwaltung ein und benennt Zielsetzung sowie Fragestellung.
2 Stand der empirischen Forschung und Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Diskriminierung und Diversität in Arbeitskontexten und begründet die Relevanz der Arbeit für den öffentlichen Sektor.
3 Theoretische Vorannahmen: Hier werden zentrale Konzepte wie Rassismus, Weißsein als Privileg und Bourdieus Theorie sozialer Felder für die Analyse der Organisationsstrukturen eingeführt.
4 Diversitätsmanagement der öffentlichen Verwaltung: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Strategien zur interkulturellen Öffnung und beleuchtet bestehende Leerstellen in der praktischen Umsetzung.
5 Methode und Datengrundlage: Hier wird der methodische Ansatz der Grounded-Theory-Methodologie sowie die Durchführung und Auswahl der Leitfadeninterviews beschrieben.
6 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch den Kodierprozess identifizierten Kernursachen für die Unterrepräsentanz, unterteilt in Rassismus, Unterstützungssysteme, Diversitätsmanagement und Personalmanagement.
7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen, diskutiert diese im Lichte der Fragestellung und leitet praktische Implikationen für die Verwaltung ab.
Öffentliche Verwaltung, Migrationshintergrund, Rassismus, Diversitätsmanagement, Interkulturelle Öffnung, Höherer Dienst, Leitungspositionen, Bourdieus Theorie, Sozialkapital, Institutionelle Diskriminierung, Unterrepräsentanz, Arbeitsmarktintegration, Rassismuskritik, Führungskräfte, Personalmanagement
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen, warum Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung deutlich unterrepräsentiert sind.
Die zentralen Themen sind institutioneller Rassismus, die Wirksamkeit von Diversitätsmanagement sowie die Bedeutung von Netzwerken und Vorbildern in bürokratischen Organisationen.
Die Arbeit untersucht, warum der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in Führungspositionen trotz offizieller Diversitätsbemühungen nur langsam steigt und welche Rolle dabei rassistische Strukturen innerhalb der Verwaltung spielen.
Es wurde eine qualitative empirische Studie auf Basis der Grounded-Theory-Methodologie durchgeführt, für die elf leitfadengestützte Interviews mit Beschäftigten mit Migrationshintergrund ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte (Rassismus, Privilegien), beschreibt das aktuelle Diversitätsmanagement und stellt anhand der Interviewergebnisse Hindernisse wie Stereotype, fehlende Netzwerke und ineffiziente Personalentscheidungen dar.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Öffnung, Symbolpolitik, symbolische Macht, Habitus, Gläserne Decke und rassifizierte Hierarchien.
Die Arbeit überträgt Bourdieus Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch) auf den Verwaltungskontext, um zu erklären, wie strukturelle Vorteile (Weißsein) den Zugang zu höheren Ämtern begünstigen.
Die Arbeit kritisiert, dass bestehende Maßnahmen oft Symbolpolitik sind, und empfiehlt verpflichtende Fortbildungen für Führungskräfte sowie verbindliche Quotenregelungen zur echten Chancengleichheit.
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